Frage der Woche

Luxuswohnungen auf dem Todesstreifen?

04. March 2013 - 10:42
von SPIESSER-Redakteurin Chaosnudel.
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Chaosnudel Offline
Beigetreten: 12.04.2011

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Dort wo ehemals eine Mauer stand, die Berlin und ganz Deutschland geteilt hat, befindet sich heute ein Kunstwerk. Statt die Mauer abzureißen, wurde sie liebevoll von Künstlern bemalt. Mit aussagekräftigen Bildern und Zitaten. Die Mauer ist heute ein Mahnmal – ein historisches Überbleibsel aus der Zeit der DDR.

2008 wurde die Mauer für mehr als 2 Millionen Euro saniert. Die Kunstwerke waren Jahrelang dem Wetter ausgesetzt. Das hinterließ Spuren. Doch die Instandsetzung hat sich gelohnt. Sie strahlt im neuen Glanz – oder besser gesagt strahlte.

Ein Teil der Mauer soll nun einfach versetzt werden. Mitten drin wäre einfach ein Loch; eine Lücke in der Mauer. Was sich bis 1989 noch tausende Menschen gewünscht hätten, sorgt heute für kollektives Unverständnis. Bereits am 1. März sollten die Bauarbeiten beginnen, doch Demonstranten hielten die Arbeiter auf und konnten einen vorzeitigen Baustopp bewirken.

Teile des Gesamtkunstwerks „East Side Gallery" sollen Platz machen für den Wiederaufbau einer Brücke und eine schicke Luxusimmobilie. Ganze 20 Meter Mauer sollen für dieses Projekt weichen. Das zuständige Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg will von all dem nichts gewusst haben. Das Projekt ist allerdings vom Landesdenkmalamt und der Obersten Denkmalbehörde abgesegnet worden.

Was haltet ihr von dem Teilabriss der längsten Mauergalerie der Welt?


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Kommentare

Vier Kommentare
  • Was denke die sich dabei ein damals extra erhaltenes Stück mauer einzureissen um dort geldbonzen leben zu lassen... stattdessen sollen die den BER bauen und die baufälligen Wohnblocks neu aufziehen

    Das ist ja fast so als würde man Auschwitz einreissen um da ein schloss zu bauen

  • Es ist sehr traurig wie in Berlin mit unserer Geschichte umgegangen wird.
    Würde man in Paris den Eifelturm oder das Louvre abreisen für Wohnungen? Wohl kaum....

  • Ich habe schon lange damit aufgehört, davon auszugehen, daß im Wort ´Politiker` das altgriechische Wort ´Polis` steckt: Warum
    eigentlich muß es immer ´entweder - oder` und kann es nicht ´so-
    wohl - als auch` heißen: Was ist mit dem Wohnungseigentümer/
    -mieter, der ´gut` wohnen möchte, und trotzdem die ´East Side Gallery` erhalten sehen möchte und nicht abgerissen?

  • Statt der Mauer sollte man Wowereit entfernen lassen - das ist schon längst überfällig.

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