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Das Tagebuch der Zeit - Teil 2

Von: skandal
 
09.03.2010 - 14:12
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Er wusste ja noch gar nicht, wie real seine Gedanken werden würden. James spürte das Buch in seinen Händen und las, völlig im Banne des Soldaten, weiter:

Die Nächte sind, trotz der Sommerzeit, sehr kalt und ich weiß, dass ich so nicht lange in dieser Kammer bleiben kann, zumal ich die Lage von hieraus nur sehr schlecht einschätzen kann. Die Wachen liefen schon seit dem frühen Morgen in den Fluren auf und ab. Sie wissen, dass etwas im Gange ist und schützen den Burgherren, denn er ist ja der Grund vielen Übels hier im Osten und damit auch Zielobjekt für viele von uns.
Ich muss unbedingt aus dieser Kammer, in die Nähe des Burgherren. Ich muss...

Der Eintrag endete. James blätterte aufgeregt aber vorsichtig in dem alten Buch. Nichts. Die Seiten waren leer. Ausnahmslos. Er konnte es nicht fassen. Was nun? Er legte das Buch auf den kleinen Tisch neben seinem Sessel, sprang auf und lieb mit großen Schritten durch das Zimmer. Wie muffig es hier roch. Erst jetzt wendete er seinen Blick, der immer abwechselnd vom Buch zu seinen Füßen ging, dem Raum zu. Es roch muffig und die Wände waren bis unter die Decke mit Bücherregalen gefüllt. Alle waren ausnahmslos alt. Er ging zurück zu dem Buch, legte es auf seinen Schoß und öffnete es noch einmal vorsichtig. Seite für Seite blätterte er nun um und suchte nach Hinweisen. Wie konnte das sein? Vorhin waren alle Seiten bis an den Rand beschrieben. Er fing an, die Dinge zu analysieren. Wieso lag das Buch am Waldboden, hatte es der Soldat verloren oder mit Absicht dort fallen gelassen? Warum hatte es keiner vor ihm gefunden? Er schaute sich den Einband noch einmal genauer an. Rissig und Brandspuren – also unverändert. Es war kein besonders wertvoller Einband. James schlug die letzte Seite auf und blätterte von hinten nach vorn. Dabei folgte sein Blick einem ständigen Muster, Oberer Rand, unterer Rand, Links, Rechts. Er verlor schon fast die Geduld, da erblickte er, kaum merklich und unheimlich verblasst, drei Worte am Buchknick:

Lies, reise, löse...!