Dem BootBooHook hinter die Bühne geschaut
Stagemanager Stefan hat beim Hannoveraner Innenstadtfestival die Bühnenkontrolle. Während die Besucher Konzerte genießen, träumt er von einem eigenen Label.

Es ist Samstagnachmittag auf dem BootBooHook-Festival in Hannover. Noch ist es relativ ruhig. Für Bernd Begemann und seine Band "Die Befreiung" haben sich knapp 500 Menschen auf der Wiese versammelt und genießen im Sonnenschein die Musik. Parallel zu den Bands startet die Bundesliga und die Campingstühle vor der Leinwand sind voll belegt. Kurzum: erholsame Sonnenstunden mit Musik und Fußball für die Festivalbesucher.
Nur einige hundert Meter weiter ist von der Erholung und der Ruhe wenig zu spüren. Stefan sitzt auf einer Holzbank und trinkt ein Schluck Wasser, für ihn ist das BootBooHook-Festival harte Arbeit. Als Stagemanager an der Hauptbühne sorgt der 27-jährige Student zusammen mit sieben Technikern, einem zweiten Stagemanager und helfenden Händen seitens der Bands für den Auf- und Abbau des Equipments und der Instrumente. An seinem Team liegt es, dass der straffe Festivalzeitplan eingehalten wird und dass die Bands Wasser und Instrumente auf der Bühne haben. Ein verantwortungsvolle Aufgabe: „Wir dürfen nur bis 23 Uhr Musik machen. Da das BootBooHook mitten in der Stadt liegt, sind die Auflagen da etwas strenger“, erklärt Stefan.
Stefan (links) sorgt backstage für reibungslose Festivalauftritte der Bands.Ex-Praktikant und immer noch Schlagzeuger
Qualifiziert für den Job hat sich der Medienstudent über ein Praktikum bei dem Veranstalter Tapete Records aus Hamburg. Sechs Monate hatte er bei dem Label gearbeitet und darüber die Kontakte geknüpft. „Ich bin schon zum zweiten Mal dabei. Und da ich selbst seit über 12 Jahren Schlagzeuger bin, weiß ich, auf was man auf der Bühne achten muss“.
Obwohl das Festival erst um 14 Uhr musikalisch seine Tore öffnet, ist Stefan schon seit neun Uhr morgens auf den Beinen. Hot Chip, der Headliner des Abends, hatte bereits um einen Soundcheck gebeten. Zwischen zwölf bist 14 Stunden Arbeit pro Festivaltag stehen auf dem Plan, was hart klingt, ist für den 27-jährigen kein Problem. „Ich empfinde das Ganze eher als Spaß und nicht als harte Arbeit. Es ist einfach ein schönes Wochenende und es macht die Leute glücklich.“ Glück ist auch der Hauptlohn, denn die Bezahlung ist eher mickrig. Zwar werden die Fahrtkosten übernommen und die Crew ist im Hotel untergebracht, aber viel Geld verdient man an einem solchen Wochenende nicht.
Einstieg in die Musikbranche
Die Bezahlung ist also nicht der Grund für seine Arbeit hier, aber was ist es dann? „Ich schreibe meine Magisterarbeit über die Digitale Vermarktung von Musik und würde gern in der Musikbranche arbeiten. Hier kann ich noch viel lernen und wichtige Kontakte knüpfen“, erklärt Stefan. Doch nicht nur die Referenz im Lebenslauf, sondern auch das eigene Fan-Dasein spielt für ihn eine große Rolle: „Bands, die man selbst gut findet, zu betreuen, ist natürlich doppelt schön. Meine Highlights sind Anajo und Die Sterne.“
Auf der folgenden Seite verrät Stefan, welchen besonderen Blick er auf die Musiker hat.
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