"Einfach irgendeinen Job machen zu wollen reicht nicht."
Was bringt der Notenkampf im Abitur? Welche Jobs bringen uns die regenerativen Energie? Und was braucht die perfekte Bewerbung? Bloggerin Lena hat sich die Antworten vom Solarenergie-Manager Frank Dinter geholt.
Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.
Herr Dinter, was wollten Sie mit 16 Jahren werden?
Ich hatte damals die Idee, Pilot zu werden und durch die Weltgeschichte zu reisen. Eine Alternative dazu war aber auch, Arzt zu sein. Ich wollte damals unbedingt etwas für die Menschheit tun.

Frank Dinter, 49, sieht viele Arbeits-
möglichkeiten im Bereich Solarenergie
Jetzt sind sie weder Pilot noch Arzt geworden, sondern Leiter des Bereichs Solarenergie bei RWE. Wie kam es dazu?
Nun ja, für das Medizinstudium hätte ich einen Numerus Clausus von 1,3 gebraucht und ich muss gestehen: Mein Abiturschnitt hatte ungefähr das Doppelte. So fiel mein Blick mehr auf etwas, das mich außerdem interessiert hat: Technik. Es sollte nicht zu theoretisch sein, wie z.B. das Maschinenbaustudium. Das habe ich dann begonnen und mich in die Studienrichtung „Energie und Kraftwerk“ vertieft.
Was reizt Sie persönlich an diesem Beruf am meisten?
Die regenerativen Energien sind generell eine Möglichkeit, die bestehende Umwelt zu schützen und zu erhalten. Ich persönlich bin der Meinung, dass man die Erde nicht weiter ausbeuten, sondern sie schützen muss. Deshalb freue ich mich darüber, hier in dem Bereich der regenerativen Energien arbeiten zu können.
Was spricht für einen Beruf im Bereich Solarenergie? Welche Zukunftsperspektiven gibt es?
Die Sonne ist ganz einfach die Quelle aller regenerativen Energien. Die kommerzielle Nutzung von Sonnenstrahlen gibt es nun schon seit 30 Jahren. Hier in Deutschland wurde dazu viel geforscht und es haben sich zahlreiche Hersteller angesiedelt, mit denen wir auch teilweise zusammenarbeiten. Für mich persönlich macht es absolut Sinn, zum Beispiel Dächer oder Fassaden mit Photovoltaik zu verkleiden. Hier bieten sich noch viele Möglichkeiten zu forschen, zu entwickeln oder auch zu arbeiten.
Was muss man studieren, um mit Sonnenergie sein Geld zu verdienen?
Ingenieurwissenschaft ist eine gute Wahl. Dieses Studium kann man bei der Entwicklung, Planung oder später beim Bau gebrauchen. Bauingenieure, Architekten, Maschinenbauer, Elektrotechniker oder auch Mechaniker werden alle gebraucht. Es gibt also ein breites Band an Studienmöglichkeiten, um in diesem Bereich tätig zu werden.
Was zeichnet eine Ausbildung in diesem Bereich aus?
Ich finde, jedes einzelne Gewerk, also jede einzelne Bauleistung, ist in irgendeiner Form wichtig. Sie alle münden in ein Gesamtwerk - also zum Beispiel ein großes Kraftwerk. Jedes einzelne Puzzelteil muss am Ende sitzen, damit man sich dann auch zurücklehnen kann und sagen: „So, jetzt haben wir es geschafft“.
Welche besonderen Fähigkeiten muss man in Ihrer Branche mitbringen?
Das allerwichtigste ist: Interesse. Vor allem auch das Interesse, etwas an der Welt zu verändern. Nur einfach irgendeinen Job machen zu wollen reicht nicht. Außerdem braucht man technisches Verständnis und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen.
Mal aus Neugier: Aus welchem Grund haben Sie den letzten Bewerber eingestellt? Was hat Sie überzeugt?
Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich sehr gezielt ausgesucht. Für mich ist es absolut wichtig, dass jeder etwas zur Erreichung der vorgegebenen Ziele mitbringt, aber auch, dass er wunderbar ins Team passt. Mal sind das technische Fähigkeiten, manchmal sind es aber auch kaufmännische. Insgesamt achte ich darauf, dass meine MitarbeiterInnen sehr motiviert sind, großes Interesse an der Sache selbst haben und mein Team gut ergänzen können.
Gibt es allgemein einen Nachwuchsmangel?
Einen direkten Nachwuchsmangel kann ich derzeit nicht erkennen. Es werden in sehr vielen Bereichen der regenerativen Energien Stellen angeboten, die meisten davon werden aber auch recht schnell besetzt.
Haben Sie Tipps für Bewerber?
Ich bin immer wieder begeistert von Bewerbern, die sich vor dem Bewerbungs-gespräch schlau gemacht haben. Es hilft total, wenn man vor dem Vorstellungsgespräch nachgeschaut hat: Was macht das Unternehmen? Warum möchte ich genau in diesem Bereich arbeiten? Solche Fragen stelle ich auch im Gespräch. Enttäuscht bin ich, wenn ich eine nichtssagende oder allgemeingültige Bewerbung vor mir liegen habe. Wenn man sich bei einer Firma bewirbt, sollte man größeres Interesse an ihr zeigen.
Text: Lena Kessler
Foto: RWE; anton porsche, pixelio.de; manischdepressiv, jugendfotos.de
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