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Nix verpassen
Die kleine Finanzfibel
Es fällt nicht vom Himmel, es wächst nicht auf Bäumen – und regiert trotzdem die Welt. Autorin Anne hat für euch 26 Fakten rund ums Geld zusammen gesucht, die euch zu echten Krötenkennern machen.
A wie abknöpfen:
Bevor es Konten gab, bunkerten ärmere Menschen die paar Münzen, die sie besaßen, oft zwischen den Zähnen. Dort konnte sie keiner klauen. Ein beliebtes Anlagekapital waren auch Knöpfe aus Metall. Bei einem Geschäft wurden sie als
Zahlungsmittel von der Kleidung abgeschnitten.
B wie Bankgeheimnis:
In Deutschland gibt es kein gesetzlich geregeltes Bankgeheimnis. Warum trotzdem keiner weiß, dass ihr mit eurem exorbitanten Vermögen die gesamte Stadt aufkaufen könntet? Das Geheimnis wird als Gewohnheitsrecht anerkannt – frei nach dem Motto: Haben wir schon immer so gemacht...
C wie Charakter:
Geld und Macht machen angeblich rücksichtslos. Ein Forscherteam aus den USA und Kanada untersuchte das Einfühlungsvermögen unterschiedlicher Verdienstgruppen. Ergebnis: Die Reichen zeigten überdurchschnittlich oft die Sensibilität einer Scheibe vertrockneten Toasts.
D wie Dreisatz und Prozentrechnung:
Grundbestandteil jedes Aufnahmeverfahrens für werdende Bankkaufleute. Typisches Zinsrechnungsbeispiel: Herr Tierlieb will ein reinrassiges Pony kaufen und benötigt dafür einen Kredit von 30.000 Euro. Jährlich fallen sieben Prozent Zinsen an. Wie hoch ist der Zinsbetrag nach drei Monaten?
E wie Eurozeichen:
Das € im Währungssymbol des Euros steht für Europa und erinnert an den griechischen Buchstaben Epsilon. Die zwei Querbalken sollen die Stabilität des Euro und der europäischen Wirtschaft symbolisieren.

F wie Frankfurt am Main:
Finanzstadt! Die deutsche Börse hat hier ihren Sitz, genauso wie alle deutschen und zahlreiche ausländische Banken. Frankfurt ist in Sachen Einwohnerzahl mit knapp 680.000 die fünftgrößte Stadt Deutschlands und liegt in Hessen.
G wie Geld im Film:
Beispiele gefällig? Slumdog Millionär, Wall Street – Geld schläft nicht, Pretty Woman...
H wie Haben und Soll:
Haben: Euer gebunkertes Geld. Soll: Jener Betrag, der dem Bunker auf geheimnisvolle Art und Weise entfliehen konnte. Sollte auf eurem Konto bei der Gegenüberstellung der beiden Seiten das Soll vorne liegen, merkt ihr das am vorangestellten Minus. Das ist dann nicht nur ein mathematisches Vorzeichen, sondern auch vernunftfordernder Gedankenstrich.
I wie Image:
Anfang des Jahres ließ Andreas Schmitz, Präsident des Bundesverbandes
deutscher Banken, gegenüber der Berliner Zeitung verlauten, eine Imagekampagne nach der Finanzkrise sei unnützer Geldrauswurf. Das Vertrauen
des Volkes werde man allein durch überzeugende Handlungen zurückgewinnen.
Wir warten gespannt.
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J wie Jugend:
Die Bevölkerungsgruppe, die angeblich ausnahmslos aus besonders beratungsresistenten und skrupellosen Sparschweinschlachtern besteht. Wir fragen uns, wie das beim gleichzeitig explosionsartig in die Höhe schnellendem Vegetarismus in eben jenem Gesellschaftsteil sein kann...
K wie Krawattebinden:
Äußerst bedeutend, um monetäre Selbstsicherheit auszustrahlen. Kleiner Knoten, doppelter Knoten, Windsor-Knoten... Im Netz gibts Massen an Bildmaterial zum Üben. Der ultimative SPIESSER-Tipp: Fertige Fliege nehmen.
L wie lustig:
Warum gibt es auf Banker-Toiletten dreilagiges Klopapier? Weil gemäß der Dienstanordnung jeder Geschäftsgang ein Original und zwei Durchschläge erfordert.
M wie Mammon, Maxen und Marie:
Drei der 38 vom Duden aufgelisteten Synonyme für Geld. Neben den gewöhnlichen wie Moneten, Asche, Schotter, Kies, Mäuse, Eier, Kohle, Kröten, Glocken, Moos...
N wie No-Go:
Geld gehört zu den drei geheimnisvollen F, die zu verleihen laut großmütterlichem Orakel schlimmes Unheil herauf beschwören. Auffällig: Die drei F variieren altersbedingt. Früher sollte man Fahrrad, Füller und Fibel nicht verborgen. Heute heißt es auf einmal Finanzen, Fahrzeug, Freund/in.
O wie Oma:
Immer noch die am weitesten verbreitete, sicherste und rentabelste Quelle für finanzielle Mittel. Den stetigen Fluss gewährleisten regelmäßige Telefonate, Beste-Oma-der-Welt-Beteuerungen vor möglichst großem Publikum und dezente
Hinweise auf berufsbedingt nötige Zukunftsinvestitionen.

P wie „Pecunia non olet!“:
Lateinisch für „Geld stinkt nicht.“ Der römische Kaiser Vespasian solls zu seinem Sohn gesagt haben, als der die Latrinensteuer kritisierte. Damit verdiente der Kaiser doppelt: Die Gerber und Wäscher kauften den Urin als Reinigungs-, und Gerbemittel, das normale Volk zahlte Pipi-Pfand. In Italien heißen öffentliche Toiletten seitdem „Vespasiani“.
Q wie Quästor und Quinar:
Vor der Schmach, kein monetäres Q-Wort zu finden, rettet uns... wieder das antike Rom! Der Quästor war im alten Rom ein hoher Finanzbeamter. Der Quinar eine Silbermünze, der sogenannte „Fünfer“.
R wie Rechtsform:
Ein Unterscheidungsmerkmal von privaten Banken, Genossenschaftsbanken und öffentlich-rechtlichen Sparkassen.
S wie „Schutzgemeinschaft des Deutschen Sparschweins“:
Vereinigung, die das Sparschwein wieder stärker etablieren will. Auszug aus dem Selbstverständnis: „Es [geht] darum, ein deutsches Kulturgut vor Überfremdung [...] zu schützen.“ Gefährlichste Gegner: Sparelefant und -pinguin!
T wie Taschengeldparagraph:
In § 106 bis 113 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist eine Ausnahmeregelung festgehalten: Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren sind nicht voll geschäftsfähig. Außer, sie bezahlen mit Geld, das ihnen frei zur Verfügung steht. Mit Taschengeld zum Beispiel.
U wie unentgeltlich:
Umsonst gibts nix mehr? Doch: Kaffeesatz als Blumendünger bei Starbucks. Bei überzeugend zur Schau getragener Infantilität: ein Würstchen an der Fleischtheke. Und hier im Heft alles, was das Testlabor zu bieten hat!
V wie Vertrauen:
Ist, wenn Omas im Supermarkt der Kassiererin das Portemonnaie hinhalten und sie auffordern, „sich das Richtige rauszusuchen“.
W wie „Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär“:
Tröstet euch, falls ihr zu den Wenn-ern zählt: Nur 0,9 Prozent aller Haushalte weltweit gehören zur Reichenliga. Trotz Finanzkrise tummeln sich die meisten
in den USA. 5,2 Millionen Haushalte haben dort mehr als eine Million Dollar.
X wie x-beliebig:
Sogenannte Tagelöhner sind in Deutschland leider kein Auszug aus Geschichtsbüchern. Auch heute noch gibt es Menschen, die sich unterbezahlt und ohne Vertrag als Umzugshelfer, Lagerarbeiter oder Bauaushilfe durchschlagen. Morgens treffen sich die Tagelöhner an einem Sammelpunkt in ihrer Stadt und hoffen, irgendeinen Job für den Tag zu ergattern, der etwas Geld abwirft.
Y wie Yuppie:
Akronym für „young urban professional.“ Oftmals Synonym für Karriere um jeden Preis, materielle Unbeschwertheit und daraus resultierende Überheblichkeit.
Z wie Zwo, Eins, Risiko:
Banker... waren das nicht diese raffzähnigen, Risiko liebenden Egozentriker, die das Geld ihrer unbedarften, gutgläubigen Kunden verprassen? Nein, waren sie nicht. Genauer gesagt: Das Gesetz über das Kreditwesen regelt, dass sie es gar nicht sein können. Denn dort ist festgehalten, dass Banker ihren Kunden keine riskanten Wertpapiere und Kredite empfehlen dürfen.
Vorschaubild: jugendfotos.de/PussyWagon
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