Die Zeitreise der Liebe

 
03.10.2011 - 16:17
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"Meine erste Liebe traf ich damals in der Tanzschule." Spiesser.de Autorin Schneewibchen sprach mit verschiedenen Menschen über ihre erste Liebe. Ein Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.„Es war Herrenwahl“ Werner M. schmunzelt, als er das Bild einer Tanzschule in den fünfziger Jahren betrachet. Er erinnert sich an seine erste Liebe. Die traf er damals in der Tanzschule. „Der Junge, der am schnellsten war, hat auch die schönste bekommen. Ich war damals ganz schön flink. Ich drehte mein Mädchen ein und aus und sie verdrehte mir den Kopf.“

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Das Tanzen brachte Werner zu seiner ersten Liebe. (Foto: Gerd Altmann, pixelio.de)
Das Bild in der Ausstellug „Deutschlad mit 17“ im Haus der Geschichte in Bonn versetzt Werner zurück in seine Jugend. Der 62-jährige streicht über ein schwarz-weiß Foto, dass ein glückliches Paar zeigt. In seinem Kopf erwachen die Erinnerungen zum Leben. Er hängt seinen Gedanken einen kurzen Moment nach und reist dann zurück in die „Gegenwart. „Erika war nicht meine erste, aber dafür meine wahre und große Liebe.“ Seine Frau streicht ihm zärtlich über den Rücken, Werners Augen glänzen. Die beiden schlendern zusammen weiter auf em Weg durch die Zeit. In der Ausstellung findet man außerdem die Liebesbriefe von Tanja und John aus dem Jahr 1986. Sie kommt aus Westdeutschland, er aus Schottland. Die beiden lernen sich im Urlaub kennen und verlieben sich ineinander. Da kommt es auch auf die Entfernung nicht an. Über fünf lange Jahre führen sie eine Fernbeziehug, schreiben sich ellenlange Briefe, schicken sich Musikkasetten und Fotos. Es hält. „Das finde ich bemerkenswert“, gibt die 20 Jährige Kathrin zu, als sie die vergilbten Briefe in die Hand nimmt. Auch sie geht aufmerksam durch die Ausstellung und nimmt Dinge wahr, über die sie sich sonst keine Gedanken gemacht hätte. „Damals waren Fernbeziehungen bestimmt noch viel schwerer, es gab ja gar kein Facebook.“ Eine Welt ohne Social Networks oder Emails? Für die junge Studentin unvorstellbar. Die Kölnerin findet sich in den rot gestrichenen Räumen der Ausstellung schnell selbst wieder. In eine Wand ist Make-up aus verschiedenen Zeiten eingelassen. „Mit diesem Mädchenkram habe ich ungefähr mit 14 Jahren angefangen. Haben ja alle gemacht, also war ich auch dabei.“, erzählt sie. Auch Bravo-Hefte aus den vergangenen 50 Jahren findet man unter den Ausstellungsstücken. Margaret K. wendet sich um Beispiel im Jahr 1975 vertrauensvoll an Dr. Sommer. „Liebe Frau Doktor, mein Freund zeigt seine Gefühle nur dann, wenn wir alleine sind.“, klagt sie. Kathrin lacht leise. Das kennt sie. Die Probleme der Liebe bleiben wohl über Generationen hinweg erhalten. Kathrins Blick fällt auf einen alten Flummiautomaten aus den 90ern. Ein blonder Junge, vielleicht vier Jahre alt, dreht interessiert an den kleinen Rädchen. So etwas hat er noch nie gesehen. Sein Vater schmeißt 10 Cent in den roten Blechauomaten und schon spuckt der Automat einen blau-glitzernden Flummi aus.
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Ein alter Flummiautomat fasziniert den kleinen Junge. (Foto:Torsten Bodgenand, pixelio.de)
Fasziniert sieht der Junge zu, wie der kleine Ball bis an die Decke hüpft. Sein Vater sieht Kathrin nachdenklich an. „Was mein Sohn wohl erleben wird, wenn er 17 ist?“, fragt er in den Raum hinein. Kathrin zuckt nur mit den Schultern. Denn wer weiß schon, wie 17-Jährige in der Zukunft leben und lieben werden.

@Herzscheiße

Kommentare

Bild von JelenaHan

Süß ;)

Schöner Arikel!

Allerdings finde ich die Übergänge ein wenig holprig.

Offline
Beigetreten: 17.08.2009
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