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George Clooney´s Spendenmarathon

Von:
 
26.01.2010 - 20:17
Facebook:

Es war ein bewegender Abend, mit vielen emotionalen Auftritten der berühmtesten Stars der Branche. Gedämmtes Licht, dunkler Hintergrund und nur wenige leuchtende Banner, auf die Bilder von Haitianern projiziert wurden, sorgten für eine ruhige, aber auch melancholische Stimmung.
Insgesamt zwei Stunden dauerte die Liveübertragung des Spendenmarathons, der von George Clooney in gleich zwei Städten, Los Angeles und New York, veranstaltet wurde. Über einhundert hochkarätige Prominente waren vertreten: Robin Williams, Julia Roberts, Reece Witherspoon, Matt Damon, Morgan Freeman, Leonardo DiCaprio, Stephen Spielberg, Brad Pitt, Tom Hanks … um nur einige wenige zu nennen. Jeder von ihnen saß nicht nur zwei Stunden lang am Telefon und nahm Anrufe und Spenden entgegen, sondern auch fast jeder sagte ein paar Worte, berichtete über Schicksale und rief zu weiteren Spenden auf.

BEWEGENDE SONGS, WAHRE GEFÜHLE UND ÜBERZOGENE STIMMUNGSHEBER

Neben den Schauspielern gab es Liveauftritte von Sängern und Sängerinnen: Taylor Swift, Madonna, Bruce Springsteen, Sting, Justin Timberlake mit James Morrison und noch viele mehr.
Meist waren diese Auftritte, ähnlich wie die Show, sehr klein und still gehalten. Viele Balladen wurden gespielt, die meisten Interpreten trugen schwarze oder zumindest dunkle Kleidung. Einzig Taylor Swift lockerte zumindest das optische Bild durch ein hübsches, weißes Babydoll-Kleid etwas auf.

Besonders bewegend war der Auftritt von Shakira, die mit ihrer kraftvollen und einzigartigen Stimme eine Mischung aus sanften Rock und tiefer Emotionen präsentierte.
Einen großartigen Auftritt lieferte auch Christina Aguilera ab, die, ebenfalls mit einer langsamen Ballade für Gänsehautfeeling sorgte und durch Stimme und echte Gefühle überzeugte.
Etwas enttäuschender fiel dagegen der Auftritt von Jay-Z mit Rihanna und U2-Sänger Bono aus. Rihanna und Bono konnten aufgrund mangelnder Stimme und fehlender Bühnenpräsenz nicht wirklich überzeugen konnten, während Jay-Z auf und ab lief, als hätte er Hummeln im Hintern. Zusätzlich trug die sonst so stilbewusste Sängerin ein eher unpassendes, sehr knappes Outfit.
Und auch der Auftritt der Pop-Queen Madonna war wenig überzeugend. Sie trat mit ihrem Song „Like a prayer“ und einem großen Chor auf. Eigentlich ein passender Song, doch Madonna machte prompt eine große Bühnenshow mit lautem Gesang und einstimmigen Klatschen daraus, der Grund, weshalb man ihr ihr Mitgefühl nicht völlig abnehmen konnte.
Neben den vielen traurigen Balladen gab es auch ein paar stimmungsvollere Songs, die die Stimmung etwas auflockern sollten.

PURE REALITÄT

Zwischen den einzelnen Auftritten wurden regelmäßig Videos eingespielt, in denen unter anderem der CNN Reporter Anderson Cooper von der Lage vor Ort berichtete. Unter anderem filmte er hautnah, wie die 15-Jährige Bee aus einem eingestürzten Haus gerettet wurde, nachdem sie tagelang unter den Trümmern verschüttet war.

Besonders nah gingen Schicksale, die live in der Sendung berichtet wurden, wie zum Beispiel Videos der ersten sechs Tage nach dem Erdbeben, die Bergungen von Überlebenden und vielen Toten, Schicksale der vielen, zum Teil ganz verwaisten Kinder und auch der Bericht eines Mannes live im Studio des Spendenmarathons, der mit fünfzehn Jahren nach Amerika kam und tagelang nichts von seiner Familie hörte, bis endlich die Nachricht kam, dass es ihnen gut ging. Noch während er sprach, kämpfte er mit den Tränen. Auch das Schicksal der geretteten Fünfzehnjährigen Bee bereitete Gänsehaut. Insgesamt zehn Familienmitglieder verlor sie durch das Erdbeben und ließ sich dennoch tapfer von Anderson Cooper interviewen und teilweise etwas zur Schau stellen.

KRITIKPUNKT

Und damit komme ich auch zu dem Kritikpunkt des Ganzen. Das Interesse der Medien ist vollkommen verständlich, natürlich möchten die Menschen über die Lage informiert werden, doch sollten meiner Meinung nach, die Medien teilweise etwas taktvoller mit der Situation und der entsprechenden Mentalität der Menschen in Haiti umgehen. Interviews mit Bee zu führen, wenige Sekunden nach ihrer Rettung, war wenig taktvoll und vermittelte beizeiten den Eindruck, dass vieles einfach hingenommen wurde und der Medienrummel im Vordergrund stand.

DOCH AUCH DIESER ABEND GING VORBEI ...

Den Abend beendete als letzter Interpret Wyclef Jean, der selber auf Haiti als Retter geholfen hatte und seinen Song den Menschen dort widmete. Repräsentativ trug er die Flagge des Landes um den Hals gebunden.
Inzwischen wurden bereits 60 Millionen US-Dollar allein durch Spenden gesammelt und es werden noch immer mehr. Die Menschen bedeuten damit: Wir leiden mit, wir wollen helfen. Und Hilfe ist das, was Haiti braucht.