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Ruhr 2010: Ein Kindermenü, bitte
Das Ruhrgebiet möchte eine junge Kulturhauptstadt sein. Rund 60 der insgesamt 300 Projekte richten sich an Kinder und Jugendliche. Hier eine Auswahl.
Ruhrpott-Impressionen
Tina war für SPIESSER.de im Ruhrgebiet unterwegs und hat sich angeschaut, was dort im Kulturhauptstadt-Jahr so los ist. Hier sind die Bilder dazu.
Mai bis August – concrete playground, Essen, Bochum, Dortmund
Lange war kein zeitgenössischer Künstler mehr so in der breiten Masse berühmt wie der britische Streetart-Künstler Banksy mit seinen frechen Ratten und knutschenden Polizisten. Concrete playground widmet sich diesem Trend der Kunst mit Ausstellungen, Workshops oder Diskussionen in drei Städten. Dass eine ganze Kultur dahinter steht, zeigen Events mit jungen Modemachern, DJs oder Breakdance-Künstlern.
8./9. Mai – Ruhrcross, Witten
Stadtrundfahrten sind langweilig. Zumindest im Bus. Am Wochenende des 9. Mai könnt ihr die Bergbaugeschichte rund um Witten auf drei verschiedenen Strecken erradeln.
1. bis 31. Juli – The Flying Grass Carpet, Essen
Meine Oma hat einen Perserteppich. Essen auch. Der ist allerdings aus buntem Gras und kann fliegen. Dieses Jahr fliegt der aus bunten Grasstücken zusammensetzbare Teppich zu den Kulturhauptstädten Pécs in Ungarn, Essen und Istanbul. Einmal gelandet, ist er zwischen 18 mal 22 und 25 mal 36 Metern groß und lädt ein zum Rumsitzen, Sonne anbeten oder Fußball spielen.
3./4. Juli – Nacht der Jugendkultur, gesamtes Ruhrgebiet
Jugendlich schlagen sich gern die Nacht um die Ohren – nicht immer zur Freude der Erwachsenen. Zur Nacht der Jugendkultur werdet ihr sogar dazu aufgefordert. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli werden Museen, Industrieanlagen oder Bibliotheken geöffnet für Partys, Theater, Poetry Slam und mehr.
24. Juli – Loveparade, Duisburg
Vor 20 Jahren fuhr DJ Dr. Motte mit einem VW-Bus und 150 Leuten über den Ku’Damm in Berlin und demonstrierte für „Frieden, Freude, Eierkuchen“. Die Anzahl der Liebesbedürftigen wuchs in den Folgejahren in die Millionen, Dr. Motte wurde es zu kommerziell und außerdem ging das alljährliche Berliner Party-Großereignis nicht mehr als Demonstration durch. Seit 2008 findet sie nun im Ruhrgebiet statt. Und so schlagen Duisburgs Herzen diesen Juli mit 150 Beats pro Minute für jeden, der sich in Menschenmassen, Neonkostümen und Techno zertanzen mag.
16. bis 19. September – SEE YOU, Dortmund
Jugendliche sollen sich einmischen. Egal wie. Das Festival SEE YOU gleicht einem Ideenmarkt der Jugendkultur. Bis zum 30. April kann sich jeder mit seinem Projekt bewerben, um sich zwischen den 1.000 erwarteten Jugendlichen auf dem Festival zu präsentieren. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt, seien es Tanz, Lesungen oder auch Filmprojekte. Die Preise, wie der Jugendkulturpreis, im Gesamtwert von 20 000 Euro werden ebenso spartenübergreifend verliehen.
24. bis 26. September – start-ab.com
Carsten Wrede war einmal Herbert Grönemeyer. Der junge Musikproduzent ist einer der Macher des Internet-Remix-Wettbewerbes start-ab.com und hört sich in Entscheidungstagen schon mal 500 Remixe eines Liedes an. „Danach denkt man, man habe die Lieder selbst geschrieben“, meint er. Im Jahrestakt können die Teilnehmer 48 Stunden lang ein Lied wie 2002 „Ich und Elaine“ von 2raumwohnung in all seinen Einzelteilen – Basslinie, Gesangsspur und so weiter – runterladen und eine neue Version daraus machen. Die besten werden dann von einer Jury aus Radioredakteuren, Plattenchefs oder Bookern prämiert. Dieses Jahr schenkte ihnen die israelische Künstlerin Efrat Darky aus Essens Partnerstadt Tel Aviv eines ihrer Lieder.

Weitere Info’s zu den Veranstaltungen gibt es auch im Netz unter: www.ruhr2010.de
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