Ein kleiner großer Schritt in die Welt
Claudia geht nach Südafrika. Was sie da macht, wie lange sie bleibt und warum es sie gerade dorthin verschlägt, könnt ihr hier lesen.
Darf ich vorstellen? Ich bin Claudi, 19 Jahre alt, und wenn ich groß bin, werde ich Piratin. Davor steht mir aber das vermutlich spannendste, lehrreichste und beeindruckendste Jahr meines bisherigen Lebens bevor: Ein Jahr als Freiwillige an einer Behindertenschule in einer ländlichen Stadt namens Harding in Südafrika. An der Harding Special School. Warum ich dort einen freiwilligen Auslandsdienst machen möchte? Da gibt es sehr viele Gründe.

Und, wie ist die Welt so?
Aber der Gedanke, der mir immer wieder kommt, ist folgender: Manchmal stelle ich mir vor, irgendwann sei ich tot und irgendjemand würde mich dann fragen: "Und, wie ist es so auf der Welt?" Ich könnte lediglich antworten: "Nun ja, ich bin in einem kleinen Dorf in Deutschland zur Schule gegangen, habe in Deutschland studiert, habe in Deutschland gearbeitet und in den Sommerferien war ich sogar mal in Kroatien – als Tourist. Ich habe mich über einiges geärgert, vieles war aber auch sehr schön. Rundum hatte ich ein sehr lebenswertes Leben." Die Frage, wie es denn auf der Welt sei, kann ich damit aber nicht beantworten. Das kann ich nach einem Jahr in Südafrika auch noch lange nicht, aber jedenfalls besser als ohne dieses Jahr. Um zu wissen, wie es auf der Welt ist, muss ich den Preis für unseren Glanz und Glamour kennen lernen. Um zu wissen, wie es auf der Welt ist, muss ich andere Kulturen und Wertschätzungen als die westlichen erleben.
Vorherige Artikel von Claudia und anderen Weltenbummlern, wie zum Beispiel Kristin in Norwegen, Katharina in Mexiko und Lina in Brasilien, findet ihr unter der Serie Auslandsblogs.
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Um zu wissen, wie es auf der Welt ist, muss ich rausgehen in diese Welt - und wenn ich nicht die ganze Welt kennen lernen kann, dann eben wenigstens Südafrika. Keine Frage: In Deutschland gibt es auch Elend. Viel zu viel, wenn man genau hinschaut. Hier ist es genauso wichtig zu helfen. Und hier kann man mit Sicherheit auch viel von den Menschen und über das Leben lernen. Aber eben nicht über die Welt. Dass ich Helfen mit einem kleinen – für mich dennoch sehr großen – Schritt in die Welt verbinden kann, macht mich sehr glücklich. Ich werde in diesem Jahr leider nicht diese so verdammt ungerechte Welt ändern können. Ich, als Abiturientin, der sich selbst gerade erst die große Tür zur Welt öffnet, werde bestimmt auch keine Entwicklungshilfe oder sonst etwas Großartiges leisten können – es sei denn, der Versuch, behinderten Kindern mit miesen Geschichten und Hintergründen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, zählt als großartig.
Nicht nur reden, machen!
Mahatma Ghandi sagte einmal: "Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt." Ich will nicht immer nur reden, wie scheiße doch alles ist und dabei vor dem Fernseher einen BigMac in mich hineinstopfen. Auch wenn ich in dem Jahr nicht die Welt in das Paradies verwandeln kann, so kann ich doch einige Erfahrungen sammeln, die mich mein Leben lang prägen werden – und Euch vielleicht auch, wenn ihr Lust habt: Sehr gerne könnt ihr meinen Onlineblog lesen und mich mit Fragen löchern.
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