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Glück gehabt?
Das „Schulfach Glück“: Lebenskompetenz, Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung fördern und diese auch im Schulalltag realisieren, dass erhofften sich Experten vom neuen Schulfach.
An der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg wurde 2007 das Schulfach Glück als Pilotprojekt gestartet. Ernst Fritz-Schubert begründete mit einem Team das Fach, um das Klima an der Schule zu verbessern. Schlimmer als Schule ist nur noch der Zahnarztbesuch, Aussagen dieser Art bewegten Ernst Fritz-Schubert zur Einführung des Schulfaches Glück.
Seit der Umsetzung sind viele Schulen in Deutschland und Österreich gefolgt und haben ebenfalls das Fach Glück eingeführt. Weiterhin gibt es Anfragen von Schulleiter/innen, die das Fach auch an ihrer Schule einführen möchten. „Wir müssen unsere Jugendlichen in dem Sinne für das Leben vorbereiten, in dem wir ihnen Chancen einräumen, sich aktiv und sinnvoll zu betätigen“, so Fritz-Schubert. Das Ziel ist nicht ständige Hochstimmung, sondern widerstandsfähig gegen Krisen zu werden.

Verschiedene Universitäten untersuchen den Einfluss des Schulfaches Glück auf das subjektive Wohlbefinden von Schülern. Erste Ergebnisse, erforscht von Alex Bertrams, Juniorprofessor für Pädagogische Psychologie an der Universität Mannheim, belegen eine positive Wirkung. Er sagt, er merke vielen seiner Glücks-Schüler an, dass sie aufrechter durch die Welt gehen, fröhlicher und selbstbewusster sind.“
Viele Schulen leiden unter hohem Erwartungsdruck, kämpfen gegen Lustlosigkeit und Schulangst. Die Lehrer sind überlastet und gesundheitlich gefährdet. Regionale Wirtschaftsvertreter bemängeln die fehlende Ausbildungsreife.
Der Unterricht zum Glück baut auf das Prinzip der Selbsterfahrung und ist mit erlebnisorientierten Projekten gestaltet. Durch Konzentrations- und Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele, Sport oder Musik bekommen die Schüler Selbstvertrauen. Sie übernehmen Verantwortung und üben sich in kollektivem Verhalten. Die Schüler/innen sprechen über Lebensziele, spüren ihre Stärken und Schwächen, erkennen Emotionen als wirkliche Ressourcen und erhalten Anerkennung. „Durch den Kurs bin ich insgesamt aufmerksamer geworden. Ich fühle mich wacher und lebe intensiver, weil ich mehr reflektiere“, so eine Schülerin. Die Schüler lernen in dem neu geschaffenen Fach, wie ihr eigenes Verhalten auf ihre Gefühle wirkt.

Die Schule soll ein Ort sein, der gerne besucht wird und die Schüler zu einem gelingenden Leben verhilft. Und die Welt am Sonntag schreibt begeistert: „Ernst Fritz- Schubert hat als Lehrer das Experiment gewagt, Hauptschülern beizubringen, wie man glücklich wird. Sein Unterricht macht inzwischen Schule.“ (10.08.2008)
Für Interessierte:
Zum Schulfach gibt es auch ein Buch, das beim Herder-Verlag bestellt werden kann. Im Buch wird das neue Fach von der Idee bis zur Unterrichtspraxis und den Ergebnissen nach dem ersten Unterrichtsjahr dargelegt.
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