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Sarah Kuttner liest "Mängelexemplar"

Von: Anne W
 
19.09.2009 - 08:07

Sarah Kuttner hat gestern einen Ausflug nach Dresden gemacht. Im Gepäck ihr Debütroman „Mängelexemplar“. Daraus hat sie vorgelesen und den SPIESSER.de-Autorinnen Anne und Sandra erzählt, wie gern sie einen lila Luftballon gehabt hätte.

 

sarah.jpg
Foto: Florian Kollmer

„Ich bin froh das ihr da seid, obwohl jetzt Popstar läuft“, scherzt Sarah Kuttner. Die Bühne erklimmt sie lässig wie einen kleinen Hügel. Sie kramt in ihrer Tasche und bemerkt - „Ich soll heute hier ein Buch vorstellen.“ Der Saal ist dicht besetzt mit Leuten zwischen zwanzig und dreißig Jahren, die jeden Gag aufsaugen und sich im Netz der Grinse-Dame verfangen.

Ihr wollt selbst lesen? Dann gewinnt Mängelexemplare. Hier geht's zum Gewinnspiel...

Wir strecken unsere Köpfe näher an die Bühne – unser Ziel: ganz nah bei Kuttner sein. Und in dem aufgeheizten Saal wird spürbar: Das will Sarah auch. In anderthalb Stunden durchweicht sie unser Herz, kehrt den seelischen Dreck unter den Teppich und plötzlich erstrahlt unser Tag wie ein Poesie-Eintrag.

Aber nicht immer verfliegen Traurigkeit, Pessimismus oder gar Depressionen wie schlechte Träume. Das zeigt auch Kuttner`s Debütroman „Mängelexemplar“. Im gelobten Buch steht die Hauptperson Karo vor der klaffenden, schwarzen Spalte ihres Lebens: ungeliebter pessimistischer Freund, Verlust der Arbeit, Misshandlung durch den Onkel in der Kindheit und jetzt eine aufwühlende Therapie bei einer Psychologin. Das klingt nach einem ernsten, schwer verdaulichen Thema, aber in Selbstironie verpackt und entsendet aus Kuttners Mund rutscht jede Phrase wie Butter in die Magengrube. „Wegen einer Mücke werde ich zum Elefanten“, liest Sarah und schnell wird klar: Sarah ist Karo und Karo ist Sarah. Frau Kuttner bestätigt den Eindruck: “ Ich war einfach zu faul oder nicht schlau genug mir eine neue Person zurecht zu meistern.“

Trotzdem ist Mängelexemplar kein autobiographisches Werk, betont sie. „Ich werde mich nicht mit dem Ladyshave in die Badewanne setzen“, liest Sarah vor. Und das kann keiner von den "süßen Sachsen", wie sie uns liebevoll nennt, wollen.

Sie beschert uns einen gewitzten Abend zum Thema Depressionen. Im Gegenzug lachen wir an den richtigen Stellen, machen keinen Krawall und klatschen euphorisch. „Wenn ihr Unterwäsche schmeißen wollt, why not?“

 

  

Was macht dich depressiv?

Nach der Veranstaltung  befragten wir junge aufstrebende Menschen zu ihren Ängsten, Panikattacken und Antidepressiva. Hier geht`s zur Bildergalerie.

Kommentare

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Schön ...

... das man einen kleinen Einblick in den Abend erhält.
Ich wäre gern da gewesen, konnte aber nicht.

Aber eines wird mir nicht ganz klar: habt ihr sie wirklich interviewt oder einfach nur den Abend nacherzählt? Die Einladung klingt nach nem persönlichen Gespräch. Doch der Text nach nem Bericht.

Unklar ...

Trotzdem kommt ein klein wenig von Sarahs Art rüber ... schöne Sache.

Bild von Anne W

Die Kuttner show...

Die Antwort auf das, was dir unklar blieb:
Frau Kuttner hatte leider nicht persönlich Zeit für ein Interview. Aber wir nutzen die Möglichkeit im gefüllten Saal nach der Lesung ein, zwei Fragen zu stellen.
Sie war uns allen nah.