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Nix verpassen
Schulspeisung: Her mit der Ess-Klasse!
Lecker und gesund soll das Mittagessen in der Schule sein. Soll. :-( Leichter gesagt, als gekocht. Lehrer haben keinen Plan, Politiker kein Geld und in der Schule fehlt oft der Platz. SPIESSER-Autorin Tatjana hat es satt, mit Ausreden abgespeist zu werden.
Eine Drei. Das ist die Note, die deutsche Schüler ihrem Schulessen geben. Die Studie „So is(s)t Schule“ lässt Schüler regelmäßig ihre Mensen bewerten. Dieses Jahr haben sie die Durchschnittsnote 2,9 vergeben. Das Bittere daran: Vor fünf Jahren bekam das Schulessen noch eine 2,3. Statt besser ist es also scheinbar schlechter geworden. Und das, obwohl das Thema immer dringlicher wird.
An ihrer eigenen Berufsschule in Heilbronn gibt es kein Mittagessen. Für ihre Recherche hat Tatjana sich also an anderen Schulen umgesehen.
Es gibt 12.000 Ganztagsschulen in Deutschland – Tendenz steigend. Wir verbringen also immer mehr Zeit in der Schule. Und mit leerem Magen kann man sich schlecht konzentrieren. Die Alternative zur Schulmensa – Mittagessen am Snack-Automaten oder um die Ecke bei McDonald‘s – ist ungesund, und bekanntermaßen gibt es in Deutschland sowieso zu viele dicke Jugendliche. Nämlich 15 Prozent.
Was wäre also naheliegender, als mit der gesunden Ernährung an den Schulen anzufangen?
Theoretisch hat das auch die Bundesregierung erkannt. Sie ließ von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2007 bundesweite Qualitätsstandards für die Schulverpflegung erarbeiten. Das 41 Seiten lange Dokument finde ich im Internet. Mal sehen: täglich Obst und Gemüse, verschiedene Fleischsorten, frische Kräuter – das klingt alles erst mal ziemlich gut. Und ziemlich unrealistisch. Der Grund dafür ist: Die Qualitätsstandards sind „soll“-Vorschriften. Die Schulen müssen sie nicht einhalten. Ein Anruf bei der DGE liefert die Erklärung, warum das so ist: Schuld ist Paragraph 2 im Grundgesetz, das „Recht auf freie Entfaltung“. In diesem Fall die freie Entfaltung der Schulen. Aha. Ob so ein Lehrplan nicht auch die freie Entfaltung der Schulen einschränkt?
Und was ist mit der Qualität? Tatjana fragt, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner antwortet - auf der nächsten Seite.
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