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Nix verpassen
I know a place where the grass is really greener !
Seit 2.5 Monaten lebe ich nun im Norden Kaliforniens, 40 Minuten von San Francisco entfernt - Erst einmal habe ich hier einen Regenschauer erlebt. Wie lange dauerte er an? Ganze 5 Minuten troepfelte es gemächlich vom Himmel herab.
Und das Gras ist trotzdem gruener! Viele viele Wasserspraenkler machen das Wunder moeglich- Ich will gar nicht wissen, wie viel Wasser taeglich verbraucht wird, um all die Parks und Vorgaerten so saftig gruen aussehen zu lassen...
Ich muss zugeben, die taegliche Sonne war ein Grund, mich dazu zu entscheiden, ein Jahr in den Sunshine State zu ziehen. Viel wichtiger war mir jedoch eine nette Familie, die mich als Familienmitglied fuer ein Jahr aufnimmt und die tolle Kinder hat, die ich betreuen kann. Aus den Kindern wurde es im Endeffekt nichts, aber ich kann mich doch recht gluecklich schaetzen, auf einen 11-jaehrigen Jungen aufpassen zu duerfen; wobei es da wirklich nicht viel aufzupassen gibt. Aber eine bessere Familie haette ich mir nicht wuenschen koennen - Ich werde nicht (wie manch andere AuPairs) als Arbeiterin oder gar Putzfrau angesehen, sonders als grosse Schwester und Tochter angesehen - Ein schoenes Gefuehl, neben meiner Familie in Deutschland noch eine 2. Familie haben zu koennen.
Was will man also mehr ? Viel Freizeit habe ich besonders dadurch, dass der Junge bis nachmittags zur Schule geht, es gibt hier viele andere, supernette AuPairs in der Gegend und am Wochenende stehen Fahrradtouren durch eine fuer mich schoensten Staedte der Welt - San Francisco- an , der Strand von Santa Cruz liegt auch nicht allzu weit entfernt und wenn man doch nicht so weit fahren moechte, trifft mal halt Freunde in der Naehe und veranstaltet einen gemuetlichen Koch-Whirlpool-DVD-Abend - Ich frage noch einmal, was will man mehr ?!?
Selbst Heimweh kommt bei mir noch nicht auf - Dafuer bleibt ja auch gar keine Zeit bei all den Unternehmungen.
Das einzige, was mir momentan nicht so gut gefaellt, sind ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen. Nun gut - selbst schuld. Aber ich kann den Brownies , die mich taeglich angrinsen, nicht widerstehen, auch die Chocolate-chips-braunen Augen der Cookies schauen mich mehr als einmal am Tag verfuehrerisch an. Von den vielen anderen Chocolate-Bars, Chips und Fastfood-Leckereien wollen wir gar nicht erst sprechen.
Was macht man also gegen die Fettroellchen ? Ich sage zwar immer "Gewalt ist auch keine Loesung", aber in diesem Fall hilft nur ein erbitterter Kampf , in dem ich hoffentlich als Sieger hervor gehen werde.
Kickboxen ist also angesagt - Bringt Spass und scheint wirklich viele Kalorien (Die fiesen, kleinen Viecher, die nachts die Klamotten enger naehen) zu verbrennen.
Aber das ist ja nun echt eine kleine Sorge am Rande. Ich bin einfach nur froh, die Chance ergriffen zu haben, und kann es nur jedem weiterempfehlen - Ein Auslandsjahr bringt viele neue Erfahrungen mit sich , mir vor Allem gibt es Zeit, ueber meine Zukunft nachzudenken und mich selbst eventuell auch ein bisschen besser kennenzulernen - Was will ich wirklich?
Natuerlich kann nicht jeder so eine traumhafte Familie finden, wie ich sie gefunden habe (Ich koennte hier ganz andere Geschichten erzaehlen...) , aber an Erfahrungen reicher sind alle AuPairs geworden. Ein besonderer Bonus ist die Verbesserung in der englischen Sprache - Ich hoffe nur, ich verliere mein Deutsch nicht ganz und gar nach einem Jahr.. Inzwischen rutschen einem schonmal Saetze wie "Ich bin gut" raus, wenn man ein Essensangebot ablehnt ("Do you want some more?" " No thanks, I'm good" ), selbst ein paar Vokabeln verschwinden im Gehirn und man braucht eine Weile, sich in der Unordnung im Kopf zurechtzufinden.
In diesem Sinne : Ich sehe dich spaeter, Krokodil !
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