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Socialvernetzwerkungsdings
Nix verpassen
Karrierechancen vertan... selbst Schuld?
8 Uhr. Wie jeden Tag steht Jan (18) routiniert aus dem Bett. Schlurfend geht er zur Zimmertür, durch den Flur zum Wohnzimmer, öffnet die Tür, und alles, was bleibt ist ein leerer, stiller Raum. Verlassen wurde es schon vor einiger Zeit. Er dreht um, schaut in die Küche. Benutztes Geschirr steht noch auf dem Tisch, jemand war wohl in Eile, rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen. Doch nichts und niemand hetzt Jan. Denn Jan hat keine Arbeit, die ihn antreibt. Doch die Frage ist, warum hat er sie nicht? Weder ist er faul, noch ist er desinteressiert. Dennoch ist der Briefkasten und das Email-Fach jäh gesät mit Absagen. Vertröstet wird er jedes mal, mal mehr, mal weniger direkt. Er ist verbittert; seitdem er von der Schule abging war es so gewesen. Es könnte anders sein. Aber er konnte nicht mehr, wollte nicht mehr. Der Grund Warum das Beispiel? Ich finde, es veranschaulicht die Situation, in der sich viele der rund 20% der Jugendlichen wiederfinden. Denn hinter diesen 20% verbergen sich die jungen Arbeitslosen der 27 Eu-Staaten. Auch in Deutschland geht es rund 1,4 Millionen der neuen Generation so. Ein Schicksal wie Jan, 1,4 Millionen mal in Deutschland. Denn 3,3% aller Erwerbsfähigen Personen sind arbeitslose Jugendliche unter 20. So zumindest sagt es das statistische Bundesamt. Aber... ...was hat das alles mit dem gewählten Thema zu tun? Es ist nur eine Veranschaulichung dessen, was für eine Größe das Problem angenommen hat. Wie aber werden jene ausgesucht die Arbeit erhalten, und jene, die, wie Jan, ohne Erwerbstätigkeit ausharren müssen? Es beginnt schon vor der Grundschule, viele erinnern sich nicht daran, doch alle Kinder im Grundschulalter müssen vor der Einschulung einen Eignungstest absolvieren. Leistungsprüfung beginnt also schon spätestens im Alter von 6-7 Jahren. Je nachdem, wie das Kind "bewertet" wird, ist die Karrierelaufbahn schon stark eingeschränkt, allerdings betrifft das meist dann nicht nur die schulischen Aktivitäten. Deshalb ist dieser Punkt zu vernachlässigen. Grundschule.. yay? Jedes Halbjahr wird nun den Eltern in Form eines Zeugnisses Bericht erstattet, ob ihr Kind ein Leistungsträger ist/sein kann oder eben nicht. In vier Jahren wird also untersucht und beratschlagt, ob das Kind gute oder schlechte Zukunftsvisionen haben kann oder nicht, bzw. ob es 2-4 Jahre länger aufbringen muss, um einen nichtmal ganz dem Abi gleichwertigen Abschluss zu erlangen. Hier werden also schon die ersten Steine, oder besser gesagt Felsen, in die Laufbahn eines heranwachsendem Individuums geworfen. Ob die Person das Gymnasium, die Realschule oder die Hauptschule besuchen sollte, wird in einer Konferenz besprochen. In Jans Fall brachte seine Schule einen einzigen Abend dafür auf, über die Zukunft von 24 Schülern zu diskutieren. Selbst wenn sie den ganzen Tag genutzt hätten, wäre höchstens eine Stunde pro Schüler aufgebracht worden. Ekel vor der Wahrheit zeigt seinen Umriss.


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