Kommt unser Strom bald aus der Wüste?
Täglich schickt die Sonne mehr Energie zu uns, als wir brauchen können. Nur: Wie können wir sie nutzen? Es gibt große Pläne. Aber auch viele Fragen. Alles rund um Solarenergie lest ihr im ersten von fünf Teilen unserer Energie-Serie.
Frank Dinter ist bei RWE Leiter des Bereiches Solarenergie und zuständig für die Projektentwicklung solarthermischer Kraftwerke.Herr Dinter, es wird gerade viel über Solarthermie gesprochen. Was ist das genau?
Es gibt zwei Technologien: Einmal die Warmwasseraufbereitung im Haushalt und zum anderen den Antrieb von Dampfkraftwerken. Für das erste montiert man Kollektoren auf Hausdächer, um Wasser zu erwärmen, zum Beispiel für die Dusche oder für die Heizung.
Und das Kraftwerk?
Beim solarthermischen Kraftwerk fangen auf großen Feldern Spiegel Sonnenstrahlen ein und bündeln sie. So wird ein Wärmeträgermedium erwärmt und Wasser verdampft. Der Dampf treibt Turbinen an. Es funktioniert genauso wie ein normales Kraftwerk, nur anstatt Kohle oder Gas wird Sonnenenergie genutzt.
Also ohne CO2-Ausstoß.
Ja. Das ist der große Vorteil von solarthermischen Kraftwerken. Außerdem kann man die Wärme speichern und erst dann in Strom umwandeln, wenn er wirklich gebraucht wird.
Gerade werden Pläne konkreter, ein riesiges Solarthermik-Kraftwerk in Nordafrika zu bauen ...
Ja. Desertec heißt das Projekt. Aber noch ist es Vision. Bis 2050 sollen 15 Prozent des europäischen Strombedarfes mit Wüstenstrom aus Nordafrika gedeckt werden, ergänzt durch ein Netzwerk mit Wind- und Solaranlagen, Wasser- und Biomassekraftwerken. Alle notwendigen Technologien sind schon vorhanden, nun macht sich eine Stiftung daran. Um das Projekt starten zu lassen, muss die Umsetzung noch vorbereitet werden. Wir sind zur Zeit dabei, Standorte in Nordafrika zu suchen und mit den afrikanischen Regierungen zu sprechen.
Wie viel wird Desertec kosten?
400 Milliarden Euro, sagen erste Schätzungen. Das Geld kann aber nicht von den 13 beteiligten Firmen allein kommen. Es sollte ein gemeinsames Projekt der europäischen Staaten sein. Die meisten haben sich ja verpflichtet, Energie zu einem bestimmten Prozentsatz CO2-frei zu
produzieren.

Sonnenenergie oder Solarenergie, das ist die von der Sonne erzeugte Energie, die mit Sonnenstrahlen zu uns auf die Erde kommt. Mit der entsprechenden Technik kann man diese Strahlen für uns im großen Stil nutzen. Wir unterscheiden dabei zwei Bereiche: In der Solarthermie geht es um die Umwandlung von Sonnenstrahlen in Wärme. Bei der Fotovoltaik geht es darum, die Strahlen mit Solarzellen direkt in Strom umzuwandeln. Für die direkte Stromgewinnung verwendet man Solarzellen, für den Umweg über die Wärmegewinnung verwendet man Sonnenspiegel und -kollektoren.Es gibt auch Kritik an Desertec: Energie-Kolonialismus und Abhängigkeit von Energie-Importen sind die Schlagworte.
Ein Großteil des Stromes soll in Nordafrika bleiben, nur ein Teil wird nach Europa exportiert. Mit dem Projekt werden vor allem auch die Regionen unterstützt. Wir sprechen mit den Regierungen, wie man für das Land und für Europa langfristige, verlässliche Lieferverträge abschließen kann.
Ein Prozent des deutschen Stromes kommt momentan aus Photovoltaik-Anlagen, also mit Solarzellen. Wie viel kann es denn noch werden?
Deutschland ist nicht gerade ein sonnenreiches Land. Wir sollten die regenerativen Energien da nutzen, wo sie am stärksten sind. In Deutschland sollten wir eher in Wind-, Biogasanlagen und Biomassekraftwerke investieren und die Sonne im Mittelmeerraum nutzen.
Woran wird denn gerade geforscht, um Solarenergie effektiver zu machen?
Zum einen versucht man, sie kostengünstiger herzustellen, zum anderen soll der Wirkungsgrad gesteigert und die Haltbarkeit unter Dauerbelastung verbessert werden.
Energie aus der Wüste: Die Karte zeigt oben Europa und unten Nordafrika. Wenn man die Fläche des Quadrats links mit Solaranlagen bedecken würde, könnte man damit die ganze Erde mit Energie beliefern. Das mittlere Kästchen zeigt die Fläche die Europa versorgen würde. Den Strombedarf Deutschlands könnte man decken, würde man die grüne Fläche rechts mit Sonnenkollektoren füllen.Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit RWE.
Teasergrafik: Ronny Pietsch
Timing
Wie immer genial. Ich habe gerade erst meine Facharbeit zu diesem Thema abgeben müssen. Aber wie Reinhard Mey schon sagte: "Es ist immer zu spät"
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fehler!
also die nette theorie (mit der fläche, die man zupflaster muss, damit man genug strom hat) hat ein gigantischen fehler.
wenn man sich den deutschen anteil anschaut, und sich dann vorstellt, alle menschen benötigen so viel energie (früher oder später wird es ja so sein), so reicht der anteil für die gesammte welt bei weitem nicht mehr aus.
ich bitte dies zu bedenken.
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Aber es ist ja shcon mal ein
Aber es ist ja shcon mal ein Anfang...
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