Kurz und knackig

 
08.06.2009 - 18:19
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Schreiben ist Handwerk und Handwerk kann man lernen. SPIESSER.de hilft. Diesmal: Interview führen.

1.Einfach mal Googeln

Bevor ihr wild mit Interviewen beginnt, solltet ihr euch über euren Interviewpartner informieren. Am besten mal googeln, wer das genau ist, warum der so wichtig ist und ob er denn genauso sexy aussieht, wie er am Telefon klingt. Nicht schlecht ist auch, wenn ihr schon ein bisschen über das Thema bescheid wisst. Worüber wollt ihr den anderen ausquetschen? Macht euch auch gleich Gedanken, welche Schwierigkeiten bei diesem Thema oder eventuell mit dem Befragten aufkommen könnten und wie ihr damit umgehen wollt.
Wichtig ist: Notiert euch vorab Fragen, damit ihr dann beim Interview nicht mehr „ähhms“ und „öhhs“ als euer Gegenüber verzapft und Wichtiges vergesst.

 


Kalender zücken...Foto: piexlio.de/tommyS

2.Terminplaner zücken

Setzt euch mit eurem Interviewpartner in Verbindung und vereinbart einen Termin. Am besten geht das telefonisch - ihr spart Zeit, seit flexibler bei der Terminfindung und vor allem: Ihr könnte euch so besser ein Bild vom Anderen machen und euch auf ihn einstellen. Überlegt euch auch vorher, wie ihr das Interview festhalten wollt: schriftlich oder lieber mit Aufnahmegerät. Aufzeichnen macht sich meist besser, denn per Stift kritzelt ihr euch nur unnötig eine Sehnenscheidenentzündung.

 

3. Auf den Weg machen

Hier gilt: pünktlich sein. Habt ihr einen Vororttermin, denkt dran, dass ihr euch oft durch unbekannte Gebäude kreuz und quer durchfragen müsst. Zu spät kommen macht einen schlechten Eindruck

Büchertipps...
Das Interview: Ein Handbuch für Journalisten (Praktischer Journalismus): Ein Handbuch für Journalisten
Einführung in den praktischen Journalismus: Mit genauer Beschreibung aller Ausbildungswege Deutschland Österreich Schweiz

und geht von eurer Interviewzeit ab. Sprecht euch auch vorher über Zeit und Treffpunkt mit dem Fotografen ab, der euch begleitet. Steckt Handy und wichtige Telefonnummern, wie die des Fotografen, der Redaktion und vor allem des Interviewpartners ein. Trotzdem nicht vergessen: Handyton aus!

 

Das Interview führen

Steigt mit einer allgemeinen Frage ein, damit euer Interviewpartner erst mal mit euch und dem Thema warm werden kann.

  • steigert euch dann hin zu den problematischen, heiklen und emotionalen Fragen
  • vermeidet ja-nein-Antworten. Stellt offene Frage, bei denen der Andere zum erzählen animiert wird (Bsp.: Nicht: „Hat Ihnen diese Sendung gefallen?“ Sondern: „Was hat Ihnen an dieser Sendung gefallen?“)
  • passt auf, dass der Interviewte nicht um eure Frage herumredet – fragt notfalls noch mal nach
  • gerade Spezialisten neigen dazu mit Fremdwörtern und Fachbegriffen um sich zu schmeißen – fragt nach und lasst euch alles genau erklären. Nicht einschüchtern lassen!
  • unterbrecht höflich, wenn jemand ohne Punkt und Komma reden („Das haben sie sehr gut erklärt. Aber könnten Sie das noch mal in 3 Sätzen zusammenfassen?“)
  • habt immer eine Uhr im Blick und verzettelt euch nicht
  • lasst euch eine Visitenkarte für eventuell noch aufkommende Fragen geben

 

Aufs Papier bringen

Bei Interviews besteht das Kniffelige darin, das Gesagte auf den Punkt zu bringen, ohne dabei die Aussage des Anderen zu verfälschen. Niemals solltet ihr dem Interviewten Meinungen

Weitere Schreibhilfen findet ihr hier...

oder Aussagen in den Mund legen oder so kürzen, dass sie sinnentstellt werden. Seid ihr euch über etwas unklar, dann lieber noch mal zum Telefon greifen und nachfragen.Dazu noch kurze, knackige Fragen formulieren und bald wird man dann euch googeln.
 

Kommentare

Bild von Holm Kräusche

Lob

nachdem ich den letzten text ja ziemlich verrissen hab, muss ich nun sagen: dieser wurde ganz großartig von der Onlineredaktion geschrieben.
Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, dass der Autor des Textes die Idee des "roten Faden" mit aufnimmt. Damit bin ich persönlich schonmal angeeckt.
Damit will ich sagen: Ein Roter Faden der sich anhand der Fragen durch das Interview zieht. Den zu finden ist nicht immer ganz leicht, meist findet der Journalist diesen aber im Anlass des Interviews.
Und für SPIESSER-Interviews sind, nach meiner Erfahrung, so genannte Spiesser-Fragen ganz nett. Also irgendwelcher Nonsens, der kaum (!) was mit dem Thema zu tun hat, aber meinetwegen die Persönlichkeit des Gefragten beschreibt.

Bild von marie

Toll

Man kann wircklich unheimlich schnell durcheinander kommen, hier ist alles noch mal kurz,kanpp und verständlcih aufgelistet. Unbedingt zu beachten!

Offline
Beigetreten: 26.04.2009
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