Ich bin (k)ein Gringo
Als Deutsche in Mexiko, als Deutsche unter Latinos: Katharina berichtet von wandelnden Raritäten und gängigen Klischees.
Von Stadtmenschen und Bleichgesichtern
Der typische Mexikaner hat schwarze Haare, braune Augen und knackig sonnenverwöhnte Haut. Ich bin da so ziemlich das Gegenteil. Doch trotz deutscher Blässe behandeln mich die Menschen hier „normal“. Und nicht wie einen Marsmenschen. Denn Guadalajaraner sind Ausländer gewohnt. Bei knapp sechs Millionen Einwohnern und touristischen Anziehungspunkten ist das ja auch kein Wunder. Die finnische Austauschschülerin muss da schon ein anderes Schicksal ertragen: „Dass ich auf der Straße von Fremden angesprochen und zu Erinnerungsfotos gezwungen werde, passiert mir oft.“
Die Außerirdische vom Planeten Finnland erntet oft verdutzte Blicke. Gut, wenn man die Mexikaner überragt, plus blauäugig und extrem hellhäutig ist, fällt man auf. Wenn dazu noch naturblonde Haare kommen, sind die Mexikaner ganz aus dem Häuschen. Und zücken ihre Fotoapparate.
Außerirdische Bedrohung auf dem Dorf
Letztes besuchte ich mit einer deutschen Freundin ein kleines Dorf. Da sah die Welt schon anders aus: Verrenkte Hälse, Getuschel und skeptische Gesichter beim Vorbeilaufen. Als wir von der Eisdiele zurückkamen, hielt sogar ein Pick-up neben uns. Der Fahrer durchbohrte uns mit seinen Blicken und fragte: „Where are you from? United States?“
Unterschiede und Vorurteile gibt es überall. Seht hier, wie Katharina und die anderen Weltenbummlern wie zum Beispiel Kristin in Norwegen, Claudia in Südafrika und Wibke in den USA damit umgehen. Die ganze Serie Auslandsblogs findet ihr hier.
Selber bloggen?
Wenn ihr auch gerade einen Auslands-aufenthalt oder eine Weltreise plant oder schon irgendwo da draußen seid, dann bloggt doch auch auf SPIESSER.de! Schreibt bei Interesse einfach eine Nachricht an Coline (Redakteurin).
Ganz klar: Man dachte, wir seien „Gringos“ – US-Amerikaner, die hier extrem unbeliebt sind. Aufklärungsarbeit im Rekordtempo und mit deutschem Akzent war angesagt! Dass wir aus „Germany“ kommen, wollten die Insassen uns erst nicht so recht glauben. Das ist schließlich so weit weg.
Über Fragefluten
Sobald die Leute erfahren, dass ich aus Deutschland komme, bricht ein Fragewasserfall über mich herein: Dann wollen die Mexikaner wissen, wo genau ich herkomme, wie das deutsche Schulsystem funktioniert und wie wir mit dem Nationalsozialismus umgehen.
Über zwei Fragen habe ich besonders geschmunzelt: Zum einen, ob es stimmt dass wir warmes Bier trinken, und zum anderen, ob ich aus der DDR oder der BRD komme. Dem netten Herrn musste ich dann erst einmal so Einiges erklären.
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Kommentare
schöner Artikel
Haha deine Erfahrung mit dem Aufklären kenne ich seeeehr gut! Damals als ich in London war, wollten viele nicht glauben dass ich in Deutschland lebe und es sogar "überlebe"... Der Fakt, das ich noch lebe, ließ die Fragenden glauben, dass es in Deutschland "lebbar" ist...
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Amerika
ich bin zur Zeit im Nordwesten Amerikas als Austauschschüler. Hier sind MExikaner auch nicht sonderlich beliebt. Irgendwie traurig.
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