Musik aus keiner Hand: Ein MINT-Instrument
Ein Instrument, das man zum Spielen nicht anfassen darf – klingt komisch, gibts aber. Was das genau ein Theremin ist, wie es funktioniert und wie man es sich selber basteln kann, erfahrt ihr hier.
Musik und MINT passen nicht zusammen, könnte man denken. Die Musiker sind die kreativen, gefühlsbetonten Freigeister. MINTler hingegen die analytischen Denker, die nur dann und wann die Nasenspitze mit der noblen Blässe der Computersonne aus dem Keller bei Mutti stecken.
Wenn jedoch kreatives Austoben auf kluge Berechnung stößt, kann dabei so etwas wundersames entstehen wie das Theremin. Hände in die Luft, über dem Wunderding rumfuchteln und schon erklingt die Mondscheinsonate. So einfach sieht es aus — ist es aber natürlich nicht, wie ihr hier am Beispiel von Stings „Fragile“ sehen könnt.
Will man bis ins kleinste Detail verstehen, wie das Theremin funktioniert, sollte man Begriffe wie Röhren- und Transistoroszillator und Schwingkreis aus dem Stehgreif erklären können, auch wenn man nachts um drei aus den Träumen gerissen wird. Ganz einfach gesagt, entstehen zwischen den beiden Antennen des Theremins Frequenzen, die sich überlagern. Dadurch, dass sich die Hand der Antenne nähert, werden die Frequenzen verändert und der Ton entsteht. Mit der einen Hand wird die Tonhöhe und mit der anderen die Lautstärke festgelegt.
Das gute Stück wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Lev Sergejewitsch Termen, der sich in Leon Theremin umbenannte, erfunden. Der Physiker bekam 1928 das Patent darauf und erfand auch noch ein Cello ohne Saiten, das Theremincello. Ein paar Erfindungen im Bereich der Abhörtechnik gehen auch auf sein Konto — aber das ist eine andere Geschichte.
Hier findet ihr noch eine Anleitung zum Selberbasteln.
Text: Coline Erdmann
Teaserbild: Arnulf Stoffel, wikipedia.org
Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der Initative „MINT – Zukunft schaffen“ erstellt.





