MI(N)T Migrationshintergrund punkten
Mit Migrationshintergrund in einen MINT-Beruf – könnte das die Leiter zum sozialen Aufstieg sein?
Letzte Woche in diesem Schwerpunkt schrieb SPIESSER.de-Autorin Bine über Kinder- und Jugendbildung bei VW Wolfsburg („Autorost ist Chemie“). Dieses Mal interessieren wir uns für die Frage, ob MINT-Berufe Menschen mit Migrationshintergrund bessere Perspektiven in Wirtschaft, Bildung und Sozialem bieten. Dafür haben wir uns die Studie „Ingenieurwissenschaften – Attraktive Studiengänge und Berufe auch für Menschen mit Migrationshintergrund“ angesehen.
Eine große Minderheit
Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund beträgt in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 18,7 Prozent. Viele von ihnen sind in den unteren Sozialschichten anzutreffen und somit eher bildungsfern, haben also vergleichsweise schlechtere Bildungschancen. Erschwerend hinzu kommen weitere Probleme, vor allem den Bildungsweg betreffend.
Von Anfang an anders
Bis heute gibt es Differenzen zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Das fängt bereits in der Vorschulbildung an. In allen Bundesländern, so auch in Schleswig-Holstein und Hamburg nehmen Kinder mit Migrationshintergrund deutlich weniger an frühkindlichen Angeboten zu Erziehung, Bildung und Betreuung teil. Daraus ergeben sich Probleme bei der Integration und Sprachbildung. Das setzt sich auch in der Schulbildung fort. Laut der PISA-Ergänzungsstudie von 2003 ist bei ausländischen Schülern die Leseleistung wesentlich anders als bei den deutschen. Außerdem ist es für deutsche Jugendliche einfacher, mittlere oder auch höhere Bildungswege zu bestreiten. Nur acht Prozent der ausländischen Jugendlichen beginnen ein Studium, so die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes. Und davon brechen viele das Studium wieder ab, da Studenten mit Migrationshintergrund noch mehr auf BaFöG und/oder eine Erwerbstätigkeit neben dem Studium angewiesen sind. Dadurch, dass diese Studenten an sich eine relativ kleine Gruppe bilden, scheint bei ihnen eine höhere Studierneigung festzustellen zu sein.
Bild: Dieter Schütz, pixelio.deMachen, nicht quatschen
Sprachwissenschaft, Lehramt, Philosophie – die Geistes- und Sozialwissenschaften erfordern notwendiger Weise eine sprachliche Sicherheit in Schrift und Wort. Es soll nicht heißen, dass jeder Jugendliche mit Migrationshintergrund unfähig ist, Deutsch zu sprechen. Jedoch fällt es einigen aus oben genannten Gründen wesentlich schwerer. Vor allem Ingenieurwissenschaften sind, wahrscheinlich aufgrund der hohen Anwendungsbezogenheit, ein beliebtes Studienfach für Studenten mit Migrationshintergrund – und das sowohl bei den Männern, als auch bei den Frauen. Ingenieurwissenschaften sind ein Aufsteigerfach. Sie sind unabhängiger vom familiären Bildungshintergrund als die Geisteswissenschaften und faszinieren aufgrund ihrer Praxisnähe und der Tatsache, dass technische Abläufe erfahrbar gemacht werden.
Was meint ihr? Eignen sich MINT-Berufe besser für Integration und sozialen Aufstieg?
Teaserbild: Rolf van Melis, pixelio.de

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der Initative „MINT-Zukunft schaffen“ erstellt.
Hm
Also ich bin selber jemand mit Migrationshintergrund , entspreche aber dem genauen Gegenteil von dem was in dem Text beschrieben wird . Ich kann sehr gut Deutsch sprechen und bin einer der besten Vorleser der Klasse.Da ich regelmäßig lese kann ich auch seeehr schnell lesen . Meine Deutschlehrerin meinte vor kurzem ich hätte die Gabe leicht frei sprechen zu können ( zb. Plakate vorstellen ohne sich einen Zettel zu machen oder vorher mehr als 2 Minuten zu lernen) . Englisch ,Politik, Geschichte,Informatik und Erdkunde sind die Fächer in denen ich gut bin . Aber was Mathe oder Mint Fächer wie Physik angeht bin ich bisher nie über eine 4 hinausgekommen , die ganze "Logik" Die andere an Mathe so toll finden erschließt sich mir nicht und erscheint mir völlig unlogisch. Und praktisch bin ich mit feinmotorischen Störungen in den Händen und schwachen Armen schonmal nicht begabt .
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