MINT-Berufe: Vögel, die im Dreieck fliegen
Wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält: Physiker wie Tim, 20, und Norman, 20, können Blitz und Donner erklären. Chemikerin Verena, 20, kann es krachen lassen. Und Informatiker An, 18, versteht, warum Vögel nicht vom Himmel fallen.
Ein Konferenzraum, Plätze mit beschriebenen Zetteln und halbvolle Wassergläser. Es ist Mittagspause im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Hier treffen sich dieses Wochenende viele Jugendliche, die alle eine Leidenschaft haben: Naturwissenschaften. Vier von ihnen haben Zeit für uns.
Stimmt das Vorurteil vom zerzausten Mathe- oder Physikstudenten, der sich in einer dunklen Kammer hinter Formeln vergräbt?
Tim Nein, mit der Physik kann ich ganz alltägliche Dinge erklären, wie zum Beispiel das Wetter.
Tim und Norman studieren Physik
Physiker kann man gewöhnlich ohne Zulassungstests in einem Bachelorstudium werden. Mitzubringen sind Neugierde für die Natur und Spaß am Lösen komplexer Aufgaben.
Norman Die Naturwissenschaften sind im 21. Jahrhundert angekommen. Wir studieren nicht nur theoretische Formeln und abstrakte Dinge.
Verena Das würde mir auch gar nicht gefallen. Ich muss auf jeden Fall was Handwerkliches machen, mit meinen Händen arbeiten. Zum Glück kann ich jederzeit in unserem Chemielabor experimentieren.
Die Vier sind sich einig: Formeln sind Mittel zum Zweck. Doch was ist der Zweck? Was durftet ihr schon erforschen?
An Ich habe schon mit künstlichen Intelligenzen gearbeitet. Ich habe mit anderen Forschern Particle-Swarm-Optimization-Modelle für Intelligenz recherchiert und dann einen Optimierungsalgorithmus entworfen.
Klingt abstrakt und kompliziert. An greift zum Stift und malt Dreiecke auf das Flipchart.
An Wir haben Vögel simuliert, also Einzelintelligenzen, die dann in Schwärmen eine neue Intelligenz entwickeln. Die Vögel haben wir als Dreiecke simuliert und diese Dreiecke hatten eine Ausrichtung, einen Kopf – jeder Vogel hat einen Kopf – und die fliegen durch einen von uns gewählten Raum, entweder 2D oder 3D.
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Wilde Linien an die Tafel zeichnend, versucht An den anderen den Algorithmus zu erklären. Und, alles verstanden? – kollektives Nicken. Nach einer Weile gibt Tim zu…
Tim Hin und wieder passiert es schon, dass ich abstrakte Dinge nicht gleich verstehe.
Sind eure Fächer schwer zu durchschauen?
Norman Nein, Naturwissenschaften sind nicht der böse schwarze Peter, den keiner verstehen kann. Sobald Leidenschaft da ist, kann es wunderschön sein.
Was An dazu denkt, lest ihr auf der nächsten Seite.
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