Mord, Tod und Schlag

 
18.05.2009 - 04:00
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Eine Bestattungsfachkraft, ein Tatortreiniger und ein Personenschützer erzählen von Jobs, die andere schaudern lassen

Der letzte Mann am Tatort

Florian, 21, ist Tatortreiniger. Er weiß, worauf es beim Blutwegwischen ankommt

 

Wir müssen schon abgebrüht sein, denn werden wir gerufen, dann liegt im Wohnzimmer eine Leiche, kriechen Maden über den Küchentisch oder auf den Badfliesen ist eine Blutlache: Ich bin einer der wenigen Tatortreiniger in Deutschland.

Aufträge zum Tatortreinigen erhalten wir im Monat fünf- bis sechsmal. Am Vormittag kommt meist der Anruf, und schon am Nachmittag bin ich mit den Kollegen vor Ort. Ständig auf Abruf – das kann stressig sein. Und manchmal ist es richtig ekelig. Vor allem, wenn wir es mit Würmern und anderem Getier zu tun haben.
Mein bisher schlimmster Auftrag war in einer Messiwohnung. Der Geruch war so unerträglich, dass ich alle halbe Stunde raus musste, um durchzuatmen. Am Tatort tragen wir weiße, luftundurchlässige Schutzanzüge – gerade im Sommer ganz schön warm und schwitzig. Aber wichtig, denn die Anzüge schützen uns vor Infektionen.   Während der Ausbildung zum Glas- und Gebäudereiniger und der Spezialisierung zum Tatortreiniger haben wir Sozialkunde und technische Mathematik, außerdem technisches Zeichnen für Skizzen von Objekten. Und natürlich Reinigungskunde, damit wir die Reinigungsmittel kennen, richtig mischen und dosieren. In der Schule gibt es einen Übungstatort. Da kam der Chef auch mal mit Schweineblut, das wir dann fachmännisch beseitigen mussten. Und gerade Blut lässt sich ja nicht so leicht entfernen.

In meinem Job kriege ich eine Menge Unangenehmes zu Gesicht. Ich versuche das so weit es geht, auszublenden. Aber Tatortreiniger sind nicht nur Männer. In unserem Team arbeiten auch zwei Frauen. Wichtig ist einzig, psychisch stabil zu sein. Denn neben den richtigen Reinigungsmitteln braucht man bei Blut, Kakerlaken und Leichen vor allem eins: starke Nerven.

Weiter geht es mit einer Bestattungsfachkraft ...

Kommentare

Bild von ErikStefansen

Wow

Das sind ja wirklich interessante Berufe. Trotzdem würd mir nicht im Traum einfallen eines davon zu erlernen. Dafür wär ich wohl nicht der richtige Mensch.

Wobei ich sagen muss...so ein Tatortreiniger könnt nen guten Mord begehen, da er ja weiß, wie man Spuren gut vernichtet.

Bild von AcerS

Interessant

Ich find es gut mal über "andere" Berufe informiert zu werden.
Ist auch nicht ganz meine Richtung, aber da ich mir noch unklar über meine Zukunft in Bezug auf meinen späteren Beruf bin, interessieren mich jegliche Berfusfelder.
Außerdem kann ich jetzt weitere Berufe ausschließen =P

Offline
Beigetreten: 25.04.2009
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