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Petra Nadolny über Elektro-Mucke, Kohlrabi und Tim Bendzko

 
11.12.2011 - 12:11
Facebook:

Man kennt sie als Nina Hagen, Elke Heidenreich, Alice Schwarzer oder Ursula von der Leyen: „Switch reloaded“ – Darstellerin PETRA NADOLNY. SPIESSER-Autorin Alea erzählt sie von ihrer Leidenschaft fürs Tanzen und warum sie gerne ein Kohlrabi wäre...

Wie bist du zu „Switch reloaded“ gekommen?

Zu „Switch“ bin ich durch Zufall bekommen: Ich habe in einem Kölner Theater ein Comedy-Stück mitgespielt und dort wurde ich von den Caster von „Switch“ entdeckt. Das war 1996 - seitdem bin ich dabei.
Seit 2006 heißt die Sendung „Switch reloaded“. Das Tolle ist ja: Fernsehen wirds immer geben. Und somit auch „Switch“. Es gibt immer viel Müll und da kann man herrlich drüber lachen.

Wer ist deine Lieblingsrolle bei „Switch reloaded“– wen nimmst du am liebsten auf den Arm?

Gerade die Abwechslung machts! Wenn ich nur Ursula von der Leyen spielen würde, oder nur Elke Heidenreich, dann wäre das langweilig. Ich finde das bei uns gerade so toll, dass wir ganz verschiedene Figuren darstellen. An manchen Tagen spiele ich sogar drei verschiedene Charaktere.

Hast du manchmal Angst, das eigene Ich mit der Rolle zu vermischen?

Ein Teil meines Ichs kommt immer rein, in jede Rolle. Obwohl ich mich so rein steigern kann, dass ich in diesem Moment jemand anders bin und anders fühle. Das fällt mir nicht schwer, sondern macht gerade richtig Spaß. In eine andere Figur zu gehen ist eine unglaubliche Form von Freiheit, die man dann spürt.

Wie wast du mit sechzehn?

Mit sechzehn war ich auf dem Internat. Ich war frisch verliebt und bin oft aus dem Internat abgehauen, um meinen Freund zu treffen. Klassenclown oder so was war ich eigentlich nie. Aber ich bin gern zur Schule gegangen. Ja, das war eine schöne Zeit. Jeden Samstag ging's ab in die Disco! Ich bin viel ausgegangen und habe getanzt. Damals lief auch super Musik! Also ‘76, könnt ihr ja mal raus suchen, was für Musik da gerade angesagt. (1976 war das Jahr von Hits wie „All by myself“ und „Daddy Cool")
Ich war Fan von Ike und Tina Turner … (lacht)

Tanzt du immer noch so gerne?

Ja, total. Ich gehe auch gern auf Partys, besonders auf Elektro-Partys. Ja - ich steh auf Elektro-Mucke, sage ich mal ganz frei. So was mache ich heute mit meiner Tochter und wundere mich, dass so wenige in meinem Alter Bock haben zu tanzen. Finde ich eigentlich schade, dass das in Deutschland so geteilt ist: Entweder „Kinderdisco“ oder „ Ü30 Party“! Warum gibt es keine gemischten Partys, wo jeder, der Bock hat zu tanzen, das auch machen kann?

Wenn du ein Gemüse wärst, was wärst du dann?

Also, ich persönlich esse ja gerne Möhrchen. Roh, aber auch gedünstet oder gekocht. Aber als Möhre, so in der Erde … Dann wäre ich doch lieber Kohlrabi. Kohlrabi ist draußen an der frischen Luft und bekommt ganz viel Sonne ab. Licht finde ich wichtig! Also vielleicht doch eher Kohlrabi. Ist auch so schön rund...

Was liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Bei mir liegt immer ganz viel auf dem Nachttisch. Ich mag es, abends zu lesen und  zwischen Büchern hin und her zu switchen. Zurzeit liegen da Bücher von Judith Hermann, von Charlotte Roche und von meinem Kollegen Bernhard Hoëcker. Der hat ein interessantes Buch über Geschichte geschrieben und das kommt jetzt auch auf meinen Nachttisch. Ansonsten habe ich da noch Zeitschriften liegen, den „Spiegel“ zum Beispiel. Wohnraumzeitschriften gucke ich gerne an. Danach kann man gut einschlafen.

Es gibt eine Geschichte von Franz Kafka, in der ein Mann eines Morgens aufwacht und feststellt: er ist ein Käfer. Was würdest du tun?

Albtraum, oder? Denke ich ja auch manchmal - furchtbarer Albtraum. Also, dieses Bild vom, auf dem Rücken liegenden, zappelnden Käfer ist echt Horror. Ich würde ja versuchen, irgendwie an der Bettkante hoch zu krabbeln und dann aus dem Fenster fliegen. Wenn man sich nicht schnell noch in was anderes verwandeln kann...

Wie suchst du dir die Personen aus, die du spielen möchten? Wie kommst du von der Idee bis zur Aufnahme von Switch?

Ich gucke, wer gerade sehr präsent ist im Fernsehen, oder andere mit seinem Format nervt. Dann gucke ich mir das genauer an. Natürlich gibt es Personen, die immer viel bieten, wie Frau Katzenberger zum Beispiel. Klar, dass man die parodieren muss, die bietet sehr viel. Ich bin immer wieder erstaunt von meinen Kollegen, wie toll die das alle machen. Wir sind ja nicht bei jedem Dreh dabei. Wenn ich dann im Fernsehen sehe, wen Max (gemeint ist Max Giermann) wieder parodiert hat, oder wie er den Lanz hingekriegt hat, dann lache ich mich darüber kaputt.
 

Wie ist deine persönliche Einstellung zu den Promis, die du auf den Arm nimmst? Hast du eine gute oder schlechte Meinung von Ursula von der Leyen und Co?

Gut und schlecht, das ist ein bisschen zu einfach. Eigentlich mag ich die Menschen, die ich parodiere. Ich beschäftige mich sehr lange mit ihnen. Ich kann nicht sagen, dass ich bestimmte Leute nicht mag und deshalb da eine besonders böse Parodie drauflege. So etwas würde ich nie machen!

Was war dein letzter Ohrwurm, das letzte Lied, das du nicht mehr aus dem Kopf bekommen hast?

„148 Mails checken…“, singt sie. Furchtbar, der geht einem nicht mehr aus dem Kopf! Dann wundere ich mich ja immer, dass er dieses „en“ bei „checken“ nicht ausspricht und deshalb höre ich immer ganz genau hin: Spricht ers nun aus oder spricht ers nicht aus?
Aber süß, der Song "Nur noch kurz die Welt retten". Und der Tim Bendzko auch.

Was war euer letzter Ohrwurm?

Kommentare

Bild von PingPeng

klar er

sagt checkn

Bild von vivi31

also mein letzter ohrwurm war

also mein letzter ohrwurm war das alte lied von marvin gaye und tammi terell "ain't no mountain high enough", seit ich vor kurzem im fernsehn den film seite an seite geschaut hab....tolles lied

Bild von protonphilosophie

Drama Queen

von Family Force 5 ist mein Dauerohrwurm, seit ich mich durch eine Bekannte neulich daran erinnert fühlte..
Das Lied MUSS einfach von ihr handeln :D

Bild von at-1steingym

I Fail...

von Regi ft Scala & Kolancy Brothers ist im Moment mein absoluter Ohrwurm, weil ich diesen Titel auf einem Konzert von Scala in Berlin gehört habe.
Den Dj (Regi) muss man dabei nicht beachten, weil der eigentlich total bescheuert ist.

Ein sehr schönes Interview mit einer Schauspielerin, die mir durchaus sympathisch ist und witzige Antworten gibt (apropos Kohlrabi ^^)