Reisen auf die grüne Art

Von: Laura.
 
29.11.2010 - 17:58
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Von Australien bis zur Nordsee: Umweltfreundliche Jugendherbergen sind im Kommen. Wir haben uns in der Landschaft der Ökohostels umgehört.

Geht die Bewirtschaftung eines Backpacker-Hostel mitten im australischen Nationalpark nicht auf Kosten der Umwelt und der dort lebenden Tiere? Findet sich neben Felsmalereien der Aborigines und imposanten Wasserfällen nicht bald Müll?

Ökohostels sind in

Mehr Infos zum Thema Grünes Reisen findet ihr hier:
Curitiba Eco Hostel in Brasilien
Umweltjugendherbergen in Deutschland
Viabono-Verband für umweltfreundliches Reisen
Future Friends - Grünes Reisen lohnt sich

Nicht zwangsläufig. Denn das Ökohostel Halls Gab im australischen Grampian Nationalpark zeigt, dass sich Tourismus und Umweltfreundlichkeit nicht automatisch ausschließen. Die Herberge produziert mit Solarzellen selbst Strom und spart bei sämtlichen Arbeitsprozessen Wasser und Strom ein. Die Früchte auf dem Frühstückstisch stammen aus dem eigenen Obstgarten, selbst die Eier sind aus der eigenen Freilandhaltung.

Auch Deutschland folgt dem Trend der Ökohostels

Doch nicht nur in Australien, sondern auch in Deutschland bemüht man sich um den „grünen Tourismus“. So sind in den letzten Jahren bereits 18 Jugendherbergen mit Umweltprofil entstanden. Bevor sich eine Herberge allerdings mit diesem Titel schmücken darf, muss sie ein Qualitätskonzept erstellen und sich prüfen lassen. Wichtige Kriterien bilden dabei eine positive Energiebilanz, ein niedriger Wasserverbrauch, Wertstofftrennung sowie ein umweltpädagogisches Programm für Schulklassen und Jugendgruppen. „Von einem aufregenden Ausflug ins Watt, einer Geocachingtour über die Insel bis hinzu Fischen am Strand, um daraus ein leckeres Essen zu kochen – hier können Jugendliche Natur erleben und mehr über ihre Umwelt und heimische Tierarten erfahren“, erzählt Nicole Boße, Leiterin der Jugendherberge Norderney.

Ökologisches Reisen auf die Insel Norderney schützt auch deren Naturbelassenheit.
Foto: Ingo Heemeier, pixelio.de

Die direkt am Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene Herberge zählt zu den Vorreitern unter den Ökohostels. Sie wurde kürzlich zur zweiten CO2-neutralen Jugendherberge Deutschlands erklärt. „Wir stoßen pro Übernachtung nur 14,5 Kilogramm CO2 aus. Zum Vergleich: Der Bundesbürger erzeugt durchschnittlich 30 kg pro Tag“, meint Boße. Der Ausstoß von 652,3 Tonnen CO2 jährlich wird durch eine Zahlung von 6.532 Euro an ein Wiederaufforstungsprojekt in Panama ausgeglichen.

Rad fahren bei rauem Wind

Doch das Umweltbewusstsein zeigt sich nicht nur auf der jährlichen Stromrechnung und am geringen CO2-Ausstoß, sondern prägt auch den Alltag in der Jugendherberge: 90 Prozent der Mitarbeiter kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit, Dienstfahrten werden selbst bei rauem Wind per Rad erledigt. Beim Einkauf stammt mindestens ein Drittel der Lebensmittel aus der Region und wurde nicht per Flugzeug um die halbe Welt geschickt. Außerdem greift die Küche bei der Verpflegung auf Bio- und Fair-Trade-Produkte zurück.

Na Klima!

Kann man mit klimafreundlichem Verhalten überhaupt etwas bewirken? Klimaforscher Hans von Storch sagt nein. Lest die SPIESSER-Titelgeschichte zum Thema Klimawandel.

„Gerade in diesem Bereich ergibt sich ein Spannungsfeld mit dem wirtschaftlichen Aspekt. Bioprodukte sind um einiges teurer, auch die Anschaffung von beispielsweise Solarzellen geht ins Geld. Doch die Mehrkosten können nicht auf die Gäste umgelegt werden“, erzählt Bernd Lampe, Nachhaltigkeitsexperte des Deutschen Jugendherbergsverbandes. An dieser Stelle ist der Einfallsreichtum der Hausleitung gefragt um kostenneutral arbeiten zu können. Hausleiterin Nicole Boße setzt in Norderney auf zwei vegetarische Tage pro Woche. „Hier ist auch ein gewisses Maß an Aufklärungsarbeit auf Seiten der Mitarbeiter gefordert. Köche müssen wissen, wie sie auch für Jugendgruppen einen vegetarischen Tag attraktiv gestalten können“, erzählt sie.

Obwohl die Bestrebungen seitens der Jugendherbergen ein lobenswerter Beginn sind, muss die Bereitschaft von beiden Seiten kommen. Denn auch das Engagement des Reisenden ist gefragt: Mit der Bahn statt mit dem Flugzeug verreisen, auch im Urlaub auf Strom- und Wasserverbrauch achten sind erste Schritte. Also, ihr seid an der Reihe! Reist auf die grüne Art! 

Autorin: Laura Ilg 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Youpodia.de.

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