Im Schwitzkasten: Deutschland gegen Serbien
Deutschland hat gegen Serbien verloren. Wie das beim Public Viewing ankam, seht ihr hier.
Tief im Westen, tief in der Innenstadt Dortmunds, liegt der Friedensplatz. Direkt daneben: Das Rathaus, das Stadthaus, der Stadtgarten und … wir, Tobias und Gustav! Tja, auf den Platz kommt niemand mehr, denn der ist voll. Gut, wer sich da Spießer nennen und den Presseausweis zeigen kann. Und plötzlich sind wir dann doch drin im Gewühle. Es ist schwitzig, heiß und laut, aber wir freuen uns trotzdem. Nach kleiner Knall-Bumm-Täterätätää-Show geht’s los, das WM-Spiel zwischen Deutschland und Serbien.
Siehe unten!
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24. Minute – Bildausfall: Wir werden alle untergehen!
Das darf man den Dortmunder Fans nicht zumuten: Eine Nanosekunde Schwarzbild, schon dreht die Masse durch. Asche auf das Haupt der ZDF-Redakteure! Die Stimmung ist für Stunden im Eimer. Bestes Zitat: „So was muss ich mir doch nicht mehr bieten lassen! Ich geh lieber nach Hause, Pokémon gucken.“
37. Minute – Miroslav Klose erhält die rote Karte
Der gelben Karte folgte bereits ein aggressives Brummen aus dem Mittelfeld des Friedensplatzes. Als Klose dann auch noch rot kassiert, kocht die Menge – ungerührt davon, ob die Karte gerechtfertigt war oder nicht. Das Wort mit dem H vorn und dem U(h)rensohn hinten ertönt, und zwar so melodisch hochwertig, dass man damit einen Gospelchor plätten könnte. Romantische Stimmung in der 37. Spielminute.
38. Minute – Das 1:0 der Serben gegen Deutschland
Na, das wird ja immer doller: Die Menge rast, pfeift, quietscht und flennt, als Serbien in Führung geht. „Die Leinwand ist bloß spiegelverkehrt, wir führen!“, beruhigt ein Besoffski seine Saufkumpanen. Mit einer ordentlichen Bratwurst lässt sich der Rückschlag verdauen, aber die Stimmung wird tatsächlich aggressiv. Der Sicherheitsdienst muss beim ersten Gewaltakt eingreifen.
45. Minute – Halbzeitentspannung? Nee: Dortmund feiert alles, außer den Fußball.
Der kleine Pascal hat seinen Papi verloren und möchte gefunden werden. Aber Papi hat leichtes Spiel, denn Klein-Pascal ist ganz groß auf der Leinwand zu sehen. Die Menge jubelt. Im Prinzip könnten sie die kommenden 45 Minuten weitere verlorengegangene Kinder zeigen, denn hier zeigt das Publikum mehr emotionale Ausgüsse als beim Fußballspiel. Als dann auch noch ein Fußballhonk seiner Freundin vor zigtausend Zuschauern den Heiratsantrag stellt, geht gar nichts mehr.
62. Minute – Wer versteht hier was von Fußball?
„Spring doch hoch, du Flasche“, brüllt ein Fan der Leinwand entgegen, meint aber nicht die Leinwand, sondern Herrn Philipp Lahm, der anscheinend nicht hoch genug gesprungen ist. Flaschen durften übrigens nicht mit auf den Platz genommen werden, sondern wurden vom Sicherheitsdienst einkassiert. Pah, auf unseren war Pfand drauf!
Der Schluss verlief unspektakulär. Die Stimmung hätte besser sein können, immerhin waren die Regenwolken anständig genug, den Abpfiff abzuwarten, bevor sie abregneten. Jetzt ist der Friedensplatz eine nasse Müllwüste, aber wir hatten unseren Spaß.
Text und Bildergalerie Dortmund: Tobias Rickhoff, 18 („Tobinator“) und Gustav Beyer, 17 („Gustav“)
Seid ihr auch dabei?
Ihr geht zum Public Viewing in der Bar nebenan, bei Onkel Heinz im Garten oder auf die großen Fanmeilen der Großstädte? Super, das wollen wir wissen! Zeigt uns Bilder von eurem Public-Viewing-Erlebnis und schreibt Artikel dazu. Einfach auf SPIESSER.de hochladen, eine Nachricht an die Onlineredaktion schicken und den Webcode @WM2010 in die Bildunterschrift mit reinschreiben.
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