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Südfrankreich Hike (Helikopter-Rettung inklusive)

Von: Fidez
 
31.08.2010 - 23:40
Facebook:

Ich musste einfach mal wieder weg, raus, Distanz gewinnen und genießen. Da schienen mir die anstehenden Sommerferien sehr passend zu sein. Also sah ich mich um, bei FFA, einer Organisation die solche Reisen für meinen Geschmack anbietet, fand ich etwas passendes, eine Alpenüberquerung!
Alles schien geklärt doch ein paar Tage später bekam ich die Nachricht, die Gruppe sei schon voll, es hatte sich wohl ein organisatorischer Fehler eingeschlichen. Doch eine Alternative war natürlich gleich zur Hand: Ein Hike-, Kanu- und Kletter-Trip in Südfrankreich.
Die Altersklasse war online zwar zwischen 14 und 16 angegeben, doch mir wurde telefonisch versichert, dass der Großteil der Teilnehmer bereits 16 sei, alles war gebongt.
Anfang der Ferien gings los, Am Hauptbahnhof München stellten sich mir zwei Gruppenführer vor. Als ich fragte ob bereits andere Teilnehmer hier wären zeigten sie mir eine Gruppe von Kindern. Richtigen Kindern also Kinder die noch nicht mal den Stimmbruch oder ihre erste Blutung hinter sich hatten.
Mit steigender Anzahl der Ankömmlinge, sank mein Vertrauen in die Aussage, es wären hauptsächlich 16jährige an dieser Reise beteiligt. Ich akzeptierte die Umstände noch bevor wir in dem Zug stiegen und wurde bereits in den ersten Tagen nach unserer Ankunft mehrfach gefragt, ob ich denn ein Reiseleiter sei. Als wir nach zwei Tagen unseren ersten Trip der Kanufahrens Antraten, nahmen mich die Betreuer zur Seite und ernannten mich zum "Hilfs-Gruppenführer" da sie erkannten dass sie zu zweit einer Gruppenstärke von 18 Kindern schwer gewachsen sein würden und beobachtet haben, dass ich bereits eine gewisse Autorität auf die Kids ausstrahlte.

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Kein Kommentar (=
Geehrt nahm ich an. Eins der ersten Privilegien die mir dadurch zuteil wurden, war dass ich als einziger in einem 3er Kanu zu zweit mit meinem Paddel-Partner fahren durfte.
Das Problem bei der Sache war nur, dass mein Partner einen meiner Paddelschläge erst durch fünf der seinen ausgleichen konnte was dazu führte dass wir uns häufig drehten.
Auch hier musste ich die Situation akzeptieren und die Zähne zusammenbeissen, ich hatte mir zumindest einen Partner ausgesucht mit dem ich es vielleicht nicht körperlich, aber Menschlich in einem Boot 3 Tage lang aushalten konnte.
Das körperliche bzw nervliche Problem erreichte am Ende des zweiten Tages seinen Höhepunkt, als ich Wutentbrannt aus dem Boot sprang um mein inneres Feuer zu löschen bevor es die Überhand gewann. Ich sprang also mit den Worten "Den Rest schwimm ich." aus dem Boot, als ich ins Wasser eintauchte, spürte ich wie ich meine Wut verlor, doch ich verlor in diesem Moment noch etwas, es war meine Brille. Die Tarn (Name des Flusses) war an dieser Stelle etwa 2 Meter tief also gab ich die Suche nach meiner Brille bereits 5 Minuten später auf. Wieder eine Situation, mit der ich mich abfinden musste. Nur nebenbei: Ich habe auf beiden Augen etwa minus fünf Dioptrien.
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Ich habs für die kurzsichtigen Fische getan !

Allerdings war ich danach tatsächlich ruhig denn ich hatte ja eben erst wieder vom Leben gelehrt bekommen, dass in Rage zu verfallen nichts Gutes nach sich zieht.
Glücklicherweise bekam ich kurz darauf von meiner Familie eine Ersatzbrille aus Deutschland geschickt. Nach den Abenteuern auf der Tarn war als Nächstes Hiken angesagt.
Unser Weg führte uns durch etwas Gestrüpp und den Fluss Hinüber auf die andere Seite zum Fuß eines Berges. Die Steigung war ordentlich und die Serpentinen schienen unzählig, da auch für die Wanderung 3 Tage eingeplant waren, Trugen wir Zelte, Proviant etc. in unseren Rucksäcken mit. Die meisten der durchschnittlich 14jährigen hatten 10 bis 15 Kilo auf dem Rücken, ich trug ungefähr 25, dennoch jammerte ich nicht wie so viele andere. Als wir dann endlich oben auf dem Berg angekommen waren hatte die Jammerei kein Ende und gipfelte in einer Meuterei bei der sich einzige andere Jugendliche der bereits eine Gruppenführerausbildung hatte, aber dennoch als Teilnehmer mitfuhr, als Meuterei-Anführer entpuppte und die restlichen 11 Jugendlich einen anderen weg den Berg hinunter führte.
Wir waren also nur noch zu 7 inklusive einem Gruppenführer, der andere suchte die desertierende Gruppe. Wir konnten ums verrecken keinen befestigten Weg finden der uns den Berg hinunterführte, also gingen wir einfach den Berg durch den Wald hinunter, besser gesagt, wir rutschten hinunter nach einer guten Stunde und einer weniger guten Rutschpartie kamen wir an einem Abgrund an. Unser Ziel, ein kleines französisches Dorf, war ca. 400 Meter Luftlinie entfernt doch dazwischen lagen unüberwindliche 20 Meter in die Tiefe. Wir überlegten, beratschlagten und telefonierten lange und entschlossen uns letztendlich die Bergwacht zu rufen. 20 Minuten später hörten wir die ratternden Rotorblätter eines Rettungshubschrauber.
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Der Schraub Huber
Wir konnten es kaum fassen, dass uns tatsächlich eine Rettung durch die Luft bevorstand, doch nun kam die Kehrseite der Medallie zum tragen. Ich wurde als letzter in den Hubschrauber gezogen, der Flug dauerte zwar nur eine Minute war aber natürlich ein Erlebnis. Die Gruppe der "Meuterer" hatte, wie das Schicksal es so wollte, den richtigen Weg gefunden, doch einige musste den Weg zurückgehen um unser Gepäck zu holen, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war ob wir vom Hubschrauber gerettet werden würden. Der Meuterei Anführer bekam bei diesem zweiten Aufstieg einen Kreislaufzusammenbruch und musste sogar von einem Betreuer wiederbelebt werden.
Nach diesem Actionreichen Tag ging ich mit einem Freund auf das Stadtfest in der nähe unsere Campingplatzes und wir tranken zwei Liter "Punch" eine französisches Mischgetränk das seinen Zweck erfüllte und wir feierten ausgelassen mit den Franzosen und der großartigen Coverband die dort spielte.
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Afterfly Party
Franzosen können viel besser feiern als Deutsche !
Am nächsten Morgen wachten wir leicht verkatert auf und duschten erstmal, die restlichen Wandertage sollten auf Grund der Vorkommnisse ausfallen und so verbrachten wir die weiteren Tage ganz entspannt im Basislager. Das letzte Ereignis das auf uns wartete, war ein Hochseilgarten, 15 Minuten Spaß 20 Minuten Wartezeit, aber man konnte die Zeit ja damit verbringen zwischen den einzelnen Stationen hin und her zu schwingen.. =P
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Das Hochseilgärtchen

Der letzte Tag war gekommen und ich überredete alle noch mal eine Runde "British Bulldog" zu spielen, eine abgewandelte Version von "Wer hat Angst vorm .weißen. Mann?" Naja in der zweiten Runde wollte ich einen von der anderen Seite fangen und erwischte ihn nicht richtig ich kam irgendwie blöd mit dem Fuß auf und brach mir dabei ein paar knochen und riss mir so ziemlich alle Bänder die man sich im Sprunggelenkbereich reissen kann. Naja jetzt hab ich zwei Schrauben im Fuß und 6 Wochen nen Gibs, die zwei Wochen waren jedenfalls sehr schön da ich auch ein paar tolle Menschen kennenlernen durfte, manche mehr andere weniger.
aaaaaa4.jpg
Prickelt länger als man springt

Meine Ferien sind zwar jetzt gelaufen, bzw. gehumpelt aber shit happens, life goes on.

Fidez