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Satt und gefällig?

Von: andrew
 
20.04.2010 - 20:07
Facebook:

Waren wir auch früher so? Oder kommt mir das nur subjektiv so vor?

Wenn wir früher als Kinder und Jugendliche einen Ausflug - mit oder ohne unsere Eltern - machten, waren wir halbwegs neugierig, interessiert und aufgeregt. Heute wird es "cool" hingenommen, Ohrstöpsel mit der eigenen Musik wird überspielt - gefragt wird selten.
Warum steht da einsam ein Wachturm? Wo sind wir jetzt? Warum hat Dresden so eine hässliche Plattenbau-Einkaufsstraße? Warum sieht die Kirche so neu aus? Es wird nur konsumiert, Mund abgewischt und dann war es schon gut! Jeder Gang durch einen fremden Park oder Straße wird als Anstrengung angesehen. Eine knapp einwöchige Tour durch Deutschland zum größten Freizeitpark Europas im Wohnmobil wird am Ende knapp und leise mit einem: "Danke!" quittiert, wenn überhaupt! - Stattdessen wird gelästert, sich über Fremde - nicht anwesende Leute - lustig gemacht, als "unlogisch" schnell ab qualifiziert.

Da haben wir heute vielfältige Reise- und Informationsmöglichkeiten. Was hätten wir darum gegeben, das früher zu haben - und doch wird es heute nicht genutzt, geschweige gewürdigt. Ein Amerikareise als Jugendlicher - was hätten wir dafür etwas gegeben? Wie haben wir monatelang unsere Grönland- und Australienreisen geplant und erarbeitet. Heute "müssen" es die Eltern selbstverständlich bezahlen und es gehört zum guten Ton.

Satt und fett läuft unsere Jugend durch die Straßen und wollen gar nicht andere Länder, Städte und Gebräuche kennenlernen. Wichtig ist nur die warme Stube - vielleicht ein Auto der Eltern. Was geht es uns doch schlecht!

- Ich weiß - zum Glück - es gibt auch leuchtende Beispiele, die anders sind. Aber die Masse? Was sind wir doch für Spiesser!

Ich erwarte nun nicht von der Jugend eine breite Zustimmung meiner Beobachtungen, die sich nicht auf Einzelfälle berufen. Auch habe ich keine "negative Meinung über die Jugend". Warum sollte ich? Im Gegenteil, ich frage mich ernsthaft, ob ich in meiner Jugend ebenso war.
Natürlich erhalte ich den "Gegenwind" und den Vorwurf: "Ja, bist Du nicht selber Schuld mit Deiner Erziehung und ist es nicht nur eine Erziehungsfrage?"

Es ist tatsächlich eine Erziehungsfrage und den Schuh ziehe ich mir an. Deshalb äußere ich meine Gedanken und Beobachtungen und stelle es zur Disposition. - Aber sollten wir da nicht auch ehrlich miteinander diskutieren?

Wenn z.B. eine Sechzehn-jährige sich entschließt Veganerin zu werden und zu sein und sich fortan für die "Tierrechte" einsetzt, ist es auf den ersten Blick ein lobenswertes Engagement. Aber sollte sie sich nicht ebenso fragen, warum kann ich mir diese Position leisten? Weil meine "spießigen" Eltern gut verdienend sind, die treueren Extra-Lebensmittel besorgen und einkaufen, mir Extra Menü jeden Tag zubereiten - nicht zu schreiben: "eine Extrawurst braten", dann finde ich es sehr dekadent. "On the top" schreibt das gleiche Mädchen ihren Hund ernsthaft vor vegetarisch zu essen? - Ist das nicht "strange"?

Kommentare

Bild von Bine

Du hast ne ziemlich negative

Du hast ne ziemlich negative Ansicht was die Jugend angeht, kann das sein? Also ich finde das ganz schön überzogen. Natürlich gibt es Kinder, die so sind, die alles in den Ar*** geschoben bekommen und dann nichtmal dankbar dafür sind. Aber ich kenne auch genug, die echt Spaß an Familienausflügen haben und sich nen Ast freuen, wenn sie mal wegfahren, weil sie dann Zeit mit ihren Eltern verbringen können. Ich schätze das kommt auch immer mit auf die Erziehung an - vermittel ich meinen Kidnern, dass das etwas besonderes und nichts selbstverständliches ist oder tue ich das nicht? Ich finde da solltest du weniger die Jugend angreifen. Du musst gucken, wo die sich das abschauen und wo sie es nciht anders beigebracht bekommen.

Bild von sonyerikson

recht hast du!

ich finde man sollte mal überlegen, wer die jetzige generation so erzogen hat wie sie ist. falls wir wirklich so schlimm sind, wie immer behauptet wird...

Bild von klevolt

Das Veganer-Beispiel

Ich denke, wenn Elterne ihrem Kind Bio Lebensmittel u.ä. kaufen, kann man das von zwei Seiten beleuchten
Seite 1: Die Eltern können sich nicht gegen ihr Kind wehren und geben Kleinbei, bzw. dem Kind fleischfreies Essen
Seite 2: Die Eltern unterstützen das Kind, sie finden gut, dass es sich engagiert.

Ich denke, dass es doch gut ist, dass wir uns leisten können, die Welt zu verbessern (wobei ICH der Meinung bin, dass es andere Wege gibt, als den Fleischverzicht).

Vor allem ist es heute viel schwerer als Jugndlicher eine Bewegung zu finden, in die man sich einsortieren kann, da vieles schnell zum Mainstream wird.

Da bleiben nur wenige kleine Schlupflöcher, die viel zu schnell zu groß werden und dann Platz für jedermann bieten.

Ich will hier kein konkretes Beispiel nennen, da es genug Leute gibt die sich dann an deisem Beispiel aufreiben und die eigentliche Diskussion vernachlässigen

Bild von KönICH

ein vegainsch zu ernährender hund

solchen kindern sollte man den hund wegnehmen.
veganismus bringt eh nichts.
des weiteren steht in dem text viel wahrheit, auch wenn ich mich nicht zu diesen benannten zählen würde.

aber wegen der ernährung nochmal: so was scheint wirklich nur bei den wohlhabenderen vorzukommen, die mit weniger geld haben dringendere probleme.

Bild von saire

das veganisch nicht bringt

das is deine meinung... bitte stelle sie nicht als allgemeingültig hin!

Bild von sonyerikson

vor allem...

der satz "es bringt nichts" ist absolut nicht aussagekräftig...
in welcher hinsicht?

Bild von antipüppchen123

ich muss sagen...

ich muss sagen, diese entwicklung habe ich auch beobachtet..

ich hab da so ne theorie: das internet, leider falsch und zu häufig und zu lange genutzt, lässt die jugend verdummen.
die echte welt wird nebensache, solange man über facebook "gossip" austauschen kann.

ganz ehrlich, ich bin ein wenig besorgt um unsere erde..ich meine, es gibt durchaus die genannten ausnahmen (die elite), aber was nützt eine "dumme" breite masse und ein paar wenige, die innovativ denken?

spiesser.de ist toll. ich werde meinen den-ganzen-tag-videospielenden-bruder dazu bringen sich hier anzumelden und seinen horizont zu erweitern.

ps, das mit dem als selbstverstädnlich angesehenen amerikaaufenthalt ist relativ....es hängt definitiv davon ab wie viel geld die familie hat. bei meiner freundin ist es selbstverständlich, dass sie sich alles selbst bezahlt und sie hat schon früh angefangen zu arbeiten.

im endeffekt fallen diese jugendlichen eh irgendwann auf die nase...spätestens wenn sie ihr eigenes leben beginnen...eigene wohnung, studium, beruf..etc