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Schulstreik 08

Von: Uriel
 
08.05.2009 - 17:14
Facebook:

Ich weiß, das dieses Thema vielleicht nicht ganz so aktuell ist, aber da ich erst vor kurzem diese Plattform entdeckt habe, und diesen Text schon lange veröffentlichen wollte, stell ich ihn jetzt ins Internet. Ich finde, dass es zu diesem Thema viel zu wenige äußerungen von Schülern gibt, die auch Vorschläge zur Besserung enthalten. Ich hoffe, ihr könnt was damit anfangen.

Zum Schulstreik am 12.11.2008:

Wir mussten für unseren Englischlehrer aufschreiben, warum wir zum Schülerstreik gegangen sind, und wie wir die Missstände im Bildungssystem, die wir aufzeigen, ändern würden. Außerdem müssen wir nächste Woche am Freitag zu einer Diskussion mit einigen Lehrern und der Schulleitung, denen wir dann auch noch mal erzählen sollen, warum wir hingegangen sind. Dafür bekommen wir dann aber auch keinen Verweis. Hier kommt der Text, den ich für Herrn Munzert, meinen Englischlehrer, schreiben musste:

Meine Motivation zum Schulstreik zu gehen 13.11.2008

Ich bin zum Schülerstreik gegeangen, weil ich finde, dass in der deutschen, speziell in der bayrischen Bildungspolitik viele Vrebesserungen möglich und auch nötig sind. Zum Beispiel beim achtjährige Gymnasium, an sich kein schlechter Ansatz, lässt die Umsetzung des Kultusministeriums doch sehr zu wünschen übrig. So wurde behauptet, die Lehrpläne würden Stark gekürzt und daran angepasst, dass nun ein Schuljahr weniger zur Verfügung steht. Das wurde bisher jedes Jahr so spät gemacht, dass die Schüler ihre Bücher teilweise erst mit über einem Vierteljahr verspätung bekommen konnten, weil die Verlage, die die Lehrpläne erst Anfang bis Mitte der Sommerferien bekamen einfach nicht mehr hinterherkamen. Die 'Kürzung' siht dann so aus: Im Mathematiklehrlpan für die zehnte Klasse wurde der Stoff aus der zehnten und elften Klasse einfach zusammengenommen und Kurz und Knapp ausformuliert. Da dem Kultusministerium diese Fassung wohl noch zu lang war, hat es die Lehrpläne noch einmal überarbeiten lassen (wodurch sich die Bücherausgabe der neuen Bücher wieder um ein bis zwei Monate verzögerte) und im Mathematik das Wort 'wieder' aus einem Absatz gestrichen. So etwas als 'Kürzung' zu bezeichnen, betrachte ich als Frechheit gegenüber den Schülern und Lehrern, die schließlich auch stark uter dem erhöhten Leisungsdruck beim G8 zu leiden haben. Dazu kommt der zurzeit in ganz Deutschland starke Lehrermangel und der damit verbundene, häufige Stundenausfall, wodurch die Schüler oft Stundenlang in der Schule sitzen und nicht wissen, was sie machen sollen, weil ja mittlerweile alles, was die Pausen verkürzt verboten ist, anstatt gergelten Vertretungsuntericht zu haben. Man müsste hier eine komplette Reform des Bildungssystems vornehmen, um eine Verbesserung zu erzielen. Das könnte man auch gut dazu nutzen, die durch finanziell und familiär unterschiedliche Situationen der Schüler auftretende Chancenungleichheit und Diskriminierung zu minimieren. Schüler deren Eltern selbst nicht auf eine Realschule oder auf ein Gymnasium gegangen sind kommen meist auf die Hauptschule, und die meisten Gymnasiasten kommen aus Familien mit überdurchschnittlichem Gesamteinkommen. Das darf in einem Sozialstaat doch nicht vorkommen.

So finde ich auch, dass die Selektion der Schüler mit zehn Jahren viel zu früh ist und zudem vollkommen unsinnig Umgesetzt wird. So haben beispielsweise Realschüler der siebten Klasse in Mathematik teilweise exakt den gleichen Stoff, den Gymnasiasten erst in der neunten Klasse bekommen. Die frühe Selektion führt auchdazu, dass Jugendliche im gleichen Alter von unterschiedlichen Schulformen sich nicht gegenseitig als gleichgestellt Akzeptieren. Hier könnte man, wie das bereits in Skandinavien und seit kurzem auch in einigen Schleswig-Holsteiner Schulen der Fall ist, die Grundschule durch eine weiterführende Gesamtschule fortsetzen, an der die SChüler in ihren 'schwächeren' Fächern unterstützt und zusammen mit Schülern auf gleichem Leistungsniveau in einen Kurs kommen. So sind die Schüler in verschiedenen Fächern, ihren Leistungen entsprechend, in verschiedenen Kursstufen und kommen mit immer neuen Leuten, nicht mit festen Klassen oder Schulzweigen beziehungsweise -arten in Kontakt. Das würde dazu führen, dass Schüler, die in einem Fach schwächer sind, sich Hilfe bei besseren Schülern holen, und diese dann in einem anderen Fach, in dem sie besser sind, unterstützen. In dieser SChulform würde jeder nach der neunten Klasse den Quali machen, und danach entscheiden, ob er weiter machen will bis zum Realschulabschluss und dann letzendlich zum Abitur. So hätte jeder Schüler die komplett gleichen Chancen, einen guten Schulabschluss zu bekommen.

Zu guter letzt bin ich noch deswegen verbotener weise zum Schulstreik gegangen, gerade weil man es mir verbieten wollte. Das ein Ministerium verbieten darf, etwas öffentlich gegen dieses Ministerium gesagt wird, hatten wir in Deutschland zuletzt zur Nazizeit, und ich will nicht, das hier wider je auch nur ansatzweise ähnliche Zustände herrschen wie damals.

Das waren meine Beweggründe, zum Schülerstreik zu gehen und gegen ein Kultusministerium zu demonstrieren, dessen letzte drei Vorsitzende Minister ihre Kinder auf Privatschulen hatten. Ich werde auch in Zukunft zu jedem Schülerstreik gehen, der in Nürnberg stattfindet.

Kommentare

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Dein Text,

ist gut, weil er laut sagt, was dich stört. Schade ist aber, dass du nach so vielen Seiten austeilst, dass man am Ende nicht mehr ganz weiß, was am Anfang stand. Versuch doch mal, ein Thema, dass dich besonders bewegt hat genauer zu beleuchten. Aber trotzdem: schön!