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Sprechstunde mit Prof. Schmalwasser: Und wenn er brummt?
Wir prüfen theoretisch und praktisch, wie viel Student noch in den Professoren steckt. Zum Auftakt: Prüferin Anne fühlt Wilfried Schmalwasser, Professor für Digitaltechnik, in Sachen Datenschutz und Computerumgang für Dummies auf den Zahn
Wir kennen uns aus dem ersten Semester, Computerkonfiguration. Jetzt werden die Rollen getauscht: Argwöhnisch schreite ich um den Interviewplatz, der sonst Professor Schmalwassers Arbeitszimmer ist, um mögliche Spickzettelverstecke ausfindig zu machen.
Wir starten mit der Theorie: Was tun, wenn mein Laptop sich für ein mobiles Heizgerät hält?
Das hat zwei Gründe. Der studententypische: Zu viele offene Prozesse und Tasks, der Rechner ist also überlastet. Zweitens verdrecken mit der Zeit Lüftung und Kühler.
Und dann?
Applikationen schließen, die man nicht braucht. Ruhig auch mal überprüfen, was im Hintergrund alles automatisch startet, obwohl es unnötig ist. Gegen den Staub gibts einen einfachen Trick: Alten Staubsauger mit Blasfunktion besorgen. Da wird also nicht eingesaugt, sondern eine Art Minidruckluft aufgebaut, der den Staub rausbläst.
Und wenn er brummt?
Wie brummt er denn?
Ich versuche, wie ein Flugzeug kurz vorm Abheben zu klingen. So ungefähr.
Klingt nach dem Prozessorlüfter. Die sind bei Notebooks sehr klein und haben eine hohe Drehzahl, deshalb gehen sie auch recht schnell kaputt. Wenns aber so klingt (er macht jetzt ein Geräusch, das mich an einen verwirrten Specht erinnert), ist es wahrscheinlich die Festplatte. Dann so schnell wie möglich Daten retten.
Wer denkt sich eigentlich sowas Gemeines wie Trojaner aus?
Damit können Bankdaten missbraucht, Accountzugänge ausspioniert und Nutzerprofile gescannt werden... oder man schaut einfach mal, was auf dem Rechner so drauf ist. Dazu dient ja zum Beispiel der Bundestrojaner.
Was halten Sie davon?
Gar nichts. Die Grenze zwischen akzeptablem Daten sammeln und gläsernem Bürger sind mehr als fließend und leider gibt es auch staatliche Behörden, die das Ganze missbrauchen und einfach alle abhören, die gerade da sind – zum Beispiel in Dresden bei der letzten großen Demo gegen Rechts im Februar 2011. Da wurden Passanten abgehört, die rein gar nichts mit der Demonstration zu tun hatten. Außerdem sind diejenigen, die wirklich Böses vorhaben, ja nicht doof. Die schließen ihre Rechner eben einfach nicht mehr ans Netz an
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Kann ich mich als Otto-Normalbürger gegen den Bundestrojaner schützen?
Das Sinnvollste wäre, zwei Rechner zu nutzen – einen fürs Internet und einen für private Daten, der gar nicht ans Netz angeschlossen wird.
Das ist jetzt nicht prüfungsrelevant, aber basteln Sie an einem Bundestrojaner-Schutz?
Wenn ich etwas dagegen unternehmen könnte, würde ich so ein Programm tatsächlich verbreiten, da die ganze Datenschutzgeschichte mir große Sorgen bereitet. Aber erstens handelt es sich um ein globales Problem, und zweitens steckt dahinter ja nicht nur der Staat: Programme, die Kaufverhalten, finanzielle Lage oder Bewegungsprofile aufzeichnen, nutzen ja auch der riesigen Maschinerie an Softwareherstellern, Computerherstellern und allen anderen Unternehmen, denen diese Sammelwut wirtschaftliche Vorteile schafft.
Hier gehts weiter mit Gurkenhälsen, neuen Notebooks und Kopfrechnen...
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