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Jemand hat gerade nach "Roche" gesucht

Stille Post

 
17.06.2011 - 12:59
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Es ist Feiertag und wie jedes Mal, versammelt sich die ganze Familie am Mittagstisch. Meine Gabel wandert verloren zwischen Schnitzel und Mischgemüse herum, während mein Kopf versucht, die Gespräche der anderen, nicht aufzunehmen.
„Da hab ich doch gehört, dass der Jörg von der Ina….“, diese Sätze mit denen sich meine geliebte Familie über das Kleinstadtleben auslässt, höre ich nun schon seit ich den ersten Bissen genommen habe. Die Kleinstadt, die ohne ihren Nachbarstaat und die „ach so schöne“ Ruhe, gänzlich an Aufmerksamkeit verloren hätte, erlebt ihren Höhepunkt in den Sonntäglichen Kirchennachrichten und der „stillen Post“, welcher ich einmal wieder zum Opfer falle. Während ich eine Kartoffel kaue, fallen so viele Namen, dass ich ernsthaft über die Zahl der Einwohner spekuliere. Ab und an lächle ich zustimmend in die Runde oder gebe ein „Achsooo…“ zum Besten um mich nicht ganz so sehr von den anderen zu entfernen. Während noch darüber diskutiert wird, warum Helmut sich ein neues Auto leisten kann und wieso Gerd seit 3 Tagen nicht gesehen wurde, steigt in mir eine gewisse Panik. Ich sehe mich, mit meinen zukünftigen Ehemann, in einem Häuschen am Stadtrand, welches wir vor kurzen, aufgrund der Hektik in der Stadt, bezogen haben. Wir sitzen mit unseren Kindern an einem Tisch und werten die Frisur von Tina und das Outfit von Melanie aus, welche unsere Nachbarn sind und ab und zu bei uns zum Grillen vorbeischauen. Unterdessen langweilen sich unsere Kinder und demonstrieren das mit wahllosen herumstochern im Essen während wir unbeirrt über einige Affären und Intrigen spekulieren. Dieser Gedanke wird durch ein ruckeln am Tisch, glücklicherweise unterbrochen, bevor ich einen panischen Schrei von mir lassen kann. Der Grund für die Aufregung ist ein schwarzer Opel, der nun schon 10 Minuten vor dem Haus parkt und dessen Fahrer in einer Karte liest. „Wo kommt der denn her?“, „Was parkt der denn vor unserem Haus?“ , „Der will bestimmt was wegen den Baumaßnahmen gucken“. Genervt verdrehe ich die Augen und schicke ein Stoßgebet zum Himmel, das meinen Kindern das einmal erspart bleiben soll und beschließe, wie die anderen male zuvor, dass dieses das letzte Familienessen ist.