Sushi, Singen, Städtereisen

Eine britische Castingshow auf einem deutschen Sender mit einer Teilnehmerin aus Japan. Multikulti in deutschen Wohnzimmern.

Natsumi ist 22 und kommt aus Ōsaka, Japan. Für ein Jahr war sie in Dresden, Deutschland. Hier hat sie studiert, ist gereist und hatte trotzdem noch die Zeit bei der Castingshow X Factor teilzunehmen. Im Interview mit SPIESSER.de berichtet sie von ihren Erlebnissen.

Natsumi, warum bist du in Deutschland?

In Japan studiere ich deutsche Kultur. Dort habe ich einige Deutsche kennengelernt, weil meine Universität mit der in Hamburg zusammen arbeitet. Die Deutschen waren ganz neu für mich. Sie waren unglaublich lustig, ihre Meinungen waren neu für mich und die Kultur ist natürlich auch ganz anders.

Warum bist du nach Dresden gegangen und nicht nach Hamburg?

In Hamburg hätte ich auch Deutsch lernen können, aber dort gibt es viele Japaner und die deutschen Freunde aus der Universität können auch Japanisch sprechen. Wenn ich nach Hamburg geflogen wäre, hätte ich mich auf viele Leute verlassen und das gefällt mir nicht. Dann habe ich in Deutschland eine Zeitschrift über Deutschland gelesen und da Dresden entdeckt. Da hab ich gedacht, dass ist so unglaublich schön, dort will ich unbedingt hin. Aber ich habe auch viele andere Städte gesehen, zum Beispiel Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und ich war in Norwegen, Österreich und der Schweiz.

Du hast also viel erlebt hier. Wie bist du auf die Idee gekommen in einer Castingshow mitzumachen?

Ein Freund hat mir das empfohlen, weil er gewusst hat, dass ich in Japan auch auf der Bühne stehe und zum Beispiel bei Benefizveranstaltungen singe.

Also war das nicht dein erster Auftritt vor Publikum?

Ich singe, seitdem ich 16 war. Ich habe in Japan an einem Musikwettbewerb teilgenommen und bin weitergekommen. In Ōsaka, da komme ich her, habe ich an noch einem Wettbewerb teilgenommen und dort auf einer großen Bühne gestanden. Man hat mir gesagt, dass war gut und alle haben geklatscht. Später habe ich sogar gehört, dass einige geweint haben. Da hab ich mir gedacht, ich möchte wirklich auf einer Bühne stehen und singen.

Warum hast du gerade an X Factor teilgenommen und nicht an einer anderen deutschen Castingshow?

Stimmt, in Deutschland gibt es unglaublich viele Castingshows. Aber ich liebe die Lieder von Leona Lewis. X Factor gibt es in Japan gar nicht, als es nach Deutschland kam, fand ich das cool.

Wie war diese Erfahrung für dich?

Zuerst hab ich mich beim Casting vorgestellt und gesagt, dass ich erst seit 8 Monaten in Deutschland bin. Da war vor allem Sarah Connor sehr erstaunt, das war lustig. Sie haben sich zuerst unglaublich gewundert. Ich habe ein Japanisches Lied gesungen, das ist, glaube ich, ungewöhnlich.

Wie fandest du die Juroren?

Till Brönner hat mich ja auf Japanisch angesprochen und gesagt: „Ich liebe dich, aber ich kann dich nicht heiraten.“. Das hat mir wirklich gut gefallen. George Glueck war wirklich sehr nett und hat mich viel über Japanische Kultur gefragt. Und Sarah Connor hat ganz oft gesagt, dass ich süß bin. Sie ist sehr hübsch. Japanerinnen beneiden deutsche Frauen um ihre Schönheit, sie sind so sexy. Alle waren unglaublich nett, auch die Kandidaten und die Kameramänner und so. Und sie waren alle sehr neugierig.

Was nimmst du aus dieser Erfahrung für dich mit zurück nach Japan?

Vor allem drei Sachen: ich möchte zurück nach Dresden kommen, ich möchte Sängerin werden und ich habe gemerkt, dass ich wirklich eine Japanerin bin. In Japan sagen mir viele Leute, dass ich keine typische Japanerin bin.

Woran hast du das gemerkt?

Ich habe in der Castingshow ein japanisches Lied in japanischer Kleidung gesungen und ich verbeuge mich wirklich oft. Meine Seele ist Japanisch. Bevor ich an X Factor teilgenommen habe, hatte ich ein bisschen Stolz auf Japan, aber jetzt bin ich wirklich sehr stolz.

Interview & Bilder: Coline Erdmann

Offline
Beigetreten: 15.03.2010
Punkte: 1935022

Anzeige

Anzeige

Socialvernetzwerkungsdings

Anzeige

Anzeige