Titelverteidiger mit Dirk Darmstädter
Lied für Lied durchs neue Album – pro Song ein bis drei Fragen. Warum Fehlermachen Luxus ist, hat Dirk Darmstädter verraten. Anne Juliane hat ihn zur neuen Platte „Appearances“ ausgequetscht.
1. „Put the hammer down“ – Wie handwerklich begabt bist du?
Dirk Darmstädter Überhaupt nicht. Das erste und letzte Mal war ich als 8-Jähriger handwerklich tätig: Da stand in unserem Keller so ein Holzblock, wo ich fünf Nägel eingeschlagen habe. Das war das einzige, was ich handwerklich zu Stande gebracht habe. Ich habe früh erkannt, dass das nicht unbedingt der Weg ist, den ich gehen will.
Was bringt dich zur Weißglut?
Zu viel Konsens: Wenn man Sachen tut, von denen andere Menschen suggerieren, dass man die tun muss.
2. „Bring it on“ – Was hast du zuletzt verschenkt?
Ein Buch. Ich verschenke gern Bücher, denn es gibt Literatur, die jeder gelesen haben müsste. Und weil meine Freunde meistens nie von den Büchern gehört haben, kaufe ich zehn Stück und verschenk die dann.
3. „The side of tomorrow“ – Wir drehen den Spieß mal um, ab in die Vergangenheit: Welches historische Ereignis hättest du gern miterlebt?
Als die Beatles bei Ed Sullivan aufgetreten sind, wäre ich schon gern dabei gewesen. Und auch im alten Rom bei Gladiatorenkämpfen...
Auf welches Ereignis bist du rückblickend besonders stolz?

Das neue Album: Ab 13. Januar 2012
auf dem Musikmarkt.
Ich würde gar nicht auf einzelne Ereignisse eingehen. Es ist vielmehr die Summe aller Ereignisse, die mich hier hin gebracht hat. Mit all den Fehlern, die ich gemacht habe. Und eigentlich bin ich stolz, dass ich es mir gegönnt habe, Fehler zu machen.
4. „One step ahead of me“ – lieber Treppe oder Fahrstuhl?
Eindeutig die Treppe. Für mein Alter bin ich ziemlich fit.
5. „The last troubadour“ – Welcher Künstler hätte nie sterben dürfen?
In einer gerechten Welt würden Leute wie Woody Guthrie und Jim Morrison noch leben. Eigentlich sollte es so sein, dass für eine gewisse Kaste von Menschen, darunter großartige Künstler und Musiker, das Sterben abgeschafft wird. Und alle in einem total tollen Motel weiterleben.
6. „Fred Astaire“ – An welcher Tanzart verzweifelst du?
An allen. lacht Aber ich glaube Twist ist für mich am schwersten.
7. „Appearances“ – Lieblingsfarbe?
Blau, das steht für Himmel, Weite, Freiheit und auch Geborgenheit.
8. „Stupid world“ – Was nervt?
Wenn Leute immer alles sein wollen und nichts Spezielles. Mich nerven Menschen, die es allen recht machen wollen.
Wann hast du das letzte Mal ein Schimpfwort benutzt?
Als mein Hund Eddie sich im Flur übergeben hat.
Gib uns mal einen Tipp: Wie baut man Frust am besten ab?
Zettel und Stift nehmen und schreibt eine Not-to-do-Liste! Kritzelt euch Sachen zusammen, die einen nicht weiterbringen. Und versucht, diese Dinge aus euerm Leben auszuschließen.
9. „Dominoes“ – Sind Gesellschaftspiele uncool?
Bestimmt sind die super cool, nur war ich noch nie so affin: Ich kann keine Karten spielen. „Mensch ärgere dich“ hat mich meistens auch extrem genervt.
10. „Lovers of Solitude“ – Wann meidest du Gesellschaft?
Eigentlich bin ich ein geselliger Typ, aber in großer Gesellschaft bin ich wenig. Ich habe so zwei, drei gute Freunde – das genügt mir vollkommen.
Und welche Anmache funktioniert immer?
Das ist schon so lange her… weiß nicht. Wenn, dann möglichst direkt. Ich bin kein Freund der langen Vorreden und der langen Erklärungen. lacht
Zum Weiterlesen:
- Clueso im Titelverteidiger
- "Wir preisen das Kleinstadtleben": Captain Capa düst los
- Modebloggerin Laura Carbone greift gern auch mal zum Mirko
Interview: Anne Juliane Wirth, Fotos: Olaf Heine
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Kommentare
Herausfordernd
So eine "Not-to-do"-Liste zusammenzukrizeln ist viel schwieriger als die klassische "2-do"-Liste - ich habs eben versucht.
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