VITA COLA Clubtour: Weimar in Ekstase
Ein Club voller kreischender Mädels und die Band in Höchstform. Trotz plötzlicher Vorbandabsage wird der Gig in Weimar ein voller Erfolg.
Weimar, 21 Uhr, Club Schützengasse: Der Abend scheint es nicht gut mit uns zu meinen, glauben wir. Erst die Absage der Vorband Lolapaloosa, deren Gitarrist leider krank geworden ist. Dann technische Schwierigkeiten beim Soundcheck und ein kaputter Bass, der mit Sekundenkleber und Fön verarztet wird. Und wo bleiben eigentlich die ganzen Fans? Die Band steht bei mir am Einlass und zieht Schnute. Auch mein Optimismus verabschiedet sich langsam, während Ekelregen auf das einsame Weimarer Pflaster trommelt. Doch der Abend sollte noch eine überraschende Wendung mit sich bringen.

Handshaking mit Goethe und (S)Chiller
Wenige Stunden vorher: „Ich will ins Bauhaus-Museum“, „Ich bin müde“ und „Ich will ne Gürriwurscht schnappern“ (das neu erlernte sächsische Vokabular ist sehr beliebt) plärrts von der Rückbank des Barkas. Doch wir lassen uns nicht erweichen. Es müssen schließlich noch Gutscheine unter die Weimarer Jugend gebracht werden und das unter dem wachsamen Blick von den Kollegen Goethe und (S)Chiller, die etwas steif auf dem Theaterplatz thronen. Mit unserem ratternden Barkas-Bus erregen wir auf jeden Fall schon mal Aufsehen. Nach zwei Stunden ist unsere Mission erfüllt. Vor allem an der zukünftigen weibliche Fangemeinde haben wir gearbeitet – das sollte sich noch auszahlen.
Gleich fliegen die BHs auf die Bühne
22 Uhr: Ich beziehe meinen Posten vor der Bühne, auf der sich die Band gerade bereit macht. Fast zeitgleich mit dem ersten Song fliegen die Türen der Schütze auf und eine nicht zu bremsende Gruppe von johlenden Mädels, die (wie ich später erfahre) auf Stufenfahrt in Weimar sind, stürmt vor die Bühne und hebt schlagartig den Geräuschpegel um ein Zehnfaches.









