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Nix verpassen
Jugend mit Youporn
„Generation Porno“: Das Etikett erinnert an Schmeicheleien wie „Generation Doof“ und andere Pauschalierungen. Es stammt von Johannes Gernert, der gleich ein ganzes Buch mit diesem Namen geschrieben hat.
Mit der Ankündiung „Lesung“ hat die taz, an deren Stand Johannes Gernert auf der Leipziger Buchmesse auftritt, etwas übertrieben. Gernert liest nur einige sehr kurze Passagen aus seinem Buch. Der Rest der Veranstaltung ist mehr ein Interview mit Gernert, geführt von einem taz-Redakteur.
(c) Fackelträger-VerlagSo schlecht, wie mich der Titel annehmen ließ, scheint das Buch dann doch nicht zu sein. Gernert führte viele Gespräche mit Jugendlichen, mit Erziehern, Pastoren und Personen aus der Erotikbranche. In Interviews erzählen ihm pubertierende Jungen von ihren Wichsvorlagen und berichten über die Sorge, ob das eigene Glied auch groß genug ist. Gernert ist überrascht, wie ungezwungen und bereitwillig heutige Jugendliche Intimes preisgeben. Anscheinend falle es dieser Generation leicht über Sex zu reden, bemerkt er.
Viel Sex, keine Ehe
Fast 80 Prozent der 14- bis 17-Jährigen haben laut einer Studie der „Bravo“ schon einmal ein „Schmutzfilmchen“ geschaut. Moralische Instanzen wie der Geistliche Bernd Siggelkow finden das bedenklich. Sexfilme würden den Jugendlichen ein falsches Bild von Liebe vermitteln und zur Nachahmung anregen. Siggelkow meint sogar, die Kinder würden verlernen, was Liebe ist. Denn der Sex in Pornos ist kalt, hart und konstruiert. Oder wie Johannes Gernert scherzhaft formuliert: „In Pornos wird ja auch nie geheiratet“.
Ganz unbegründet sind die Vorwürfe der Pornogegner nicht. Das Frauenbild dieser Filme ist diskriminierend. In „Generation Porno“ befragt Gernert einen Jungen zum Thema Gang-Bang und Porno-Rap. Das Ergebnis: Er hält alle Frauen für Schlampen und würde nie ein Kondom benutzen. Sollte es sich bei diesem Typen nicht um einen Einzelfall handeln, sondern Jungs mit diesen Ansichten massenhaft unterwegs sein, würde das den Titel „Generation Porno“ wohl rechtfertigen.
Pornos im Unterricht?
Der Autor bleibt fair. Er arbeitet heraus, dass vor allem das soziale Umfeld und die Erziehung eine Rolle dafür spielen, wie man auf Pornos reagiert. Wie bei vielen Medien müsse zwischen Realität und Fiktion unterschieden werden und das traut Gernert den meisten Jugendlichen zu.
Beachtlich ist auch, dass viele nicht nur aus Erregung Pornoseiten besuchen, sondern auch aus Neugier, um Informationen zu bekommen. So dient Pornografie auch der Aufklärung. Gernert hält es für denkbar, solche Filme auch im Unterricht zu zeigen. Der Fackelträger-Verlag, bei dem Generation Porno erscheint, stellt auch Unterrichtsmaterial bereit, das auf dem Buch basiert.
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Kommentare
Ich wette
Lehrer schämen sich viel zu sehr, um sowas im Unterricht zu benutzen. Könnte ja passieren, dass ihre eigenen Ansichten einfließen^^
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Naja Pornos im Unterricht zu
Naja Pornos im Unterricht zu zeigen halte ich aber auch für stark grenzwertig... Unterricht bringt so einen Zwang mit darein, der grade beim Thema Aufklärung nichts zu suchen hat. Da verschwindet dann ganz plötzlich die Neugier und wandelt sich in Scham - was vielleicht sogar zu Liebesangst führen könnte... Die Hauptverantwortung zur Aufklärung haben meiner Meinung nach immer noch die Eltern, leider nehmen viele das nicht besonders ernst, oder machen es "falsch". Schwierige Materie.
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Verwahrlosung von Sitte und Anstand
Ja,ja, Pornos im Unterricht...Und in der nächsten Sportstunde lernen wir, wie man andere am besten verprügelt...
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Reichlich beknackt ...
... dein Vergleich. Wer schließt hier denn "Prävention" als Zweck aus? Man könnte diese Filme schließlich auch als Musterbeispiele dafür nehmen, was Liebe und Sex gerade nicht ausmacht und der "Verwahrlosung von Sitte und Anstand" entgegen treten.
Ob das nun nötig ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Aber es verdient auf jeden Fall keine so abfällige und unbegründete Abfertigung.
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Naja, das Buch hört sich
Naja, das Buch hört sich interessant an.
Ich werd dann mal dieses Wochenende reinschauen.
Aber Pornos im Unterricht sind glaub ich keine gute Idee = /
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ich würde die pornos ja lieber im unterricht anschauen lassen
die meisten leute kommen damit sowieso in berührung, mit sex hoffentlich auf jedenfall. pornos können eine aufklärende wirkung haben - aber auch eine verklärende. da werden einige sachen nicht richtig dargestellt oder übertrieben - wäre doch gut wenn ein erwachsener dabei sittz und die jugend aufklärt als wenn sie das im dunklen erfahren und missverstehen. so können sie besser damit umgehen.
sitte und anstand sind schon seit jahrtausenden für eine unaufgeklärte, verklemmte oder gar zurückgebliebene menschheit verantwortlich.
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