Weit und breit kein Mensch

 
23.09.2010 - 16:42
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Pangaea-Expedition durch die Mongolei: Zurück in Deutschland träumt Constantin noch immer von seinem großen Abenteuer.

Constantin hat an einer Expedition des Abenteurers Mike Horn durch den asiatischen Steppen- und Wüstenstaat Mongolei teilgenommen. Wie er ins Team gekommen ist, beschreibt Constantin in seinem ersten Beitrag für SPIESSER.de.
Alle Beiträge findet ihr in dieser Übersicht.

Die letzten Tage der Expedition waren alle sehr lang, vergingen aber gefühlt wie im Fluge. Und jetzt bin ich schon längst wieder zu Hause und denke wehmütig zurück, zum Beispiel an unsere ...

Kamele

Als ich unsere Kamele das erste Mal sah, war ich von ihrer Größe, von ihren Höckern und von ihrem Fell sofort fasziniert. Ich habe noch nie Wesen gesehen, die mich an Drachen erinnert haben, doch bei den Kamelen mit ihren markanten Hälsen und Köpfen war es genau so. Nur Feuer kam nicht aus ihrer Schnauze, dafür aber ein starker Gestank – zum Glück saßen wir hinten auf dem Rücken.

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Kamele: wie Drachen, nur ohne Feuer

Kamel gegen Drahtesel getauscht

Nach zwei Tagen auf Kamelen hatten wir noch zwei Tage auf Mountainbikes geplant. Eine Tour von 70 Kilometern stand uns bevor, die Bedingungen waren schwer und die Mittagshitze wollte vermieden werden: Deswegen ging es schon gegen fünf Uhr früh los. Der sandige und hubbelige Untergrund machte uns allen zu schaffen, dennoch meisterten wir die ersten Stunden des Bergauf-Fahrens. Die anschließende Abfahrt war landschaftlich genau so schön wie der Anstieg. Aber auch dort hatten wir wieder eine Art Wellblech auf der Straße, aber was solls – wir waren ja wegen des Erlebnisses unterwegs.

Erst nach neuen Stunden radeln gabs was zu Essen.

Am Ende war ich erfreut, dass ich die Herausforderung bestanden hatte. Die bestand nicht nur im Fahren allein, wir mussten außerdem gegen unseren Hunger kämpfen: Erst im Ziel nach neun Stunden Radfahren erhielten wir unser lang ersehntes Mittagessen. Danach waren wir uns darin einig, dass wir kein Nachmittagsprogramm nötig hatten.

Der zweite Radtag und zugleich letzte aktive Expeditionstag war großartig. Natürlich genossen wir wieder einmal den schönen Sonnenaufgang vom Rad aus und erreichten gegen Mittag das Ziel in 50 Kilometern Entfernung. Diese Mal kam es aufs Teamradeln an: Wir gaben dem Gegenwind durch das Windschattenfahren keine Chance.

 

Die letzten Tage in der Mongolei – mehr Bilder
 Zehn Tage voll Sand und Staub

Der Nachmittag war mit einem spannenden Programm gefüllt: Wir sollten Millionen Jahre alte Dinosaurierknochen finden, und zwar in einem der letzten existierenden Saxaulwäldern, dessen Bäume bis zu 40 Meter lange Wurzeln in die Sanddünen graben. Wir konnten zudem einen Blick über die Flaming Cliffs werfen, die bei Sonnenauf- und -untergang, so sagt es schon der Name, beeindruckend rot leuchten.

Schon stand der letzte Abend an, den wir alle frisch geduscht in einem Touristencamp mit unserem Abenteurer Mike Horn verbrachten. Trotz des geringen Wasserdrucks, das aufs Wassersparen zurückzuführen ist, haben wir alle die Dusche nach zehn Tagen Staub und Sand genossen, wie noch keine Dusche zuvor. Am Abend wurden nochmal alle Geschichten von der Expedition herausgekramt und wir dankten uns allen tausendmal für diese unglaubliche Expedition.

Abschließende Worte

Von dieser Erfahrungen werde ich noch mein Leben lang profitieren. Ich habe viel über die mongolische Kultur und Landschaft gelernt. Durch unsere wissenschaftlichen Untersuchungen wurde mir auch deutlich, was eine Klimaerwärmung und eine unkontrollierte Landwirtschaft für Folgen auf die verschiedenen Gebiete der Mongolei hat. Ich habe gelernt, wie man die Natur genießen kann und das Beste aus seinem Leben macht: Gerade wenn man auch mal Strapazen auf sich nimmt, wird wird das Leben interessanter und lebenswerter.

Text: Constantin Vogt
Fotos: Dmitry Sharomov

Mehr Bilder von der Pangaea-Expedition...

... gibts in dieser Bildergalerie oder in den Texten zu Constantins Abenteuerreise.

 

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