WG-Blog: „Ich würg das jetzt runter...“

Von: Die-WG
 
09.12.2011 - 13:15
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Unter dem Motto "Meet & Eat" haben sich Franka und Lien einen Abend lang durch die Dresdner WGs geschlemmert. Welchen kulinarischen Schock sie bei der ersten WG verdauen mussten, verrät euch Lien.

Meet & Eat

Das Prinzip des Events: Im Laufe des Abends geht es im 3er-Team zu drei verschiedenen WGs, die jeweils die Vorspeise, das Hauptgericht oder die Nachspeise servieren. Bei jedem Gang triff man auf ein weiteres Team, das zu Gast ist. Macht im Endeffekt: 18 neue Bekanntschaften an einem Abend. Das Meet & Eat wird vom eXmatrikulationsamt organisiert.

Ich starre den Topf an, versuche ihn zu hypnotisieren, zu verwünschen oder ihn verschwinden zu lassen. Für mich bleiben nur noch zwei Optionen übrig: 1. Rennen. 2. Das Zeug runterwürgen. Die ersten Minuten unseres ersten MEET & EAT habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt.

Mit gequältem Blick versuche ich Franka telepathisch meine Notsituation zu schildern. Wenn es etwas auf der Welt gibt, das ich über alles verabscheue, dann sind das: Zwiebeln. Und hier gibt es als Vorspeise: Zwiebeln. Sie mögen es zwar „Zwiebelsuppe“ nennen, für mich zählt aber nur das stinkende Gewächs. „Wir haben extra für euch ein ganzes Netz gemacht.“, die Köchin des Hauses strahlt uns an. Ich halte mich an Franka fest, versuche an Pizza, Burger, Kinderschokolade zu denken...irgendwas LECKERES. Nach einem mehrminütigen inneren Monolog, entschließe ich mich dafür ein guter Gast zu sein und flüstere Franka wimmernd zu: „Ich würg das Zeug jetzt einfach runter...“.


Na, hats geschmeckt?

Als die Gastgeberin uns ein Schüsselchen mit 98 Prozent Zwiebelanteil und ein paar Tropfen Wasser in die Hand drückt, nickt mir Franka motivierend zu und ich versuche meinen Mageninhalt zu kontrollieren. Ein Löffelchen für Mama, würg, ein Löffelchen für Papa, würg, ein Löffelchen für den Anstand... nach fünf Minuten hat die versammelte Mannschaft die volle Schüssel zur Seite gestellt. „Nicht so meins... Ich ess noch bisschen Toast...“ wird in die Runde gemurmelt und auch ich kapituliere. Einzig unser allseits bekannter Babydinosaurier Franka verputzt ihre Portion und entlockt den Gastgebern ein müdes Lächeln. Ihr Kommentar:  "Verdammt, ich habe gedacht, dass ich aufessen muss. Hätte ich gewusst, dass ihr die Pampe auch stehen lasst..."


Das Team "Drink-Ings." überzeugt nicht nur mit dem
Hauptgang, sondern auch mit ihrer Optik.

Umso größer ist also die Freude, als wir zum Hauptgang weiterziehen können. Aus der trüben Runde bei der Vorspeise wird eine lustig bunte Truppe beim Team „Drink-Ings“. Unsere Gastgeber entzücken mit pinken Sonnenbrillen und Glitzerhaareifen. Auf den Tisch kommt vernünftiges Essen: Lasagne. Wir schlagen uns die Bäucher voll und erfreuen uns am Bild unserer angeschwipsten Gastgeberin, die für uns den kompletten Glühweinvorrat der WG leert. Viel Zeit für Klatsch und Tratsch bleibt uns aber nicht. Beim letzten Gang sind wir gefragt.
 

Rezept für Cupavci à la SPIESSER-WG

75g Margarine
6 Eier
300g Zucker
15 EL Milch
450g Mehl
1 1/2 Pk. Backpulver
2 Pk. Blockschokolade
2 Pk. Kokosraspeln
Teig: Butter+ Eigelb+Zucker vermischen, Milch+Mehl+Backpulver dazugeben, Eiweiß schaumig schlagen und unterrühren, alles vermengen, Ofen auf 190°C, Blech mit Butter+Mehl fetten, Teig verteilen, 25-30 Min. backen, in Stücke einteilen.
Glasur: Blockschokolade+2 kleine Tassen Milch+50g Zucker in einem Topf schmelzen lassen. Kuchenstücke in Schokolade und danach in Kokos wenden. Fertig!
 

Für die Nachspeise begrüßen wir die Teams „Darfs noch was sein?“ und „PaSDa“ in der SPIESSER-WG. Natürlich kommen wir souverän zu spät zu unserem eigenen Gang, entschädigen aber sofort mit Cupavci, einem kroatischen Kokoskuchen, angerichtet mit Obst. Der Kuchen kommt (anscheinend?) gut an und die Teller sind leer geputzt. Auch hier befinden wir uns in bester Gesellschaft. Eine lustige Truppe, die sich nach dem Essen sofort auf SPIESSER-WG Erkundungstour begibt und unsere Küchenwand/Mikrowelle mit den obligatorischen Post-its verschönert. Franka stellt verwundert fest, dass ein Mitesser (ganz schön flacher Wortwitz, oder?) aus Osnabrück kommt. Heimatsgefühle machen sich breit und so wird noch eine extra Runde Glühwein an alle verschenkt bevor wir uns auf dem Weg zur Preisverleihung im Studentenclub Aquarium machen. Einen Preis räumen wir nicht ab, dafür das Team „Darf's noch was sein?“. 20 Liter Apfelsaft dürfen die Glücklichen mit nach Hause schleppen. Nicht gerade zum Vergnügen der Gewinner, die Apfelsaft verabscheuen und jetzt mit monströsen TetraPacks das Dresdner Nachtleben unsicher machen werden. Na, wenns sonst nichts mehr sein darf!

Text: Lien Herzog, Fotos: Privat

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Kommentare

Bild von Eva Weber

Oh Franka!

Laufen eigentlich schon Tests, ob man mit deinem Magen Sperrmüll entsorgen kann?

Offline
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