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Socialvernetzwerkungsdings
Nix verpassen
Das ist ja wohl der Gipfel.
Mit Twitter (zu Deutsch: „Zwitschern“) ist das so eine Sache. Gezwitschert wird nämlich viel, wenn der Tag lang ist. Über Gott, die Welt, die grüne Kaffeetasse unter Omis Kühlschrank... Alles was einem eben so durch den Kopf flitzt an kostbarem Gedankengut. Es gibt ja genug Vögel über die man zwitschern kann. Und so zwitschert man munter drauflos. Munter klang das Zwitschern heute allerdings nicht. Es klang eher nach einem Kreischen eines Riesenkakadus als nach Vögeln.
Topthema war heute der G20 Gipfel im amerikanischen Pittsburgh, bei dem es offenbar zu heftigen Ausschreitungen kam.
Managment und Afrika
Der Zusammenschluss der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, der 1999 in Berlin ins Leben gerufen wurde, um an Lösungen globaler, vorwiegend wirtschaftlicher Probleme zu arbeiten, hat sich gestern wieder zusammen gefunden. Und nun beraten die Banken- und Wirtschaftsbosse fleißig, wie es mit der weltweit ausgebrochenen Finanzkrise weitergehen soll. (Ja, die Finanzkrise gibt es noch. Auch wenn das Taschengeld noch nicht gekürzt wurde.) Wie es nun mit den Managergehältern weitergehen wird, war eine der zentralen Fragen. Die Länder wollen die Bonuszahlungen der Manager einschränken und die Banken zu mehr Risikovorsorge drängen.
Und was geschieht in Afrika? Da verenden die Herden der Bauern. In Kenia herrscht die schlimmste Dürreperiode seit Jahren. Kann man den Afrikaner vielleicht das Wasser reichen? Nein,
Manager vor Bauer. Geld vor Wasser.

Ausgezwitschert
Genauso laut, wie bei Twitter gezwitschert wurde, demonstrierten viele Gegner, vor allem Jugendliche gegen den Gipfel oder gar den Kapitalismus. Innerhalb kürzester Zeit tauchen seit gestern ständig neue Videos auf YouTube auf, die Demonstranten ins Netz stellen. Da sieht man bunte Scharen protestierender Menschen und schwer bewaffnete Polizisten, die in ihrer schwarz-grauen Uniform sehr an die militärischen Kräfte der damals protestierenden Regimegegner im Iran erinnern. Zwei Welten prallen aufeinander: Auflehnung gegen Gleichgültigkeit. Emotionen gegen Kaltblütigkeit. Wut prallt gegen Tränengas, Gummigeschosse ballern auf Hoffnung nach Veränderung.
Das letzte Video zeigte einen bunt gekleideten jugendlichen Demonstranten, der von Soldaten in ein ziviles Auto gezerrt wurde. Das Zwitschern war mir vergangen. Zurück blieb die Frage, wer wen erhört und hören will. Wer zuletzt zwitschert.
Die Frage glich eher einem Fiepsen.
Bild1: Börsenmarkler (Quelle: Chiemgau-online.de)
Bild2: Afrika (Quelle: africanadventure.de)
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