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Nix verpassen
Maskenball mit Deichkind
Alkoholdusche, Federkissenschlacht und Schlauchbootfahrt auf dem Publikum – nach dem Deichkind-Konzert ähnelt die Tanzfläche einem Schlachtfeld. SPIESSER.de Autorin Anne tanzte an der Partyfront und traf auf der Aftershowparty die Hauptdarsteller höchstpersönlich.
„Verdammt, es gab einen Dresscode“, das ist mein erster Gedanke als wir die gut gefüllte Konzerthalle betreten. Heute spielt keiner sich selbst. Jeder ist verkleidet. Gleich im Eingangsbereich steht eine Gruppe von acht Männern, die kaputte Sonnenbrillen, Ballettröckchen und hautenge Tops in unmännlichen Farben tragen. Alles was auffällt und von Oma ausrangiert wurde, ist erlaubt – wie bei einer riesigen Bad-Taste-Party. Der 27jährige Felix trägt eine Kombination aus Mülltüte und Knicklichtern und sagt: „Wenn ihr wartet kommen noch mehr.“
"Welche Arbeit nervt nicht?"
Ein Ohrwurm von Deichkind heißt "Arbeit nervt". SPIESSER. de Autorin Anne fragte das Konzertvolk, welche Arbeit nervt denn nicht?
Bevor die Deichkinder aus dem hohen Norden durchstarten, erschallt eine Belehrung über die Lautsprecher: Konzertbesucher, die auf Federn allergisch reagieren, werden gewarnt. Was erwartet uns? Im Publikum bekommt zumindest keiner Panikattacken, anscheinend kennen alle das Programm. Und dazu gehört auch die riesige Leinwand vor der Bühne über die mitreißende Musikvideos laufen. Die Menge tanzt also erst mal ohne Deichkind und die Sicherheitsmänner schauen besorgt über die Brüstung.
Punkt 21 Uhr fällt der Vorhang. Das Theater beginnt: Neonfarbene Gesichtsbemalung, Müllsäcke als Kleider und blinkende Pyramiden auf dem Kopf und vor der Brust – so werden die Deichkinder zu den Protagonisten des Abends. Ihr erstes Lied „Arbeit nervt“ geht ins Ohr. Simple, eigentlich monotone Rhythmen erreichen das Publikum. Die Menschenmenge schlägt Wellen. Der Beat konkurriert mit dem Herzklopfen. Und das ist erst der Anfang.

Das Konzert ist ein großes Schauspiel. Hinter der Bühne müssen sich die Requisiten türmen. Frauenpuppen, fahrbare Untersätze jeglicher Art, Pferde-, Frosch- und Rabenkostüme – alles kommt zum Einsatz.
Nach „Ich und mein Computer“ wird es persönlich. „Herzlich Willkommen. Wir sind Deichkind. Und geht`s euch gut dabei?“ Damit die Stimmung zum Zenit steigt, fließt Gin Tonic aus Plastikschläuchen ins Publikum. Für diesen Alkoholfluss sorgt die „Zitze“, ein künstlich angelegter Hügel in der Mitte der Bühne, auf dessen Gipfel der Eimer mit dem Getränk baumelt. Auf diese Erfindung sind Deichkind wirklich stolz. Der Gin brennt dem Publikum zwar in den Augen und trotzdem singen alle: „Ein Hoch auf die internationale Getränkequalität.“
In den anderthalb Stunden Spielzeit wird schnell erlebt. Ein Deichkind surft in einem Schlauchboot über die aufgeheizten Köpfe. Beim nächsten Ritt über das Publikum schüttelt er Federkissen aus. Die Federn kleben auf der nassen Haut – dank der vorherigen Warnung gibt es aber keine allergischen Reaktionen.
Nach der Show erkämpft sich das Publikum drei Zugaben. Ein Lied darf natürlich nicht fehlen: „Krawall und Remmidemmi“. Die ersten Töne des Partyschlagers werden dicht gefolgt von Jubelschreien. Endlich! Der Puls, die Bewegung und die Körpertemperatur nehmen wieder schlagartig zu.

Ein Schauspiel nach meinem Geschmack. Deichkind haben sich auf der Bühne abgerackert. Und trotzdem tanzen sie mit uns auf der Aftershowparty. Die Partytiger halten den Kontakt zum Gefolge – und das ist nicht gespielt.
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