Wie ein Star ...

Von: NoraJa
 
04.05.2010 - 09:21
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Nora lernt einen chinesischen Flughafen von innen kennen und erfährt wie ein echter Star sich so fühlt.

Ich war vorbereitet und der Meinung, dass es schon nicht so schlimm werden würde, das Angestarrtwerden.

Nora hat neun Wochen im chinesischen Qingdao verbracht, eine Sprachschule besucht und lebt in einer Gastfamilie gelebt.

Ich hatte darüber im Vorfeld der Reise in unzähligen Büchern gelesen, es aber mehr oder weniger „überlesen“. Mittlerweile kann ich es nur unterstreichen und zwar mit einem extra dicken Filzstift. Anfangs fand ich das noch ganz lustig, doch irgendwann wurde es sehr sehr anstrengend und zum Teil auch bedrohlich. Vor ein paar Tagen habe ich einen Freund aus Deutschland vom Flughafen abgeholt.

Acht Stunden am Flughafen

Durch Probleme am Flughafen in Shanghai konnte die Maschine aber nicht abheben und es gab keine Informationen darüber wann dies geschehen würde. So verbrachte ich knapp acht Stunden auf dem Flughafen.. Als einziger Ausländer fällt man da natürlich auf und ist froh über jeden, der Englisch spricht – oder es zumindest versucht.


Kein Flug aus Shanghai. Foto:mschollhorn www.pixelio.de

 

Am Ende dieses Abends zählte mein chinesisches Handy zwei neue Nummern und einen Chinesen  hatte ich lautstark angeschrien. Der folgte mir nämlich aus einem mir unerklärlichen Grund auf Schritt und Tritt durch den ganzen Flughafen: Blieb ich stehen, verharrte auch er in seiner Bewegung. Setzte ich mich, suchte auch er sich einen Platz, ganz in der Nähe. Nachdem ich mir die Szene eine ganze Weile angeschaut hatte, immer im Wechsel aufstehen, dann wieder setzen, und er einfach nicht aufhörte mir zu folgen, musste ich ihn einfach anschreien. Geholfen hat es nicht lange, bald nahm er seine Verfolgungstour erneut auf. Erst nach einem zweiten Mal schreien, war er plötzlich verschwunden – sehr skurrile Situation.

Eier gegen Streik

Doch von solchen Situationen gab es an diesem Abend genug: Als das Flugzeug aus Shanghai, in dem besagter Freund sitzen sollte, dann mit schon vierstündiger Verspätung endlich abflugbereit gewesen wäre, wollten die Fluggäste nicht mehr einsteigen und streikten. Erst als den schnellsten 20 Fluggästen eine bestimmte Anzahl an Eiern (!) und eine finanzielle Entschädigung angeboten wurde, stiegen sie ein und die Maschine konnte abheben. Da war es aber auch schon weit nach Mitternacht und wir hatten beide über sieben Stunden Flughafen – er in Shanghai, ich in Qingdao – hinter uns. Auch das ist China, immer schön gelassen bleiben.

Gelassenheit ist etwas, was ich hier lernen werde. Gehört anscheinend zu einem Star dazu. Dann kann ich auch weiterhin gelassen in die vielen Kameras lächeln, die auf mich und meinen Freund gerichtet werden. Gegen ein kurzes Hinschauen habe ich ja gar nichts. Die Menschen unterbrechen ihre Arbeit, verlieren den Straßenverkehr aus den Augen und beziehen Umstehende mit ein.

Wir sind über das Wochenende nach Xi’an geflogen und konnten uns zum Teil nicht mehr fortbewegen, ohne dass gleich die nächste Gruppe aufgeregter Chinesen um uns herum stand und Fotos knipste.


Die Kamera ist stehts präsent und bereit zu knipsen.

Starrummel
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Meistens läuft das so: Man wird von einem Chinesen entdeckt, der sich erst kichernd wegdreht, die Entdeckung seinen Freunden mitteilt, um anschließend mit ihnen gemeinsam zu entscheiden, wer vorgeschickt wird, um uns auf Englisch nach einem Bild zu fragen. Mit dieser Sprache ist es hier nicht so leicht: Obwohl die meisten Chinesen schon vor der Schule Englisch lernen, ist dies meist nicht alltagstauglich. Die Sätze klingen wie direkt aus dem Lehrbuch oder von Sprachlern-CDs – immerhin reicht es aber für Komplimente, wie „Deine Augen sind wunderschön“.

Nachdem der Trick mit einer Mütze, die ich immer dann aufsetze, wenn ich irgendwo ungestört hingehen möchte, nicht mehr richtig funktioniert, habe ich einige neue ausprobiert. Seit einer Weile grüße ich die Leute einfach konsequent auf Chinesisch, woraufhin sie ungläubig und staunend zurückschauen. Manchmal schaue ich auch einfach solange zurück, bis sich mein Gegenüber entschieden hat, genug gesehen zu haben. In Zukunft werde ich wohl auch noch zurückfotografieren, dann haben beide ihren Spaß und ihr Foto.

Was in China passiert, wenn man als Ausländer seinen Schlüssel abbricht, lest ihr auf der nächsten Seite.

Kommentare

Bild von Lilientiger

Und ich freu mich drauf, zu

Und ich freu mich drauf, zu lesen, wie es dir so ergeht!

Bild von Lilientiger

Was ich mich gerade frage:

Was ich mich gerade frage: Was isst man in China eigentlich zum Frühstück?

Bild von Bine

Das Internet sagt: Tee und

Das Internet sagt: Tee und Suppe.

Bild von NoraJa

Das stimmt fast: (Reis-)suppe

Das stimmt fast: (Reis-)suppe gibt es tatsächlich zum Frühstück. Ansonsten eher Milch als Tee. Ich habe mit meiner Gastmutter abgesprochen, dass ich nicht frühstücken muss, sondern Toastbrot (bisschen süßer als das deutsche) mit in die Schule nehmen kann, dazu gibt es dann Milch.

Bild von Lilientiger

Suppe zum Frühstück... Ich

Suppe zum Frühstück... Ich will nicht nach China ;)

Bild von --Gerry--

Suppe zum Frühstück? Ist die

Suppe zum Frühstück? Ist die dann kalt oder warm??

Bild von NoraJa

Das kommt ganz darauf an.

Das kommt ganz darauf an. Meistens warum oder zumindest lau, u.U. auch mit Nudeln - so wie wir sie in Deutschland zum Mittag essen. Das muss man aber nicht essen oder mögen (mach ich auch nicht) es gibt wie gesagt auch Toastbrot. Generell finde ich das Essen hier sehr sehr lecker, viel Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte und Obst an jeder Ecke. :O)

Bild von Lilientiger

Im 6. Schuljahr hatte ich mal

Im 6. Schuljahr hatte ich mal eine China-AG und die Lehrerin ist richtig böse mit uns geworden, weil wir die Zeichen nicht in der richtigen Reihenfolge gemalt haben. Warum das so wichtig ist hab ich bis heute nicht verstanden...
Ich finde es übrigens schrecklich, wenn Namen in andere Sprachen umgewandelt werden. Laura sollte auch im Ausland noch Laura bleiben und nicht Looora. Und Michael ist Michael und nicht Maikääl. So heißt man nun mal. Gut, dass man bei Larissa (wie bei Nora) nicht so viel falsch machen kann.

Bild von SapandSaucy

Zeichen gemalt? Das würde dir

Zeichen gemalt? Das würde dir deine Lehrerin sicher auch übel nehmen. Aber warum ist das wichtig? Darauf gibt es vielleicht keine direkte Antwort, oder NoraJa? Aber stell' dir mal vor, du schreibst ein Deutsches Wort und beginnst am Ende oder irgendwo in der Mitte. Macht man ja auch nicht.
Aber ich stelle es mir wirklich verdammt schwer vor, Chinesisch zu lernen. Habe ja schon mit Englisch meine probeleme und fand Französisch schwierig. :-)
NoraJa, wie lange lernst du schon? Wie lange hast du schon Chinesisch gelernt, bevor du nach China gegangen bist? So viele Fragen, aber ist wirklich interessant! :-)
Viele Grüße!

Bild von Onlineredaktion

Lääärissa

Lääärissa

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