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Schwarz, rot, geil - 10 Geschichten über Deutschland
Leitkultur, deutsche Tugenden, Sozialstaat, Vereinigung, Patriotismus: Wenn es um Deutschland und Stolz geht, wird schnell schweres Geschütz aufgefahren. SPIESSER-Autoren haben sich den Schlagworten der Diskussion angenommen. Rausgekommen sind zehn Geschichten über Deutschland.
Was ist die deutsche Kultur?
Was ist die deutsche Kultur?
Schüler - und damit Opfer der Lehrmeinung - denken erst mal an Goethe und Faust. Mutti erklärt uns aber auch: Kultur ist, mit dem Löffel zu essen. Die Frage, wo dann die deutsche Kultur anfängt und was sie besonders macht, überfordert am Ende sogar die Intendantin der Deutschen Oper in Berlin - ihr Pressesprecher Felix Schnieder-Henninger: "Uns fällt dazu nichts ein, das geben wir ganz ehrlich zu."
Wir wollen eure Meinung wissen: Seid ihr nun stolz, deutsch zu sein? Oder geht das gar nicht? Schreibt uns eure Meinung, eine Geschichte oder ein Gedicht, dreht einen Film oder bastelt eine Collage. Die besten Antworten veröffentlichen wir auf SPIESSER.de |
Die Wissenschaft tut sich nicht leichter. "Ich glaube, es gibt weniger eine deutsche Kultur als eher lokale und regionale Kulturen. Was sollte die deutsche Kultur sein - die Bayrische? Die Berliner? Die Hamburger?", grübelt Johannes Moser, Professor am Institut für Volkskunde der Ludwig-Maximilians-Universität München.
"Typisch Deutsch" gibt's nicht. Die Definition von Turbostaat nimmt er auseinander: "Da haben wir ihn doch, den Pluralismus! Porsche ist ein Produkt für die schmale Elite. Genscher führender Politiker einer marginalen Partei, die nie über zehn Prozent hinauskommt. Der HSV ist eine regionale Erscheinung, und Hallo - wo sagt man schon Hallo?"
Selbst beim Fußball sei ja nichts mehr beim Alten: Früher behaupteten Fans aus England, die Deutschen spielten schlecht und holten sich trotzdem die Titel. 2006 sah's anders aus. Deutsche Kultur kann man 2008 nur noch über die Dinge definieren, die vermutlich zu ihr gehören - als Begriff hat Kultur keine Grenzen.
Im 19. Jahrhundert dachten Politiker noch, sie gehöre untrennbar zum Nationalstaat. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Globalisierung wieder mal das Stichwort. Musik und Klamotten kommen aus der ganzen Welt zu uns.
Kultur, so hört man, soll das Gegenteil von Barbarei sein. Barbarei wiederum ist der Run aufs Drei-Euro-Hemd bei Kik. Bei Domian im WDR erzählt indes die mollige Claudi, dass sie im Chat Typen aufreißt und dann zum Sex durchs ganze Land fährt. Nicht im Porsche. Martin Machowecz, 19
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