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Hand anlegen: Kann der Staat die Börsenkurse lenken?

 
11.12.2008 - 14:07



Der Staat will Hand anlegen: Mit Steuersenkungen, Kosumgutscheinen oder bedingungslosem Grundeinkommen will er Wirtschaft und Börsenkurse stabilisieren. Doch Kann ein staatlicher Eingriff den Börsenkurs mit einer Fingerbewegung nach oben korrigieren? Wir haben nachgefragt: Beim verstorbenen Adam Smith, dem Goldesel und dem erstplatzierten beim Planspiel-Börse.Könnte der Wirtschaftsguru Adam Smith hören, was in den letzten Wochen im Bundestag diskutiert wurde, würde er sich glatt im Grab umdrehen: Denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten Geld in Wirtschaft und an die Bürger zu verpulvern, davon hält er überhaupt nichts. Smith ist Gründer der Theorie des so genannten Wirtschaftsmonetarismus. Der besagt unter Anderem: Die kränkelnde Wirtschaft wird wieder gesund. Dem Staat rät er: Finger weg von Hilfspaketen.

Steuersenkung, Konsumgutschein, Grundeinkommen. Was hilft gegen Konsumflaute?

In der Praxis diskutieren Politiker drei Varianten, die den Bürgern mehr Geld in Portemonnaie zaubern sollen. Wenn die Bürger das Geld ausgeben, haben Unternehmen mehr Geld. Damit können sie neue Mitarbeiter einstellen. Diese erhalten Gehalt, das sie wiederum ausgeben können. So soll durch ein kleines Geldgeschenk der Wirtschaftsmotor wieder brummen.




Kein Schotter vom Staat

Planspiel-Börse-Teilnehmer Tommy meint: "Der Staat soll sich raushalten. Die Wirtschaft in unserem Land wird wieder gesund. Die Zeiten, in denen der Staat Einfluss auf den Konsum der Menschen hat, sind vorbei."











WWie das Geschenk verpackt wird, ist noch fraglich. Eine Möglichkeit: Die Absenkung der Mehrwertsteuer. So sollen Bürger bei jedem Einkauf zwei Prozent weniger bezahlen. Auch eine Ausgabe von Konsumgutscheinen ist in Diskussion. Dies hätte für den Staat den Vorteil, dass nur ein einmaliges Geldgeschenk für den Bürger bezahlt werden muss. Ein bedingungsloses Grundeinkommen oder einen Mindestlohn fordern Linke und Grüne. Sie sollen dem Bürger das Einkommen sichern und die Angst vor einem leeren Konto nehmen. So sollen wir auch weiterhin Geld ausgeben.

Doch was bringen die Geldgeschenke vom Staat? Wir haben jemanden gefragt, der sich mit Geld auskennen muss: Tommy Malburg, 17, vom Planspiel-Börse-Team "Die4Lustigen3 ". Er hat mit seinem Team innerhalb von zwei Monaten am Aktienmarkt aus 50.000 Euro fast 110.000 Euro gemacht.

Gutschein? Nein Danke!

"Wenn der Staat Geld zu verschenken hat, frage ich mich zuerst: Wo soll das Geld herkommen? Diese Frage schafft für den Bürger keine Sicherheit", sagt Tommy. Der Schüler ist skeptisch. Er meint, dass die Bürger dem geschenkten Gaul sehr wohl ins Maul schauen. Beim Blick ins Maul des Staates wird schnell deutlich: Das Konto der Bundesrepublik Deutschland ist in den Miesen. "Da wird man eben skeptisch und gibt das geschenkte Geld nicht aus, sondern spart es aus Sicherheitsgründen", sagt Tommy. Damit wäre der Wirtschaft aber nicht geholfen.

Eine wachsende Wirtschaft ist das eine. Wie sich Aktienkurse entwickeln eine andere Sache: Denn der Aktienkurs entscheidet sich nicht danach, wie gut es einem Unternehmen geht, sondern danach, wie viele Leute eine Aktie kaufen wollen: "Geldgeschenke vom Staat , egal welche, können die Börsen nicht stabilisieren. Wer bitte gibt sein Geld in unsicheren Zeiten noch an der Börse aus? Selbst, wenn es geschenkt ist", meint Tommy. Dass Bürger ihr Geld sofort in Aktien investieren, glaubt der Schüler nicht. In diesem Punkt ist Tommy mit Smith einer Meinung: "Die Zeiten, in denen der Staat Einfluss auf den Konsum der Menschen hatte, sind vorbei", sagt er.

Der Goldesel kann einpacken

Das Märchen vom Goldesel, vom Esel, der Geld spuckt und es niemanden interessiert, woher das Geld kommt, ist nicht mehr vorstellbar. Tommy meint, heute würden die Bürger auch wissen wollen, wer die Genschenke finanziert. "Wirtschaft und Aktienkurse könnten sich nur stabilisieren, wenn die Bürger den Unternehmen und ihren Arbeitgebern wieder vertrauen. Das könne eben noch ein wenig dauern. Wenn die Bürger dann wieder ein sicheres Einkommen haben, werden sie auch in Aktien investieren", sagt Tommy.

Abwarten also. Auch der Vergleich zeigt: Wirtschaftlich schlechte Zeiten kehren etwa alle vier Jahre wieder. Vielleicht eine richtige Reaktion: Zumindest der Goldesel wird am Ende des Märchens aus Neid gestohlen. Wer wüsste, welches Unheil geschenkte Konsumgutscheine anrichten könnten.

Text: Felix Scheidl, Fotos: Pixelio.de: Harald Wanetschka , Konstantin Gastmann,  Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit: Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Bild von Bulle

Geld geschenkt: Nein danke!

Wer soll denn das bitte bezahlen? Alles, was ihr vom Staat geschenkt bekommt, holt er sich an anderer Stelle wieder. Der Staat ist doch keien Wohltätigkeitsorganisation der was zu verschenken hat! Und wenn es sich heute nicht wieder holt, na dann halt in drei Jahren.

Bild von Caldor

JU sagt JA zum bedingungslosen Grundeinkomme

Die Junge Union will die Idee eines solidarischen Bürgergeldes des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) unterstützen:

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Junge-Union-will-B%FCrgergeldvors...

Ein BGE fordern eben nicht nur Grüne und Linke, wie uns der Autor dieses Artikels weismachen will. Auch in vielen Kreis- u. Ortsverbänden der SPD wir diese Idee verfolgt (z.B. SPD Rhein-Erftkreis).

Bild von chiara

JU sagt JA zum bedingungslosen Grundeinkomme

das macht doch gar keinen Sinn!!! Der Staat hat selber nicht genug, druckt neues Geld und das Geld verliert den Wert...

Bild von oswald

JU sagt JA zum bedingungslosen Grundeinkomme

... hier ist ein sehr gut gemachter Film auf den ich gerne aufmerksam machen möcht:

Freiverfügbar
Kulturimpuls-Grundeinkommen:

http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkomme