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Communitys im SPIESSER.de-Test, #6: Spickmich
Viel Hype zur Zeit um Spickmich.de - also hat sich auch SPIESSER-Autorin Resi mal dort angemeldet. Nach einigen Tagen zieht sie Bilanz: ganz spannende Funktionen, aber auf dem Hocker bleibt sie trotzdem.Text: Resi Schneider
Reinkommen
Das Anmelden geht ziemlich leicht: Stadt, Schule, Name, Klasse, E-Mail-Adresse - Klick. Das Profil ist gewöhnlich, erinnert aber durch Felder wie "Lieblingsfach" oder "Was ich euch unbedingt noch sagen muss" eher an das Diddl-Poesiealbum aus lang vergangenen Zeiten. Übersichtlich und ansehnlich ist das Ganze immerhin: Kein grelles Neongrün, dafür schwarze Schrift auf weißem Untergrund mit zartem Orange und undefinierbarem Blau, das verschreckt das Auge nicht. Aus der Menüliste links kommt man flugs zum Wunschort. Unsympathisch ist jedoch, dass fast jeder Link sidomäßig mit Mein anfängt (Meine Schule, Meine Clubs, Meine Freunde, ). Naja, Schwamm drüber. 
Aufhänger
Wichtigster Punkt ist das Lehrerbewerten, das Prinzip simpel. Man erstellt eine Liste seiner Lehrer und gibt dann logischerweise wie in der Schule mit neun vorgegebenen Kriterien Noten von eins bis sechs. Warum allerdings der erste Kritikpunkt sexy ist, verstehe ich nicht. Bekomme ich einen neuen Lehrer, frage ich doch nicht "Und? Ist er sexy?" sondern eher "Und? Ist er gut?" Die anderen Punkte gehen in Ordnung. Von "Leichte Prüfungen" über "Menschlich" bist "Faire Noten" wird alles abgedeckt.
Trotzdem ist das natürlich ein strittiger Punkt. Auf der einen Seite sind viele Schüler begeistert, auch mal ihre Lehrer bewerten zu können. Schließlich muss man sich von ihnen ganz paar Jährchen lang viel gefallen lassen und kann über spickmich.de seine Meinung verkünden. Allerdings wird die Bewertung erst angezeigt, wenn ein Lehrer auch noch von anderen Schülern bewertet wird.
Klar, wäre ja sonst irgendwie unfair - und so wird grob verhindert, dass ein User seinen gesamten Frust oder alle Liebe auf einem Hass- oder Lieblingslehrer ablädt.
Langweilig wird das nur, wenn jemand der einzige aktive User seiner Schule ist. Der kann zwar die schönsten und schrecklichsten Lehrer erstellen und nach Herzenslust bewerten sowie Zitate einfügen - aber von den anderen Schulen macht natürlich niemand mit. Deswegen sind auch die Listen zum Top- und Flop-Lehrer nicht wahnsinnig spannend. Immerhin sind mir alle dieser An-Die-Tafel-Schreiber unbekannt.
Mit-Macher
Geführt wird spickmich.de von drei Kölner Studenten. Die Guten kamen auf die Idee, weil sie selbst in ihrer Schulzeit gerne Lehrer bewertet hätten. Offenbar zieht die Masche über 40.000 User sind schon angemeldet. Trotzdem verwirrt es irgendwie , dass das angemeldete Mädchen aus meiner Schule angeblich schon 27 ist. Gefühlt ist aber der große Haufen der User in ernster Sache mit dabei und hat Spaß.
Ausgefuchst ist auch, dass man völlig unkompliziert Freunde zu spickmich.de einladen kann: Ein Formular, wo man schlicht Name und E-Mail Adresse einträgt, hat ja jeder. Bei spickmich funktioniert das aber auch per kostenloser SMS.
Und sonst so
Wenn man keine Lehrer bewerten will oder das irgendwie langweilig findet, ist spickmich.de natürlich immer noch eine amüsante Comunity. Freunde oder zumindest Gleichgesinnte finden sich ganz einfach in den vielen Clubs. Hier ist so gut wie jedes Thema vertreten Politik, Städte, Musik, Sport und natürlich Schule. Teilweise sind die kleinen Foren äußerst interessant mit vielversprechenden mit Namen wie "Warum gibt es kein Katzenfutter mit Mäusegeschmack???" oder "Ich hätte gerne blaue Gummibärchen".
Erwähnt sei noch die Aktivität, nach dem die Seite benannt wurde. Spicken ist hier keinesfalls diese nützliche Aushilfe beim Nichtlernen, sondern eine mehr oder weniger rührende Ehrung. Wie man also bei StudiVZ gruscheln kann, kann man bei spickmich.de andere User spicken. Gähn.
Persönliche Note
Originelle Idee, dafür nicht so besondere Umsetzung, aber zum Teil ganz witzig. Vom Hocker reißt's mich trotzdem nicht, ich bleibe sitzen und lösche mein Profil wieder.
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