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Bin ich schon Nazi?
Das Porträt ist mit schnellen Strichen gezeichnet: Fremdenfeindliches Auftreten, rassistische Einstellung, gepflegte Glatze, Thor-Steiner-Klamotten. Das ist ein Nazi. Wir betrachten ihn mit angewidertem Blick und hoch gezogener Augenbraue. Mit dem haben wir nichts gemeinsam. Doch wie viel vom braunen Pinselstrich steckt in jedem Einzelnen von uns?
Zwei Freundinnen schlendern durch die Stadt. Ihnen kommt eine dunkelhäutige Frau mit ihrem Kind entgegen. "Ach. Schwarze Kinder sind immer so niedlich , schwärmt die eine." Ihre Freundin blafft sie entsetzt an: "Nur weil es vielleicht positiv klingt, brauchst du nicht denken, dass das kein Rassismus ist." Ein starkes Wort für eine so banale Geschichte. Rassismus. Wirklich nur Typen in Springerstiefeln und mit Glatze?
Die Geschichte des Rassismus reicht weit zurück: Experten benennen seinen Ursprung mit Bildung der Kastengesellschaft in Indien mit steigender Tendenz bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als sich die ,,Herrenrassen" über Afrika hermachen. Im Dritten Reich werden stapelweise Bücher zur Rassenkunde geschrieben und die Frau zur Hüterin der deutschen Art erklärt. Rund 60 Jahre später wird in zahlreichen selbst ernannten politischen Internet-Foren wild darüber diskutiert, ob man Menschen nicht einer Rasse zuordnen könne. Als Argument wird das Tierreich herangezogen: Hunde könne man ja schließlich auch einteilen, warum dann nicht die beste Freundin?
Klischeedenken hat immer die Abgrenzung von bestimmten Leuten zur Folge. Das wird sich auch nie ändern. In gewisser Weise gehört die Abgrenzung von anderen Menschen aufgrund von Klamottenstil oder anderer Denkweise zur Selbstdefinition. Allerdings baut sich eine starke Persönlichkeit auf Leistung, Charakter und Vernunft auf. Je größer die eigenen Schwächen, desto mehr braucht man Andere, Schwache, die man ausgrenzen kann. Der absolute Höhepunkt ist Radikalität. Egal ob von links oder rechts.
Eigentlich ist Aus- und Abgrenzung also ein Zeichen von Schwäche, auch gegenüber Nazis. Sind wir wirklich Gutmenschen nur weil wir auf dem Ärzte-Konzert Nazis raus grölen oder Parolen ausgeben wie Bunt statt braun ? Wenn es um Nazis geht, verlassen wir uns oft auf die anderen, die sich in Projekten engagieren. Die sorgen schon dafür, dass Nazis aussteigen können und Opfer von rechtsextremer Gewalt gut beraten werden. Es macht uns das Leben bequem.
Christian ist ein netter Typ, seine Freunde schätzen ihn wegen seiner Verlässlichkeit. Am Ende eines gemütlichen Filmabends sagt er plötzlich: "Also unter Hitler war ja nicht alles schlecht. Das mit den Juden nicht gerade, aber die Deutschen hatten alle Arbeit." Seine Freunde sind geschockt und dreschen mit schlagkräftigen Argumenten auf ihn ein. Zum Beispiel dem: Dass die Arbeitsplätze der Kriegsvorbereitung dienten und den Krieg hat Hitler-Deutschland bekanntlich verloren.
Viele aber zucken in einer solchen Situation mit den Schultern und winken ab. Sicher ist es anstrengend, immer den Hinterfrager zu geben. Dabei geht es gar nicht darum, jemanden gleich anzuspringen, weil er Negerküsse so lecker findet oder nach einem Polenwitz die moralische Keule auszupacken. Schließlich erlaubt der intelligente Humor sogar die politische Unkorrektheit, um etwa auf den Missstand des Andersdenkens hinzuweisen - aber das ist eben nur wirklich witzig, wenn man die platte Aussage zu relativieren weiß. Doch die Grenze zwischen ernsthafter Diskriminierung und bloßem Witz ist dünn. Beides begründet sich auf dem Klischeedenken, das nun mal in jedem verankert ist. Damit wir alle den Nazis entgegen treten können, wäre der erste Schritt, sich der Klischees bewusst zu werden jeden Tag und jede Sekunde. Weder das Mädel, das schwarze Kinder zum knuddeln findet, noch Christian, der Hitler gar nicht so schlecht fand, sind Nazis. Trotzdem ist besonders Christian eine Gefahr aufgrund seiner Unwissenheit. Besonders bei ihm es wichtig, das man aufhorcht und dagegen hält. Das ist ein verdammt harter Auftrag. Aber aus unserer jetzigen Bequemlichkeit heraus kann es passieren, dass wir uns unweigerlich zum Rahmen machen, der das Porträt des Nazis zusammenhält.
Antonie Rietzschel, Peter Stawowy
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=)
also man muss wirklich dagegen ankämpfen, wenn man sowas wie Christians Worte hört, Hitler sei doch gar nicht so schlechr gewesen.Das find ich echt krass.Diese ganzen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen konnte man ja nicht wirklich Arbeit nennen.Kriegsvorbereitung passt schon eher.Und es ist wohl wirklich nicht ok,sein Land in den Krieg zu führen.Da nutzt einem die "schönste" Arbeit nichts, wenn man dann im Krieg stirbt!Also diesen Gedanken kann ich nicht verstehen.Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, dass man über dieses Thema bescheid weiß und den Nationalsozialismus nicht verherrlicht!
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=)
Man muss sich ja beherrschen, um so leuten wie Christian nicht an die Kehle zu springen. Hitler hat zwar Arbeitsplätze geschaffen, Aber im Krieg nutzt einem die Arbeit herzlich wenig. Außerdem hat Hitler zwei Kriege angezettelt, er war also kein guter Mensch.
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=)
es ist einfach so das zu wenig in der schule oder sonstwo so richtig über das thema geredet wird sonst würden solche leute wie christian vielleicht anders denken...
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=) mit schlechtem etwas gutes schaffen?!
ja, das stimmt, wenn ich so was hör/les muss ich mich immer zusammenreißen um nicht auszurasten...ich kapier echt nicht, wie Menschen heute noch so denken können...auch wenn das Problem mit den Arbeitsplätzen heut zu Tage ein sehr zentrales ist, das Problem Krieg, ist doch noch viel schlimmer und größer oder etwa nicht?! Heute müssten doch alle Menschen so aufgeklärt sein, dass niemand mehr für Bush und den Irakkrieg stimmt...ich kann das nicht verstehen! Wie kann man für den Krieg sein?! Den Terror mit Krieg lösen, meiner Meinung nach ist das ein Widerspruch in sich!!! Man kann doch mit Schlechtem nichts gutes schaffen oder? Und selbst, wenn man es könnte, dann würde man später immer wieder sich daran erinnern, wie dieser Friede überhaupt zu Stande gekommen ist; d.h. die ganze Basis aus der dieser Friede dann ensteht ist brüchig, weil sie eben so ganz und garnicht dem Frieden entspricht..!!! aber ich hör jetzt mal lieber auf, sonst steiger ich mich da noch mehr rein *wütend bin* :)
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=)
So sehr mir der Artikel auch gefällt, benötige ich für eine Passage eine genauere Erläuterung:
"Je größer die eigenen Schwächen, desto mehr braucht man Andere, Schwache, die man ausgrenzen kann. Der absolute Höhepunkt ist Radikalität. Egal ob von links oder rechts."
Ständig liest man von dieser Gleichmacherei von Links und Recht. Ich finde es schade, immer wieder solche unbegründeten Aussagen lesen zu dürfen. Gerade dem Hintergrund wegen, wiederspricht es sich doch. Zum einen ist das klassisch "Klischee-Linke" doch etwas gänzlich anderes, als der "Rechtsradikalismus". Während sich die Rechte doch gerade durch Ausgrenzung definiert, ist es doch die Linke, die sich diesen Gedanken entgegestellen will, um für eine gerechtere Welt zu werben. Die Ideale sind also gänzlich verschiedene. Auch schafft sich die Linke keine Identität durch Abgenzung von Rechts, das wäre zu kurz gegriffen. Die Linke hat sich aus einem Interessenkonflikt gebildet, um das was sie als "Gerechtigkeit" versteht, zu verwirklichen, während die Rechte eine Propaganda der Verteilung der Probleme betreibt, redet die Linke von einer Beseitung der Ursachen.
Egal wie man sich mit seinen Postionen zu den Inhalten der Linken verhält. Empfinde ich es trotzdem als falsch 2 so gegensetzliche Ideale auf eine Stufe zu stellen.
Auch bedeutet "Radikal" zwangsläufig nichts schlimmes. Radikal leitet sich vom lateinischen "radix" (Wurzel), um möchte die Verhältnisse an der Wurzel packen, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen. Das muss zwangsläufig nichts schlechtes bedeuten. Auch hat Radikalität nicht das geringste mit "Gewalt" zu tun, wie es aber gerne assoziiert wird.
Ich würde mich über ein Statement der AutorInnen, auf mein Kommentar freuen.
liebe Grüße,
so ein Typ
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@toralf
Deinen letzten Satz kann ich nur zustimmen, und du scheinst das beste Beispiel zu sein wie tief das rechte Problem schon in unserer Gesellschaft drin sitzt. Wer von "türkischen Ethnogangs" spricht hat es wohl erst recht nötig mal sich etwas genauer damit zu beschäftigen, warum es Menschen gibt die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.
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www.du-sollst-skinheads-nicht-mit-nazis-verwechseln.de
also....1. will ich mal sagen ihr habt alle recht was dieses gemeintschaftsproblem angeht aber ich könnte mich auch über etwas anderes aufregen... ich sage skinhead..was denkt ihr? uuuh der böse nazi? FALSCH! skinheads wie alle sagen sind keine nazis sondern eine linke bewegung mitte der 70ger aus london..ihr erkennt sie an bunter schnürsenkeln in den schuhen...
die nazis sind ihnen nur ähnlich weil sie ihren look geklaut haben... ja also nazis sind nur kleine miese versager die sich hinter ihrem ruf versetcken... was können sie schon? nichtz verkloppen ausländer nennen es deutsche wut und am ende sind sie wie emos klein, verstümmelt, verzweifelt. aber die frage war ja steckt sowas auch in uns?? ich glaube ja. in jedem steckt so etwas wenn ich aber sage hey schau mal das süße schwarze baby mit den ringellöckchen.. ist das keine verachtung oder hört man in meinen worten verachtung?
naja...bis dahin finde ich n.a.z.i.s. einfach wiederwärtig...aber naja ... was machen wir schon auer uns mit ihnen zu verkloppen(als punk meine ich jetz) ? nnicht viel demos nützen da nichtz npd? halooohooo? wer hat die zugelassen...meinungsfreiheit für rechte? kein wundere das unsere gesellschaft zugrunde geht...
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www.du-sollst-skinheads-nicht-mit-nazis-verwechseln.de
wir töten um zu zeigen das töten nicht gut ist, wir lassen menschen leben die schon lange tot sind. das deutsche land. wunderbar. intelligent?
was is das schon. ein problem für die welt
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Pass mal auf
Auf jeden Fall sprichst du hier nicht für alle.
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Hinterfrage
Der halbwegs gebildete Mensch sollte seine Umwelt stets hinterfragen, das durch den Blick nach Rechts linksextemistische Verbrecher wieder hoffähig werden (man erinnere sich an die humanen Erholungs-Gulacks oder die liberale Ausreisepolitik des Ostblocks) kann niemand wünschen. Es ist unerheblich aus welchem politischen Spektrum eine Person agiert, lediglich die einzelnen Handlungen sollten gemessen werden. Wenn Master Crazy die Eigenschaft Hitlers er habe 2 (sic) Kriege angezettelt und seine (unbestrittene) Eigenschaft als "schlechter Mensch" als Anlass dafür nimmt die Ansicht zu postulieren es wäre für die Bürger nachteilig Arbeit zu haben während des Krieges, so ist er ignorant. Sieht man die Siegerseite (in diesem Fall am Beispiel USA) so war der Krieg für das Land von grossem Vorteil, sowohl in Hinsicht auf politischen Einfluss als auch arbeitsmarktspolitisch. Auch muss ich den Begriff "Hitler-Deutschland" auf das schärfste verurteilen: Kein Land kann anhand einer einzelnen Person gemessen werden und die Stigmatisierung von Hitler als das ultimative Böse, welches durch viele Gruppen praktiziert wird vernachlässigt die Tatsache, dass der Nationalsozialismus im Rahmen seiner Epoche gesehen werden muss. Hitler wurde vom Volk unterstützt und er hat den Antisemitismus nicht erfunden (jedes Schulkind sollte über dessen Geschichte seit dem Mittelalter Bescheid wissen). Sich aus der heutigen Generation herauszunehmen über unsere Vorfahren zu urteilen steht uns nicht zu, da wir deren Situation nicht aus der heutigen Sicht beurteilen können. Wenn ich auch die Ausdrucksweise von toralf nicht unterstütze so liegt er in der Sache richtig, nicht die Konzentration auf rechte Verbrechen ist die Lösung, ein ganzheitlicher Ansatz muss her. Hierbei gebe ich aber zu Bedeken, dass sich die Massnahmen gegen Verbrechen richten müssen und nicht gegen die Gesinnung, eine liberale Demokratie muss auch die Extremen akzeptieren, nur durch die Toleranz der anderen Meinung bis zu den Rändern des Spektrums kann eine freiheitliche Verfassung garantieren (übrigens auch die Haltung des BVerfG, weshalb ich den Verlauf des NPD Verfahrens damals trotz anderer politischer Auffassung gutheise). Zusammenfassend:?Die Dummheit erster Ordnung ist die Dummheit, die vorhandene Zusammenhänge nicht sieht. Die Dummheit zweiter Ordnung ist die Dummheit, die Zusammenhänge sieht, wo keine sind!? (Rudi Wormser)
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