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Regierung spart bei Weltwärts
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Hallo ihr Lieben,
die Regierung will die Mittel für das Weltwärtsprogramm kürzen, was zu Folge hat, dass einige Leute, die ihr Weltwärts-Jahr bereits geplant haben, nun vielleicht nicht fahren können.
Was haltet ihr davon? Ist jemand von euch betroffen oder kennt ihr Betroffene? Es gibt bisher nur wenig Berichterstattung über diese Sache. Wir finden, sie hat mehr Aufmerksamkeit verdient!
SPIESSER.de ist das richtige Forum, um von euren Erfahrungen, Befürchtungen und Forderungen zu berichten und euch darüber auszutauschen! Nutzt es!
Gute geschriebene Beiträge werden auf die Startseite gesetzt und auch honoriert!
Viele Grüße
Christoph von der Onlineredaktion
Weltwärts ist eine schöne Sache: man kann anderen helfen, kommt raus von zu Haus und macht neue Erfahrungen, die auch später helfen werden - und kann auch seinen Zivilersatzdienst damit verknüpfen.
Soweit so gut. Man informiert sich also erstmal, ist sofort begeistert, überlegt und entscheidet vielleicht, sich zu bewerben. Damit beginnt der anstrengende Teil: Englische Bewerbung zur Darlegung der Gründe und Motive ist noch viel schwerer als ein Anschreiben in Deutsch, dann (vielleicht) ein Bewerbungstreffen, bei dem man ein Wochenende lang irgendwo in einer Jugendherberge mit anderen Teilnehmern zusammen sich möglichst gut präsentieren muss und vielleicht klappt es tatsächlich - man erhält die Nachricht angenommen zu sein!
Man ist glücklich freut sich und denkt, dass damit das nächste Jahr abgesichert ist.
Leider sieht die Realität manchmal auch anders aus:
Man bewirbt sich bei weltwärts für drei Projekte und wird entweder bei einem angenommen oder muss sich wieder weiter bewerben. Klingt erstmal gut, ist jedoch ziemlich zermürbend wenn man sich echt schon durch 5 solche Phasen geschleust hat (jedes Mal 3 neue kurze Bewerbungen, warum man gerade dieses Projekt machen will!) und dann werden die Chancen immer geringer... Man muss dann nämlich auch aufpassen, dass man nicht zu spät wegfliegt, zumindest wenn man 12 Monate später mit dem Studieren beginnen will.
Diese ganzen Eventualitäten zu überblicken ist also ziemlich kompliziert...
Mein bester Freund hat genau das durchgemacht: er hat sich so auf Afrika gefreut, war hochmotiviert - aber es wollte nicht klappen! Sogar in die Mongolei wäre er gegangen. Aber nichts hat geklappt! Dann hat er eine e-Mail geschickt, ob sie ihm nicht Tipps geben können, was er verändern sollte, um auch angenommen zu werden. Doch zurück kam nur ein Hinweis, er solle sich bitte an die Mitarbeiter der einzelnen Länder wenden; obwohl er sich immer für Projekte beworben hatte!
Soviel dazu. Vielleicht ist die Kürzung von Mitteln wegen des rapiden Sparkurses der Regierung daran schuld, dass er nun nicht weg kann. Fakt ist: er macht jetzt Zivi im Krankenhaus... wirklich ein toller Ersatz?
Mit diesem Beitrag möchte ich keineswegs jemanden entmutigen sich zu bewerben, denn eine andere Freundin von mir hat es auch geschafft und fliegt in zwei Wochen nach Namibia zum Kühe melken.
Ich möchte aber kritisieren - sowohl die Organisation innerhalb von weltwärts, als auch die Kürzungen, denn eigentlich überlege auch ich, wie es wäre in drei Jahren irgendwo anders zu sein und Gutes zu tun.
Jetzt spricht eine "Weltwaertserin".
Ich stimme mit allem total zu. Weltwaerts bietet einem die Chance ins Ausland zu schnupper -wirklich hervorragend. Junge Menschen bekommen die Moeglichkeit, haeufig gleich nach dem Abitur, ins Ausland zugehen.
Und ich bin auch wirklich dankbar, dass weltwaerts mit das Geld fuer alles das gibt und das ich nun tatsaechlich in Bosnien bin und alles kennenlernen darf. Eben schoen das ich hier bin.
Trotz allem ist es nicht das schoenste Projekt auf Erden. Denn ich muss feststellen, dass es da mehr als einen Punkt zu bemaengeln gibt:
Zum einen ist da die Altersbegrenzung. 18 musst du sein um bei Weltwaerst mitmachen zu koennen. Was sind das ntuerlich meiseten? Abiturienten, natuerlich. Es ist das Logischste und haeufigste, dass man nach dem Abschluss, nach der Schule erst einmal hinaus will. Ab raus in die Welt! Denn ich kann die Welt retten! Ich habe alles verstanden! Mich kotzt hier alles an! Ich muss weg! Das Gefuehl haben doch nicht nur Abiturienten, sondern auch Realschueler, Hauptschueler, ALLE. Denen bleiben nur die Moeglichkeiten gleich eine Ausbildung, weiteren Schulweg oder Rumhaengen, weil man sonst auch nix gefunden hat. Nach einer Ausbildung sieht es haeufig so aus, dass man froh ist eine Uebernahme vom Betrieb bekommen zu haben oder befristet eingestellt wurde, so haengt man da schon mal fest. un wie leicht ist es schon wieder einen Job zu finden und Geld zu verdienen und sich sein Leben ... Es wuerde jetzt zu weit gehen.
Der andere Gesichtspunkt: Wieso ist es eine Entwicklungshilfe? Ich bin mir sehr sicher, dass ich hier helfen kann, mit meiner Anwesenheit in Organistation, die Kinder fuer ein paar Stunden in der Woche zu unterhalten oder ihnen bei ihren Hausaufgaben helfen. Groesstenteils ist es der Spass mit dem ich helfen kann, aber entwickle ich hier was? Im Land??
Dann sichert mit Weltwaerts keinen Sprachkurs, um die Sprache zu lernen in dem land in dem ich bin. Also muss das entweder aus eigener Tasche bezahlt werden oder aus der Tasche meiner Entsendeorganisation. Aber ich muss doch auch mit der Frau im Laden um die Ecke reden koennen und ich moechte hier doch auch gerne Freunde finden. Nicht jeder kann Englisch. Was mach ich denn dann. Zum Glueck gibt mir meine Organisation Lokalsprachunterricht. Ich habe auch noch nciht von einem Platz gehoert, der einem die Moeglichkeit deren Sprache zu lernen, verweigert. Zum Glueck. Aber nicht der Verdienst von Weltwaerts.
Zum Schluss bleibt die Frage ueber den Austausch. Wie ist denn bei Weltwaerts zu verstehen? Inwiefern bietet er denn Austausch? Sicher ich tausch mich Vorort in meinem Gastland mit den Menschen aus, bekoomme, natuerlich, ihre Lebensweise mit und leben ja auch nach dieser. Genauso werden sie meine Lebensweise mitbekommen. Doch wer kommt denn von meinem "Auslandsjahrland" nach Deutschland? Wer von den "Entwicklungslandbuergern" hat die Chance sich weiterzubilden, seinen Blick zu weiten und seine Kompetenzen zu staerken?
Ja sicher Weltwaerts sendet die deutsche Jugend ins Ausland, aber andersherum?
Und dann kommt diese Kuerzung hinzu, die sicher fuer viele ein Schock war, fuer viele zur Orientierungslosigkeit gefolgt hat, Studienwechsel, ein wartendes Jahr, die Weltwaertser in die Glueckspilze und in die Armen, die jetzt doch in Deutschland bleiben mussten geteilt hat. Was soll man da sagen, wenn ein scheinbar so gutes Projekt einem die Hoffnung nach Abenteuer, Erfahrung, Wissen, Erweiterung des Blickes, Neugierde gibt und dann einfach alles zu dreht. Nein, nicht alles waren ja nur "einige".
Wieso kann ich als Weltwaertserin, als jemand der gerade hier ist und alles Neue geniessen kann, jemand der sein Projekt hier wirklich mag und die Arbeit liebt so entaeuscht von dem Weltwaerts sein. Schlimm auch, dass es nicht verbessert wird, sondern die loesung nach Streichung steht.
Danke fuer die Aufmerksamkeit
Pozdrav iz Bosnu
Madscha

Sozial sein. Anderen freiwillig helfen. Helfen wollen. Ohne Hintergedanken.
Immer mehr Leute lassen sich auf ein Weltwärtsprogramm ein, um freiwillig anderen Leuten, denen es vielleicht nicht so gut geht, helfen zu können.
Sie verlassen ihr zu Hause für ein Jahr, damit andere Leute es besser haben. Sie verzichten auf Freunde und Familie. Für ein Jahr. So ein Jahr kann verdammt lang sein.
Diesen Leuten, ja grade diesen Leuten sollte man doch umso mehr helfen. Sie in ihrer Sache noch mehr unterstützen. Wenn nicht diese Leute genügend Mittel für etwas bekommen, wer dann? Praktikanten, die im nächsten Supermarkt versuchen Glück zu haben?
Meiner Meinung nach kann dieser Entschluss der Regierung andere Länder stark beeinflussen. Die 'weltwärts-Programme' brauchen diese Freiwilligen, um anderen Leuten helfen zu können. Ja, jedes dieser Programme braucht diese Freiwilligen. Und die brauchen nunmal die Unterstützung der Regierung. Es sollte ein schönes Miteinander sein. Sowas funktioniert nicht, wenn einem die nötigen Mittel gekürzt werden.
Ich befürchte leider, dass die Beteiligung an 'weltwärts-Programmen' stark zurück gehen wird, wenn sich die Regierung entgültig dafür entscheidet, die Mittel zur Unterstützung der Freiwilligen zu kürzen.
Ich bitte unsere Regierung, dass Sie jegliche Gedanken zu dem Thema 'Kürzung der Mittel für Weltwärtsprogramme' durchstreichen. Sie nicht beachten. Anders wird es in einigen Jahren vielleicht niemanden mehr geben, der sich für ein 'weltwärts' Jahr bereit erklärt.