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Stumme Bäume in den Ohren der Menschen.

Bild von LaMounte

Lieber Erdenmensch,
einen wundervollen Abend wünsche ich dir.
Lehne dich zurück und genehmige dir eine Tasse Tee. Wenn du keine Lust hast aufzustehen oder allgemein keinen Tee möchtest, lehn' dich entspannt an und mach' es dir gemütlich in deiner kleinen privaten Erdenhöhle.
Vertiefen wir uns nun in eine Welt. Eine gar nicht so fremde Welt, denn sie befindet sich im Leben. Obwohl - tut sie es wirklich? Was ist das Leben überhaupt? Lass' dich von deinem eigenen Geleit vorwärtstreiben und empfinde eben das, was wichtig und richtig für dich selbst ist.
Es gab einen Baum auf dieser Welt, der auf einer großen weiten Wiese stand. Über ihm ein Himmel - so weit. Mal war er grau, mal traumhaft blau und manchmal malerisch farbig dank der wundervollen Himmelkörper, wie der Sonne und dem Mond. Er wuchs mit der Zeit und durchlebte alle möglichen Dinge, die ihn prägten. Risse in seiner Haut, seiner Rinde, Furchen in seinem Inneren und die riesige weitschweifende Krone, die sich dem Himmel so sehnsüchtig und doch ehrfürchtig entgegenstreckt. Es ist kein Baum, der eitel und stolz in der Gegend steht. Nein, manchmal schämt er sich sogar für seine Größe und möchte seine Eleganz nicht wahrhaben.
Dieser Baum hat viel gesehen und würden wir seine Sprache verstehen -ja, wir Erdenmenschen, die da nun denken alleinige HerrscherInnen über eine vollkommene Macht zu sein, über eine Kraft, die uns schuf und leben lässt, diese Kraft, von der wir denken, dass sie uns gegen alles beschützt, diese Denkkraft, die uns glauben lässt, wir könnten alles bändigen..diese ganze Kraft bringt uns nichts, denn wir verstehen die Sprache der Welt nicht, die Sprache der Natur, welche uns schuf!- hätte er viel zu sagen. So glaube ich, dass in ihm die Kraft steckt, die uns am Leben hält. Doch was wird geschehen, wenn es dem Baum wie einem Grashalm ergeht, der unbeachtet zertreten wird? Vergeht unser Leben?
Lieber Erdenmensch, ich weiß, dass du es verstehen kannst, wenn du es nur willst. Denn unseren Willen können wir selbst lenken. So beginnen die großen Dinge auch im Kleinen. Erst wird uns durch das große wieder bewusst, dass die Erdenmenschen-Macht die einer Erdenwesen-Kraft gleich ist. Gegen Mutter Natur können wir nichts verrichten. Denk an die Naturgewalten, lieber Erdenmensch! Wir sterben dadurch. Können wir eine Flutwelle aufhalten? Können wir dem Zorn unserer aller Mutter, der sich in Form eines Lava-Ausbruchs äußert, standhalten? Nein. Es ist doch die Wut unserer Mutter, die uns schuf und zum Leben berief und nun von ihren eigenen Kindern zu einem Ableben gezwungen wird. Aber es wird uns nie vollkommen möglich sein, da wir nicht die einzigen lebendigen Wesen dieser Erde sind. Die Kraft der Erde liegt darin zu schaffen und zu zerstören, was dem Schaffen entgegenwirkt. Sie kann uns auslöschen, wann sie möchte. Das sollte uns bewusst sein.
Die Erde muss leben und darf nicht in eine Gasmaske, gerodete kahle Flächen, stahl-beton-plaste Decke gehüllt werden! Sie muss frei atmen können.
Sollen wir uns also nicht wundern, wenn uns auch der Atem genommen wird. Leben und zum Leben ernährt zu werden gehört zusammen. Wir Lebemenschen und Mutter Erde gehören zusammen. Eine Osmose, die zu einem egoistischen Ausnutzen abdriftet. Öffnen wir die Augen und lauschen wir dem Baum auf der weiten Wiese, was er uns zu erzählen hat. Was? Du verstehst ihn nicht? Dann ist es schon zu spät. Die Sprache der Natur wurde übergangen und unser egoistisches Abgrenzen führte zu einer Reaktion. Stumme Bäume in den Ohren der Menschen.
Lieber Lebemensch, ich möchte dich auffordern mit mir zu gehen, insofern dein Wille dir zusagt, insofern dein Leben zu dir spricht. Lass uns die Sprache unseres Baumes wiedererlernen! Lass uns unsere Augen öffnen und offen zu sein für seine Sprache, unsere Ursprache!
Fass mich an, lieber Erdenmensch und lass uns zu eben jenem Baum gehen. Dem Baum, der für unsere Ohren noch taub ist. Wer weiß, wie lange noch..

Kommentare

Bild von codin

ich bin dabei :)

ich bin dabei :)

Bild von marienkäfer

Ich bekomme Lust, Bäume zu

Ich bekomme Lust, Bäume zu umarmen.
Sehr schön geschrieben.