Fabiennes Fahrschul-Tagebuch (3)
Auf dem Weg zum Führerschein müssen Fabienne und Fahrlehrer Klaus eine Hürde nach der anderen nehmen. Diesmal: Unlust, Bürokratie und viel Gejaule.
Hier verlässt ein Tacho
Fabiennes Wohlfühlbereich...
13. Stunde: Omatempo
Ich habe langsam die Schnauze voll. Draußen ist es kalt, die Uni beginnt, stressig zu werden und Klaus lässt mich über Landstraßen zuckeln. Den einen Kreis in einer Ortschaft musste ich jetzt zum dritten Mal fahren, weil Klaus findet, dass ich Kurven immer noch zu schnell nehme und außerdem nicht auf Verkehrsschilder achte. Da ist mir die Autobahn schon lieber – auch wenn da zur Abwechslung mir alles zu schnell geht. Mir würde Tempo 100 ja gut reichen in Sachen Achterbahnfeeling. Außerdem machen mir die großen Laster neben uns Angst. Während Klaus mich zu Höchsttempo antreibt („Jetzt aber mal aufhören mit dem Schneckentempo hier. Da fährt ja meine Oma rasanter!“- wobei er das "O" in „Oma“ immer ganz furchtbar in die Länge zieht) male ich mir Horrorszenarien aus, wie uns so Elefanten-Lastwagen-Dinger zu Matsch verarbeiten könnten. Aber ich sehe es ein: Die Schocktherapie muss sein. Wer will schon ewig wie Klaus' Ooooma die Autobahn meiden?
14. Stunde: Der Pädagoge spricht
„Furchtbares Gejaule!“, so herzlos kommentiert Klaus meine Lieblingsmusik. Pfffffft. Gejaule. Wir kommen in Sachen Radiosender immer noch nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Außerdem macht es Klaus wahnsinnig, wenn ich sogar auf der Autobahn an der Lautstärke rum drehe. Mich macht es wahnsinnig, wenn er nur vom Fitnessstudio und seiner Brautschau erzählt. Und wenn ich mich langweile, will ich sofort wieder Musik. Klaus greift zu pädagogischen Maßnahmen: Wenn ich endlich schön einparke, dürfe ich mir den Radiosender aussuchen. Blöd nur, dass Klaus die Maßstäbe setzt, wie sich „schön eingeparkt“ definiert. Ich darf also keine Musik mehr aussuchen am heutigen Tag.
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15. Stunde... oder auch nicht.
Ein Brief von der Führerscheinstelle in Dresden trudelt ein. Hurra! Ich soll vorbei kommen, 50 Euro abdrücken und außerdem noch Dokumente wie die Bescheinigung über den Erste-Hilfe-Kurs nachreichen, den ich im Juni gemacht habe. Schon weniger Hurra! Dann kann ich endlich einen Termin für die praktische Prüfung vereinbaren. Hurra! Wobei: Verflixt – habe ich die Bescheinigung nicht bei meiner Fahrschule in Stuttgart abgegeben? Und wenn nicht dort: Keine Ahnung, wo die sein könnte! Ich schiebe den Termin also auf die lange Bank, telefonisch erreiche ich bei der Führerscheinstelle sowieso niemanden und schließlich fängt es bestimmt bald an zu schneien. Wer will dann schon Prüfung machen? An Weihnachten fragt mich Papa, wie es eigentlich um meinen Führerschein stünde und ob ich ihn in diesem Leben noch fertig bekäme. Ich plane jetzt mal mit Ende Februar – aber ob das wirklich klappt?
15. Stunde: Jetzt aber!
Diese blöde Weihnachts-, Urlaubs- und überhaupt Pausenzeit: Nach knapp zwei Monaten habe ich mal wieder eine Fahrstunde. Vorher bin ich ganz schön verwirrt – welches Pedal war nochmal für was? Als ich in Klaus' rotem Flitzer sitze, ist aber alles paletti: Ich parke elegant aus und auch meine Einparkmanöver können sich sehen lassen. Ich bin stolz, Klaus hingegen nur erleichtert, dass es „doch gar nicht so schlimm gewesen sei“. Er meckert immer noch an meinen Kurven rum und dass ich entgegenkommenden Verkehr nicht beachten würde. Mich packt endlich der Ehrgeiz: Bis zum Ende der Semesterferien werde ich Führerscheinbesitzerin sein! Ich weiß es sicher – Klaus setzt lieber noch ein paar Stunden an.
Wann es für Fabienne endlich ums Ganze geht? Lest es nach - in der nächsten Runde ihres Fahrschul-Tagebuchs. Ihr habt die Vorgeschichte verpasst? Dann könnt ihr hier nachlesen, wie die eheähnliche Gemeinschaft von Klaus und Fabienne bisher so lief.
Text: Fabienne Kinzelmann
Foto: Thomas Siepmann / pixelio.de
@fahrschule
Es war einmal...
Seit fast 1,5 Jahren habe ich jetzt meinen Führerschein und kann mich noch allzu gut an meine ersten Landstraßen- und Dorffahrten erinnern. Was ich an Blut und Wasser geschwitzt habe.
Also Fabienne: Du genießt mein vollstes Verständnis und Mitgefühl!:)
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Ohne dir zu nahe treten zu wollen...
..muss ich feststellen, dass dein Autobahnverhalten auch dem meiner Oma gleicht - sie inhaliert übrigens, wenn mein Opa für ihren Geschmack zu dicht an LKWs vorbeifährt - immer rhythmisch in ein Stofftaschentuch. Kann ja mal nachfragen, obs was bringt. Obwohl, man muss ja neben dem ganzen Zirkus auch noch d e n Fahrlehrerspruch schlechthin im Hinterkopf behalten: "Beide Hände ans Lenkrad, dafür sind dir zwei gewachsen!"
Und es ist immens amüsant, dass dein Fahrlehrer dich in der 14. Stunde in seine Brautschaugeheimnisse einweiht, um dann in der 15. an deinen Kurven rumzumeckern... =D
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50 Fahrstunden und mehr.
Hab ich nehmen müssen.
jetzt bin ich duch die Probezeit durch, und unendlich froh, dass noch Niemand durch mich gestorben ist.
Kommt einem Wunder gleich.
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Wie schauts denn mittlerweile aus?
War freudig überrascht, als ich hier was neues von Dir lesen konnte — und dann auch noch etwas über Deine Fahrschulstunden zu erfahren. Wie sind die denn nun gediehen? Darf man gratulieren? (:
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