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„Flammenthema "Religion"-Zwischen Kritik und Missverständnis - Eine Krise der Debatte“
Als erstes: Man stimmt mir bestimmt zu, dass man Religion kritisieren soll. Find ich auch. Das nennt man dann Aufklärung. Die ist dazu da, dass gewisse Praktiken aufhören, die mit der "Religion" an sich schindluder treiben und sie missbrauchen. Weil viele Menschen dann schaden erleiden.
2. Es ist jedoch festzustellen, dass gerade in Dtschl. ein herber Mangel an Grundwissen/Allgemeinwissen über den Themenbereich "Religion" herrscht. Das ist damit erklärbar, dass dieser Themenbereich ziemlich groß ist. Trotzdem tut Bildung not." Warum?" mag da so einer fragen,"Wir hier in Dtschl. haben doch damit gar nichts zu tun!". Nun, weil viele Ereignisse, Entwicklungen, geschichtlicher, gesellschaftlicher Art damit verknüpft sind. Um die Welt ein besser verstehen zu können, sind Kenntnisse über die Weltreligionen nötig, explezit in ihren Lehrmeinungen. Und da reicht es nicht zu wissen, dass die Lehre der Kath. Kirche gegen Preservative ist, sondern auch wie sie es begründet. Also in welcher "Art und Logik" sich diese (als Beispiel formulierte) Behauptung in die Weltanschauung einfügt. Ansonsten enstehen Falschinformation und Missverständnisse und am Ende verkehrt sich die (eigntl. ernste) Angelegenheit bei einer Diskussion ins Lächerliche.
3. Als Beispiel kursieren vorallem bei den Jugendlichen seltsame Ansichten, die Produkt von bestimmten gesellschaftlichen Veränderungen in der letzten Hälfte des 20. Jhr. und der Beeinflussung durch moderne Massenmedien, die in der Verbreitung bestimmter Mythen steigenden Profit wittern, sind. Das reicht von der Verwechslung von Sklaverei und religiösen Glauben ("Weil du religiös bist, bist du unfrei."), Gottesglauben und Asozialität ("Die an Gott glauben, tun das nur, weil sie einen imaginären Kumpel brauchen."), bis hin zu der fehlenden Differenzierung zwischen religiösen Fundamentalismen/Extremismen und natürlicher Religiösität. Das mag aber vorallem an den Einfluss der Medien liegen: wenn man in den Filmen dauernd nur fanatisierte Fundamentalisten und in den alltäglichen Nachrichten nur die nächsten Islamisten-Attentate sieht, dann fängt man auch damit an beim Wort "Religion" an genau solche Dinge zu denken.
Aber auch die Agitation von religionsfeindlichen Genossen mag daran nicht ganz unschuldig sein.( Das sind häufig spezialisierte Kommunisten, aggressive Punks, Neonazis, frustrierte Wissenschaftler, und eigentlich die halbe Popkultur, weil die sich nicht in ihrer Fantasie von Glaubensmodellen "einschränken lassen" will)Jene, die mit einem beinahe schon religiösen Eifer daran glauben, dass wenn sie Frömmigkeit aller Art (mit Vorliebe das Christentum, weil man es so schön historisch belasten kann) bekämpfen, die Welt ganz doll schön wird. Das bezeichnet man dann in Fachkreisen als "Militanter Atheismus", deren Ursprung aber (in Europa:) im linksradikalen Milieu und (in den Staaten:) im scientistischen Mileu liegen.
4. Wichtig für eine Diskussion ist die Festlegung. Man kann nie über "Religion" reden, dafür gibt es zu viele "Religionen"(will sagen Glaubenssysteme) in der Welt, die untereinander ziemlich verschieden sind. Man kann über eine Religion reden. Zum Beispiel über das Christentum, was das Christentum zum Beispiel lehrt, unterscheidet sich sehr von dem was der Shintoist glaubt. Und umgekehrt. Dabei nützt es auch nicht viel sich einzelne Kleinigkeiten einer religiös begründeten Lehre herauszupicken, sie zu verwerfen und dann die gesamte Lehre in die Tonne zu kloppen. Das ist weder fair, noch eine sachliche Diskussion. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert wie der Katholizismus in der allgemeinen Wahrnehmung auf seine Sexuallehre und politische Organisation reduziert wird. Dementsprechend negativ besetzt ist er auch. Sachlich diskutiert und kontextualisiert wird aber nicht.
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Kommentare
Das kannst du uns kaun vorwerfen
Ich hab mir bei dem Titel schon wieder mit der flachen Hand vor die Stirn schlagen wollen.
NOCH EIN Religions-Post.
Aber Nein, ist ganz ordentlich!
Die Grundausage ist natürlich richtig, ohne Ahnung von einem Thema zu haben, sollte man nicht den großen Klugscheißer miemen, und eine Diskussion führen, ABER leider leben wir nicht in einer supi perfekten Welt, in der nur Leute den Mund aufmachen, die wissen wovon sie reden.
Und du kannst auch kaum jemanden vorwerfen, er hätte sich nicht genügend informiert, um sich über das Thema auszulassen, denn wie du selbst sagst, das Thema Religion ist gigantisch.
Es gibt Menschen die das ihr halbs Leben lang studieren, und trotzdem kaum einen Bruchteil wissen.
Das alle Teilnehmer einer Diskussion nur begenztes 'Wissen' zum Thema haben, und sich auch oft auf Gerüchte und Vorurteile stützen, gehört einfach dazu, dagegen kann man Nichts machen, und das betrifft alle Themen, nicht nur Religion.
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Bruchstücke
Und Wissen fängt damit an sich mit Bruchstücken auseinander zu setzen. Bitte erzähl keinem du wärst wissend auf die Welt gekommen ;) Wir diskutieren und ändern unsere Meinung, haben alle keine Religionswissenschaften studiert befürchte ich fast und lernen uns so besser mit dem Thema auskennen. Und ich werde weiterhin mit meinem Halbwissen an allen Diskussionen teilnehmen ;)
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Wieso kann man nie über
Wieso kann man nie über Religion an sich sprechen, sondern nur über bestimmte Religionen?
Ab wann habe ich denn genug Wissen, an einer Diskussion über Religion teilzunehmen? Ich hatte Reli als mündliches Abifach, reicht das schon?
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Jap!
Gute Frage x)
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Hm. 1.Antwort: Ich denke, man
Hm.
1.Antwort: Ich denke, man kann das nicht, weil Religion "an sich" nicht existiert. Es gibt die Weltreligionen ( Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, (Fernöstlicher) Universismus), dann gibt es die unzähligen Afrikanischen Naturreligionen, Ethnoreligionen und (im Westen) die neuen Religionen und spiritistischen Weltanschauungen. Insgesamt existieren dieser Weltreligionen ( die sich untereinander nicht nur theologisch, sondern auch weltanschaulich extrem unterscheiden) in sehr vielen Variationen, die untereinander unerschiedliche Lehrmeinungen vertreten, die manchmal kleinlich sind, manchmal von entscheidender Wichtigkeit. Deshalb bietet es sich an, sich im Diskurs auf eine bestimmte Religion festzulegen.
Desweiteren erschwert sicher ein Gespräch über "Religion", dass es keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion gibt. Die Ansichten bzw. Erkenntnisse der Religionswissenschaftler gehen da zu sehr auseinander.
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@Nachwuchsmisanthrop
2. Antwort: Ich denke, und wieder ist es meine eigene Meinung, die sich als falsch entpuppen kann, dass man mit guten Gewissens über eine Religion sprechen kann, wenn man die im 3. Punkt der Meinungsäußerung von DasLebenSiegtÜberDenTod angesprochenen, dem gesellschaftlichen Mainstream entsprungenen und unwissenschatlichen Ansichten nicht vertritt. Ich glaube, damit ist eigentlich nur eine minimale Allgemeinwissen-Grundlage gemeint, die sich aus seriösen Quellen speist. Das soetwas Bedingung für eine deffirenzierte Auseinandersetzung ist, liegt aber meiner MEinung nach auf der Hand.
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