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Nix verpassen
Verrückt nach Leben
"Du bist doch krank!" - Wer so einen Satz hört, vergisst ihn normalerweise sofort wieder. Doch nicht jeder kann so locker damit umgehen, denn es gibt auch Menschen, die tatsächlich mit den Nerven am Ende und wirklich krank sind - psychisch krank. Allein in Deutschland wachsen zwei bis drei Millionen Kinder mit einem von seelischen Störungen betroffenen Elternteil auf. Ungefähr eine Million Menschen verletzen sich selbst mit Rasierklingen, Messern, Scheren, Nadeln und sonstigen scharfen Gegenständen oder fügen sich anderweitig körperliche und damit verbundene seelische Schmerzen zu. Vier Millionen Menschen leiden unter Depressionen, Suizidalität nicht ausgeschlossen. Bipolare Störungen, Psychosen, Traumata, Essstörungen eine psychische oder Persönlichkeitsstörung kann potentiell jedentreffen. Mit dem Kopf durch die Wand wollen viele, doch nur wenige sehen, was dahinter steht. Irgendwo zwischen totaler Leere, Hass, Sehnsucht und sozialer Isolation kann sich ein Stück Hoffnung ansiedeln, bereit, einen Neuanfang mittels Therapieverfahren oder Selbsthilfe zu wagen.
Weg von der Stigmatisierung und Reduzierung auf Krankheiten, die in einschlägigen Klassifizierungssystemen festgelegt sind, befasst sich das Filmfestival "Ausnahme Zustand - Verrückt nach Leben" mit der Förderung geistiger Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 - 27 Jahren.

SPIESSER unterstützt das "Ausnahmezustand Filmfest" und hat für den Film "Emoticons" die Patenschaft übernommen.
Verständnis, Offenheit und Toleranz gegenüber den Erkrankten ist die Zielstellung dieses Projektes. Öffentlichkeitsarbeit nicht nur auf informativer und aufklärender Basis, sondern als Anstoß zum Handeln will mit acht Filmen den Weg vom Ist zum Soll dokumentieren.Sowohl Betroffene und Angehörige als auch die Gesunden sind eingeladen, die Filmtour durch mehr als 60 Städte zu besuchen. Festivalauftakt ist am 9. Oktober im Berliner Filmtheater Friedrichshain. Informationen zu den jeweiligen Filmen und den Festivalorten findet ihr unter www.ausnahmezustand-filmfest.de
Text: Jana Weser, 19



