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Rock am Ring

Von: Lady
 
23.10.2009 - 22:17
Das größte Musikfestival Deutschlands wird 25. Schon jetzt werden erste Headliner für das Jubiläum vom 4. bis 6. Juni 2010 bekanntgegeben. Aber ist „Rock am Ring“ wirklich das, was man von ihm erwartet?

Seit 1985 wird jährlich das „Rock am Ring“ Festival gefeiert. Seitdem ist es immer mehr gewachsen. Man begann mit 75.000 Besuchern. Die Zahlen schwankten im Laufe der Jahre jedoch stark. Von 30.000 bis zu den genannten 75.000 Rock-Begeisterten war alles offen. Genauso verhielt es sich mit der Anzahl der Bands: Anfangs waren es 17, man arbeitete sich hoch auf ~ 90, was heute auch zum Standart gehört.
2006 erreichte man erstmals die heute geläufige Zahl von 80.000 Besuchern. Dabei lag die Kapazitätsgrenze bei 83.500. (!) 2007 gab es den ersten Ausverkauf und 2008 wurde der Besucherrekord mit 85.000 Gästen geknackt.

„Rock am Ring“ ist in aller Munde – jeder will irgendwann mal hin. Schließlich wird jährlich live von MTV übertragen und es sieht nach einem riesigen Erlebnis aus. Aber ist das alles so einfach? Das Gelände ist hoffnungslos überfüllt. 80.000 Menschen vor 2 Bühnen verteilt – die Chance auf eine gute Sicht, von dem man die Band auf der Bühne erkennen kann (und nicht die Aufnahme über Leinwand) ist nicht gegeben. Wenn man das ganze Wochenende die Leinwand anstarrt, hätte man auch vor seinem Fernseher sitzen können.
Um dem Bildschirm zu entgehen muss man weiter nach vorne – dabei muss man sich aber auf Gedränge (und vor allem auf ausgelassene Pogo-Tänzer) einstellen. Wenn man vorher noch keinerlei Konzert-/ Festivalerfahrung hat, sollte man sich ruhigere Gebiete aussuchen.

Unbenannt1.jpg

So viele Leute brauchen natürlich auch einen Schlafplatz. Die Campingplätze sind riesig, woraus sich lange Wege zum Festivalgelände schließen lassen. Außerdem, was man zuerst nicht erwartet, befindet sich der Nürburgring auf dem Land. Supermärkte sind nicht aufzufinden. Entweder man bringt sich genug Essen mit (Menschen mit Auto: Ihr seid gesegnet!) oder man ernährt sich an den zahlreichen Frittenbuden auf dem Gelände oder dem Survival-Markt, der vom Festival aufgebaut wird – das alles natürlich zu entsprechenden Preisen.
Nun, da das 25. Jubiläum vor der Tür steht, schöpfen die Veranstalter ihre kommerzielle Position noch weiter aus. Für nächstes Jahr ist bisher eine Band bekanntgegeben. Zugegeben, eine mit Headlinerqualitäten – Rammstein. Doch ist dies eine vernünftige Begründung die Ticketpreise auf 140,- € anzusetzen? Soviel hat man noch nie bezahlt, selbst als das komplette Line Up bekannt war.
Natürlich gibt es das Argument, dass man so viele Bands nie für diesen Preis sieht. Für ein Rammstein-Konzert alleine bezahlt man schon ~ 70€. Also ist Rock am Ring doch eigentlich ein Schnäppchen? Aber warum konnten die Ticketpreise dann bis dieses Jahr niedriger gehalten werden?
Vielleicht (bestimmt) gibt es noch eine große Überraschung für das 25. Jubiläum – aber denkt ihr, dass die Preise zum 26. Bestehen wieder gesenkt werden? Ich nicht …

Somit habe ich für mich genug Gründe zusammengefasst nächstes Jahr nicht zu Rock am Ring zu gehen. Die Bands, die mich interessieren werden, werden bestimmt auch auf anderen Festivals (Taubertal, Hurricane, Highfield…) auftreten. Dort sind die oben genannten Nachteile nicht gegeben. Ich kann jedem empfehlen, ein kleineres Festival als Rock am Ring zu besuchen. Das Festivalfeeling – Campen; mit Leuten reden und lachen, denen man sonst vielleicht einen schiefen Blick zugeworfen hätte; Gemeinschaftsgefühl; gute Musik; Tanz – bekommt man auch dort, vielleicht sogar umso mehr.

Unbenannt2.jpg

Kommentare

Bild von Leon

Richtig!

Ich muss zustimmen. Kleinere Festivals stehen gegenüber Rock am Ring besser da, weil dort weniger Ausverkauf betrieben wird. Sie sind zudem persönlicher und man hat mehr das Gefühl, dass mehr Stammbesucher und echte Kenner angesprochen werden, als das übliche "Ich bin Jung hab Geld und bin nur auf Alk und Sex aus, weil ich bin grade mitm Abi fertig und will Party" - Proletenvolk. Dessen Anteil an anderen Festivals nimmt zwar leider auch zu, aber bei weitem nicht in dem Maße wie bei Rock am Ring.
Ich war letztes Jahr dort. Es war mein erstes Festival dieser Art und ich hab viel gelernt, weil einfach alles schief gelaufen ist. So sind die Festivals danach besser verlaufen.
Was mich bei RaR außer der schlechten Planung von mir und meinen Freunden außerdem genervt hat war das Line-Up. Ich muss gestehen, dass das am schlimmsten war. Zugegeben bin ich spätestens seit Rock am Ring flogging Molly-Fan, weil mich der Auftritt einfach nur gepackt hat, das erhoffte Highlight bei den Headlinern blieb jedoch aus.

Fazit: Rock am Ring war eine Tortur und die schlechte Versorgung seitens des Veranstalters, was bei so einem Riesen Event natürlich selbstverständlich ist, war zum schlechten Wetter eine unnötige Plage.
Teuer, voll und ungemütlich. Wenn man sich Marek Lieberbergs zweifelhafte Events ubedingt antun will, sollte man zu Rock im Park tendieren.