Frage der Woche

Frage der Woche - Organspende

Sollten jedem Mensch nach seinem Tod Organe entnommen werden können?

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„Überall nur noch Massenpanik.“

20
26.07.2010 - 16:41

dass täglich sonst wie viele menschen an hunger, krankheit, mangel an saubren wasser, ... sterben (auch kinder!!!) ist egal. wie kurz doch unser mitleidsgefühl ist.

Kommentare

Bild von kampfzwerg94

PANIK!

Also ich bin froh, dass ich nicht in dem Tunnel drin war... Aber deine Meinung vertrete ich eigentlich auch. Plötzlich werden Maßnahmen ergriffen. Können die das nicht gegen die hunderte Tote täglich auch machen? Das wird nicht ernst genug genommen. Die Menschen brauchen immer erst ein schlimmes Ereignis, das Schlagzeilen macht, bevor wirklich jemand mächtiges was ernsthaft dagegen unternimmt.
Schade eigentlich.

Bild von Gustav

Kräuterbonbons sollen helfen

Ich finde dieses menschliche Phänomen eher recht als schlecht. Wie würde das denn aussehen, wenn wir uns ständig all die unverbesserbaren Schicksale aller Facetten vor Augen führen würden? Wir wären 24 Stunden am Tag depressiv und würden uns um kein Problem so richtig kümmern. Daher sind einzeln herausgepickte - individuell verteilt - durchaus sinnvoll, wenn man sie beheben will (vorausgesetzt, man kann).

Mediale Massenpanik befürworte ich nicht, aber auch das ist eine Form reiner Menschlichkeit, gegen die kein Arzt der Welt eine Pille hat. Wen's interessiert, der soll sich dafür interessieren. Etwas Massenpanik am Frühstückstisch schafft Gesprächsthemen und Aufmerksamkeit für damit verbundene Problemsituationen.

Und wer hier Aussagen mit "Überall nur noch..." beginnt, schiebt der nicht als erster die große Panik aufs Tablett?

Bild von Tobinator

Zur Schuldfrage

Egal mit wem man darüber spricht, sofort ist dieser ein Sicherheitsexperte für Großveranstaltungen, nachdem er zunächst mit gesenktem Kopf die Situation bedauert.
Aber kaum ist auf einen Schuldigen zu hoffen, schlägt Mitleid in Empörumg um.
Als ob es den Angehörigen helfen würde zu wissen wer zu dem Unglück beigetragen hat. Sie wissen, dass es passiert ist und, so schrecklich es ist, es ist geschehen. Kein Rücktritt wird da was ändern.

Bild von muse.r

Gustav hat recht!

Ich wollte auch einen Kommentar schreiben, da der Eingangskommentar in meinen Augen viel zu pauschalisiert ist. Allerdings hat Gustav mir so schön die Worte aus dem Mund genommen, dass ich nicht mehr viel beizutragen habe.

Bild von Paula I.

"Auch Deutsche unter den Opfern."

... so ist das halt nicht, bei Dingen, die sonstwo passieren, bei denen Menschen "an hunger, krankheit, mangel an saubren wasser" sterben. Warum sollte es uns also so sehr interessieren, dass wir von nun an täglich Sondersendungen, Gesprächsrunden, Brennpunkte und Experten(!)meinungen sehen/hören wollen?

Ist doch viel zu weit weg.

Bild von DasBoese

Was genau ist dein Problem?

Natürlich schockt es, wenn auf einer Veranstaltung wie der Loveparade, von der man erwarten könnte, dass da alles abgesichert usw ist, auf einmal trotz massig Warnungen (wie viele? neunzehn? zwanzig?)Menschen sterben. Soll mir das jetzt egal sein, weil überall auf der Welt Menschen sterben? Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, ich nehme jeden einzelnen Tod auf der Welt genau so schrecklich wahr, wie er ist. Dann kriege ich massive psychische Probleme und bringe mich irgendwann um. Oder mir ist jeder einzelne Tod auf der Wel scheißegal. Dann bin ich ein ignorantes Arschloch. Also was ist so schlimm daran, "auszusortieren"?
Und natürlich schockt ein Bericht von der deutschen Loveparade mehr als die Nachricht, dass irgendwo in China Leute gestorben sind. Was istdaran so verwunderlich oder sogar empörend? Mein Cousin war z.B. da, ich oder meine Freunde hätten auch da sein können. Dass ist bei China nicht der Fall.

Bild von saire

das problem ist

das es heuschlerisch ist!

jedes arschloch ist sich selbst am nächsten- aber wenn nam deutschen was passiert dann is das schlimm

"hundert menschen bei einem flugzeugabsturz gestorben, es waren deutsche darunter"

das suggestiert das ein deutsches leben mehr wert ist als ein anderes, und das genau is das problem- alle verdammten leben sind gleich viel wert bzw. unwert

das dir der tod deiner schwester oder deines bruders näher geht als der tod eines menschen in china oder gar in der nachbarstadt is ja wohl klar- was überigens daran liegen könnte das du den menschen gekannt hat! sozusagen eine emotionale verbindung mit ihm hattest

Bild von Gustav

Kein Rassismus, bloß Nachrichtenwert

Oft ist es den Nachrichtenredakteuren wichtig, einen "lokalen" Bezug herzustellen. Wenn in Azerbaijan ein Düsenjet zu Boden geht und dabei 4 Menschen sterben, dann ist das für uns in Deutschland nicht relevant. Wenn aber 3 Deutsche unter den Passagieren waren, schon eher. Natürlich geht auch das der Tante Erna aus Düsseldorf sonstwo vorbei, aber das Unglück betrifft nun auch unsere Landsleute und womöglich gar unsere Politik. Es geht dabei nicht darum, bestimmten Lebewesen mehr Wert zuzusprechen, sondern nur dann über ein Unglück zu berichten, wenn es einen gewissen Nachrichtenwert bzw. einen Bezug zur lokalen Ebene aufweist. Deutsches Leben ist den wenigsten Medienleuten mehr wert als anderes, und in anderen Ländern wirst du das Phänomen mit den jeweiligen anderen Nationalitäten beobachten können.

Bild von -caro-

Handeln

also ich muss mich schon auch der Meinung anschließen, dass es eigentlich unmöglich ist, dass deutschland betroffen vorm fernseher sitzt und feuchte augen angesichts der Opfer der Massenpanik bekommt, sobald dann aber von 5 toten Zivilisten bei nem Anschlag in Afghanistan geredet wird, schon wieder darüber nachdenkt, welchen Film es später anschaun soll.

stichwort ist hier aber fernsehen:
die massenpanik hat eben in Deutschland stattgefunden, dementsprechend wird das ganze unglaublich ausführlich in den medien durchdiskutiert und man hat gar keine andere möglichkeit als mitzufühlen und fassungslos zu sein.
außerdem kommt hier die gute alte (oder schlechte alte) gewohnheit zum Zug. An schlimme nachrichten aus aller Welt, aus Krisengebieten, armen Ländern usw. hat sich der Mensch (LEIDER!) schon gewöhnt. das war was neues.
und es ist ja wirklich so, dass das unglück ein gutes gesprächsthema abwirft.(was ich nicht gut finde!)
ich würde auch gerne jede sekunde daran denken und mitfühlen, dass unzählige menschen sterben während ich hier im warmen, behaglichen haus hock und es mir an nichts fehlt, aber wie oben schon bemerkt, man würde es nicht einen tag aushalten und sich wirklihc iwann umbringen.
ich find es besser, darüber nachzudenken was man villt tun kann um einen klitzekleinen hauch von wassertropfen auf diesen heißen stein des Elends der welt zu sprühen (klingt jetz komisch)
ich kann jetzt momentan nicht viel tun um kindern in afrika wasser zu geben, aber ich nehme mir fest vor meine möglichkeiten später zu nutzen. das ist das was ich wichtiger finde als ein ausgeprägtes nutzloses mitleidsgefühl.

Bild von wirsingroulade

Nachrichten

"außerdem kommt hier die gute alte (oder schlechte alte) gewohnheit zum Zug. An schlimme nachrichten aus aller Welt, aus Krisengebieten, armen Ländern usw. hat sich der Mensch (LEIDER!) schon gewöhnt. das war was neues."

Ich nehme mal dein Zitat zum Anlass, beziehe mich aber nicht nur auf dich, sondern allgemein auf mehrere Aussagen, die in diese Richtung gehen.

Natürlich wird nicht täglich in den Nachrichten von den schlechten Zuständen in Afrika etc. gesprochen. Stellt euch mal bitte die Nachrichten vor: In Afrika hungern immer noch Hundertausende achja und in ja in Afghanistan ist immer noch keine Ruhe eingekehrt...."
Sowas nennt man Selektion- Aufgabe der Nachrichten ist es über Neuigkeiten zu vermitteln und das sind eben keine Neuigkeiten und nehmen wir die Tagesschau - es sind eben nur 15 Minuten Zeit, da muss man auswählen...