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Bleib mal tierfrei!

Von: pfanni
 
19.04.2011 - 14:27
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Tag 1: Freitag
Okay, das Frühstück sieht heute etwas anders aus. Kein Nutella, keine Cornflakes, alles weg. Es bleibt bei einer Banane. Besser als nichts, aber mal ehrlich, ja, ich hatte schon bevor ich in die Schule gekommen bin wieder Hunger. Erste Pause und mir fällt erst mal auf wie viele Leute Käsebrot oder anderes mir verbotenes Zeugs essen.
Schülerzeitungssitzung ist heute auch nicht so toll gewesen. Wie jede Woche gab es Kuchen für alle. Ehm für alle? Nein nicht für mich. Alle essen genüsslich Kuchen, aber meine Banane (inzwischen die zweite?!) ist viel toller. Oder auch nicht. Mein Elan den ich gestern noch hatte ist weg. Ich will jetzt Kuchen!
Daheim erst mal einen Apfel gegessen. Soviel Obst an einem Tag hatte ich lange nicht mehr. Und da daheim nichts essbares mehr ist, geht’s ab in den Supermarkt einkaufen. Aber der dauert heute ungefähr doppelt so lange wie Normal, Inhaltstoffe lesen nervt einfach. „Kann Spuren von Milch enthalten“ und so weiter. Na Danke! Das einzige, wo man ruhig hin greifen kann ist Obst & Gemüse. Und ich hasse die Kühltheke: Rinderfilet, Schnitzel, Aufschnitt, Käse und all das andere. Tiefkühlabteilung ist noch schlimmer: Pizza, Eis, saftige Chicken Wings oder auch nur Fischstäbchen. Leute, mir geht das schon am ersten Tag richtig auf den Geist. Und während mein Magen knurrt verlasse ich den Supermarkt mit lauter gesundem Essen.

Tag 2: Samstag
Schlecht geschlafen, aber immerhin ist Wochenende. Am Frühstückstisch trifft mich der Schlag als ich sehe das das Gestern kein Traum war. Obst gut und schön, aber mal ein belegtes Brot wär schon deutlich besser. Immerhin gibt’s Kuchen. Veganer Haselnusskuchen ohne tierische Produkte. Schmeckt ganz gut, im Vergleich zu Erdnussbutter (als Nutella Ersatz gedacht). Für Leute die noch keine Erdnussbutter gegessen haben: Lasst es, ist wirklich nicht so toll. Schmeckt wie Erdnüsse zum Schmieren. Naja, wer´s mag. Dann noch ein trockenes Brötchen (wenigstens etwas, was man als Veganer essen darf). Dazu total superleckere Sojamilch die ich jetzt mein Leben lang trinken werde. Schmeckt sehr speziell. Zu speziell für mich.
Der Hunger suchte mich schon nach zwei Stunden wieder heim und naja die Auswahl als Veganer ist eben stark begrenzt. Erst mal ein Brötchen (laut Packung für Veganer geeignet). Danach noch einen Apfel und mir ging es schon wieder besser.
Abends dann noch leckere Curry-Nudeln mit allem möglichen Gemüse. Schmeckt ganz gut, aber Hähnchenfilet hätte auch super gepasst. Undja, ich vermisse Fleisch schon an Tag 2.

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Krieg den veganen Lebensmitteln: Ich gründe das Aktionsbündnis für fleischhaltige Ernährung!

Tag 3: Sonntag
Mit Hungergefühl aufzuwachen ist nicht toll. Definitiv nicht. Da sinkt meine Laune in den Keller und wenn man dann noch beim Frühstück die Zeitung aufschlägt und die Prospekte von Edeka, Rewe, Lidl & Co sieht wird man, so ging’s mir zumindest, richtig aggressiv. Pizza ist im Angebot, genauso wie Fleisch in allen leckeren Variationen. Und selbst Gummibärchen sind für mich ja Tabu. Ich lege also die Werbung weg und widme mich meiner leckeren Sojamilch. Nach zwei Schlucken tauschte ich die Sojamilch jedoch gegen Orangensaft, der schmeckt wenigstens.
Nachmittags gibt’s nochmal die volle Ladung Obst & Gemüse. Soviel Gesundes habe ich lange nicht mehr gegessen. Und einst steht auch fest: Als Veganer muss man ziemlich viel Zeit ins Kochen investieren, zumindest bei Frühlingsrollen mit Tofu(Fleischersatz, schmeckt grottenschlecht!) und Wirsing. Anderthalb Stunden braucht man um ein Essen auf dem Tisch zu haben, bei dem man sagt: „Naja, vorher hatte ich genauso viel Hunger. Morgen esse ich was Gescheites“. Was Gescheites gibt es für mich aber eben erst wieder nach dieser Woche.

Tag 4: Montag
Heute Nacht schon von Essen geträumt. Ich bin im Supermarkt nach Ladenschluss geblieben, hatte ich dort versteckt. Und nachdem der letzte Mitarbeiter gegangen war, machte ich mich her über all das Zeug, das ich nicht essen darf. Man kann es wohl in meiner Situation zur Kategorie Albtraum zählen. Denn ich bin heute Morgen wieder mit knurrendem Magen aufgestanden. Der Veganer-Kuchen, von dem ich mich hauptsächlich die letzten Tage hauptsächlich ernährt habe geht nun auch zu Ende.
In der Schule verachte ich die Leute die am Pausenverkauf sich etwas zu Essen holen immer mehr. Alles sieht so lecker aus: Käsezopf, Spezialbrötchen und Pizza. Für mich gibt es nichts davon. Ich muss standhaft bleiben! Das Einzige aufmunternde ist das schon 4/7 des Experiments vorüber sind.

Tag 5: Dienstag
Wie immer diese Woche habe ich Hunger als ich den Wecker klingeln höre. Sojamilch & eine Banane als Frühstück. Ich kann es bald nicht mehr sehen. Der Geschmack löst inzwischen schon bei mir Ekel aus.
Und für mich steht schon mal fest, Vollzeit-Veganer werde ich absolut nie und eine Woche Veganer reicht auch im Leben. Muss man nicht unbedingt haben.
In der Schule wird man nur noch ausgelacht, wenn man sagt, man lebt derzeit vegan. „Was bleibt da noch übrig?“ ist die häufigste Frage. Ja, was bleibt überhaupt übrig? Obst, Gemüse und viel Sojazeugs. Klar kann man ohne Fleisch überleben, aber mir fehlt eben einfach ein Stück Lebensqualität. Bald ist es vorbei, zum Glück!

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Notiz an mich selbst: Nie wieder Sojamilch!

Tag 6: Mittwoch
Vorletzter Tag und ich hab sowas von Bock auf ein belegtes Brötchen zum Frühstück. Gibt´s aber eben nicht für mich. Veganer-Kuchen Nummer zwei wandert langsam in mich hinein, während ich Zeitung lese.
Heute steht der Ausflug des Wirtschaftskurses an, bei dem wir uns eine Privatuniversität irgendwo hinter Wiesbaden anschauen. Beim Speisekarte lesen in der Mensa fängt mein Magen schon wieder an zu knurren: Spar rips oder Poulardenbrust. Sah auch echt alles lecker aus, zu lecker. Für mich gibt es trotzdem nur Nudeln. Ich hatte da echt richtig Lust das alles hinzuschmeißen und mal wieder richtiges Essen zu essen. Das verschiebe ich trotzdem auf 00:01 nach meinem letzten Tag.

Tag 7: Donnerstag
Der letzte Tag. Morgen ist endlich wieder normales Essen erlaubt. Nutellatoast zum Frühstück, eventuell mal etwas am Pausenverkauf (den ich die komplette Woche gemieden habe?!) und abends lecker Fleisch.
Für alle die Denken, wer vegan lebt nimmt ab. Leider nicht so wirklich. Ja, ich habe ein bzw. zwei Kilogramm verloren, das liegt aber eher daran, dass ich weniger gegessen habe als sonst. Und nächste Woche sind die auch wieder drauf auf den Rippen.

Das Experiment war interessant, aber definitiv nicht wiederholungsbedürftig. Ich freue mich erst mal wieder auf normales Essen. Genauso wie meine Familie die dank mir dass alles mitmachen musste.

Kommentare

Bild von moeri

Nicht im Ernst, oder?

Darf ich fragen, welche Motivation hinter deinem (dürftigen) Versuch steckte? Ich bezweifle, dass deine Beweggründe auf diesen 10 Gründen beruhten: http://www.peta2.de/de/home.cfm?p=539 ;) Ach und falls du mal ne lecker Wurst essen willst, kann ich dir allerwärmstens die Käsekrainer von Vantastic Foods empfehlen ;) Heute hatte ich Gulasch, auch vegan, und mein omnivorer Freund meint, ich solle es bald wieder machen, also kann es so schlecht ja nicht sein ;) Schau dich mal bei www.alles-vegetarisch.de oder www.vegan-wonderland.de um, falls du mal ernsthaft testen möchtest, wie es ist, vegan zu leben. Ein bisschen Inspiration findest zu übrigens auch auf www.rezeptefuchs.de oder vielen veganen Blogs bei blogspot ;) LG!

Bild von Banta

Schade :)

Ich würde von einer Banane und Sojamilch zum Frühstück niemals satt werden :) Dafür esse ich sehr gern vegane Schokocreme aufs Brot zum Frühstück ("Chocoreale", gibt es in diversen Sorten im Reformhaus, Bioladen oder Bio-Discounter und schmeckt noch besser als Nutella, Zartbitter-Creme gibt es auch bei DM), oder vegane Cornflakes oder Früchtemüsli mit Sojajoghurt oder Sojamilch. Mittags im Büro esse ich belegte Brote mit veganem Aufstrich (gibt's zum Beispiel im DM, auch einige Sorten) und dazu frische Tomaten und Gurke, zwischendurch Schokolade (z.B. Ritter Sport Zartbitter ist vegan) oder Stundentenfutter, oder ich nehme mir was zum Aufwärmen vom Vortag mit. Abends koche ich gern abwechslungsreich - Beispiele: Gemüsepfanne mit Reis oder Nudeln, indisch, chinesisch, Schmorgerichte mit Pilzen, Linseneintopf mit veganen Würstchen, Risotto, Bratkartoffeln mit Räuchertofu und Zwiebeln und dazu Salat und so weiter...es gibt so viel und wenn man einiges ausprobiert, lernt man auch immer neue Dinge kennen. Einfach mal vegane Rezepteblogs durchstöbern, das Internet ist voll davon :) Je mehr man ausprobiert, desto schneller ist man auch beim Kochen. Ich esse, seit ich vegan lebe, sehr viel abwechslungsreicher und gesünder, eben gerade weil ich mir nicht überall unterwegs einen Snack kaufen kann. Fazit: Für so einen Versuch sollte man sich schon ein bißchen informieren und Produkte finden, die man mag und ein bißchen kreativ sein, statt einfach alles Leckere wegzulassen, ist doch schade drum! ;)

Bild von pfanni

Experiment

Das ganze war´n Experiment für die Schülerzeitung! ;)

Bild von Banta

Ja, aber auch wenn es ein

Ja, aber auch wenn es ein Experiment ist, ist es doch schade, wenn man nicht guckt, wie man es richtig (und lecker) macht - so ist es ja nur wieder ein "die Veganer essen ja nix, was lecker ist und müssen sich alles mit Mühe verkneifen"-Ergebnis. Das meine ich :) Es gibt vegane Schokocreme, vegane Cornflakes, vegane Schokolade, alles mögliche - nicht nur Bananen, ungewürzten Tofu (schmeckt ungewürzt wirklich nicht), Nudeln ohne Soße und Sojamilch ;)

Bild von pfanni

Normaler Supermarkt?

Probier das mal im normalen Supermarkt zu finden. Da wird die Auswahl recht klein (Ich leb´auf dem Land... ;)) und rezeptemäßig sollte es ja auch etwas besonderes sein.

Bild von Banta

Im ganz normalen

Im ganz normalen Supermarkt/Discounter, also Rewe, Aldi, Lidl, Netto oder vor allem auch bei DM gibt's ganz viele vegane Produkte. Und zum Kochen braucht man als Veganer auch nicht stundenlang, abends hau ich mir mein Essen innerhalb einer halben Stunde maximal in die Pfanne ;) Ich koche ganz viel aus diesem Blog hier: http://www.veganguerilla.de/

Bild von pfanni

Respekt

Als normaler Supermarktkonsument ist mir nicht wirklich viel ins Auge gefallen...
Vermisst du gar kein Fleisch oder Käse?
Tust Du´s aus Überzeugung? :D

Bild von Banta

Ich geb zu, anfangs muss man

Ich geb zu, anfangs muss man sich schon ein bißchen durchs Internet wühlen und Zutatenlisten auf Produkten angucken, aber nach einer Weile weiß man schon, was wo drin ist. Daher klappt's auch mit dem ganz normalen Supermarkt, und wie schon gesagt DM, da gibt es die Alverde-Produkte, von denen auch einige vegan sind. :)
Fleisch hab ich schon seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen, der Schritt zum veganen Leben kam dann vor 2 Jahren (bin Mitte 20). Ich hab damals den Film "Earthlings" gesehen und das war der Auslöser. Ich vermisse nichts - Käse kann man prima ersetzen, entweder durch Alternativen wie selbstgemachten Hefeschmelz für die Pizza http://www.rezeptefuchs.de/Rezepte/Hefeschmelz_17 oder vegane Käseprodukte wie Cheezly etc., die gibt es zum Beispiel bei http://www.vegan-wonderland.de/catalog/index.php. Wenn mir mal nach Wurst fürs Grillen mit Freunden ist, grill ich vegane Bratwürstchen oder Steaks (Reformhaus, Bioladen, Versand). Geht alles bestens :)

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Dem kann ich nur zustimmen =)

Dem kann ich nur zustimmen =) Ich würde sagen, dass ich nach 2 Wochen genügend Informationen hatte, um meine Küche gut mit leckeren Dingen zu füllen und mir eine Word-Datei mit 100 Seiten voll von leckeren Rezepten zusammen zu stellen (alles auf Blogs zum Thema "Veganes Essen" zusammengesucht, wobei ca. 4 bis 5 Blogs schon für die 100 Seiten reichten ;)). Ich fühle mich seitdem viel besser als mit meiner vegetarischen Ernährung, die ich bis vor 3 Monaten für 8-9 Jahre durchgeführt habe.